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Standortsuche für neues Großklinikum bringt Zukunftskonzept von SC/DJK ins Wanken

Rastatter Sportverein lässt seine Baupläne ruhen

Das Gelände des Rastatter SC/DJK kommt laut einem Gutachten als möglicher Standort für das neue Großklinikum Mittelbaden in Frage. Der Verein lässt deshalb die Planungen für bauliche Veränderungen auf seinem weitläufigen Areal ruhen. Der Investitionsbedarf ist indessen hoch.

Ungewisse Zukunft: Hinter der baulichen Weiterentwicklung des Sportgeländes beim RSC/DJK schwebt ein Fragezeichen. Das Areal könnte Standort des neuen Großklinikums werden. Foto: Hans-Jürgen Collet

Es war eine Mitteilung, die den Rastatter SC/DJK hart getroffen hat. „Wir waren total überrascht, als wir das gehört haben“, sagt Vorstandsmitglied Matthias Dorsner. So fasst er die Reaktion der Vereinsverantwortlichen zusammen, nachdem jüngst bekannt geworden war, dass im Zuge der Standort-Untersuchungen für ein neues Großklinikum neben dem Merzeau-Gelände auch die Sportplätze des RSC/DJK in Betracht gezogen werden.

Wir wollen uns grundsätzlich nicht querstellen.
Hans Georg Willaredt/ Vereinsvorsitzender

Schon bevor die Entscheidung voraussichtlich im kommenden Jahr fallen wird, weiß Dorsner, dass „wir es nicht verhindern können, falls der Bau wirklich an unserem Standort erfolgen soll.“ Zugleich verspricht er, dass „wir kooperativ sind.“ Hans-Georg Willaredt, Vorsitzender des Vereins, bekräftigt seinerseits, dass „wir uns grundsätzlich nicht querstellen wollen“. Allerdings: „Die Pläne treffen uns in einem völlig ungeeigneten Moment.“

Dabei verweist Willaredt auf die eigentlich angedachten Überlegungen, auf dem Gelände ein Sportzentrum zu entwickeln, wobei der Verein für seine Zukunftssicherung schon ein detailliertes Konzept für seine fünf Plätze und zwei Clubhäuser entworfen hatte. Aber: Alle baulichen Veränderungen sind durch die Diskussion um den möglichen neuen Klinikstandort nun erst einmal gestoppt.

„Wir gehen davon aus, dass wir hier zumindest ein Jahr lang nichts machen dürfen“, erklärt Willaredt. Und: „Wir verlieren viel Zeit und Geld, denn unsere Nebenkosten laufen weiter“, sagt Dorsner. Schließlich herrsche großer Investitionsbedarf etwa für eine neue Flutlichtanlage, die momentan notdürftig repariert worden sei, aber auch im Blick auf die Heizung und Wasserversorgung. Zudem müsse in die Instandhaltung der Plätze investiert werden. Die Drainage sei teilweise ebenfalls sanierungsbedürftig, betont Willaredt.

Hoffnung auf Ersatzfläche und neues Clubhaus

Dorsner bedauert zudem, dass der konkret ins Auge gefasste Umbau des DJK-Clubhauses erst einmal auf Eis gelegt ist. Auf die Nutzung des RSC-Clubhauses im vorderen Teil des Vereinsgeländes soll künftig verzichtet werden. Gegebenenfalls müssten die Planungen in einem Jahr wieder ganz neu aufgenommen werden, meint Dorsner. Dabei verweist er auf die Schwierigkeiten, die bei einem Klinik-Neubau auf dem Vereinsgelände auftauchen könnten: „Wir haben hier ein Kiesbett im Untergrund. Da muss erst geprüft werden, ob die Bodenverhältnisse für so einen Neubau geeignet sind.“

Willaredt hätte freilich grundsätzlich nichts gegen den Klinik-Standort auf dem Gelände. „Dafür müssen wir aber eine Ersatzfläche und ein ganz neues Clubhaus bekommen“, sagt er. Die Pläne, durch eine seit langem diskutierte Verschmelzung mit dem FC Rastatt 04 entsprechend neue Perspektiven zu schaffen, waren im vergangenen Jahr gescheitert. Bei einer Jahreshauptversammlung hatten die Mitglieder des RSC/DJK einmütig einer Verschmelzung zugestimmt, während beim FC 04 keine nachhaltige Einigung für dieses Vorhaben erzielt werden konnte. „Die Pläne liegen aber noch in der Schublade“, mochte 04-Vorsitzender Mathias Berner zu Beginn dieses Jahres allerdings keinen endgültigen Schlussstrich hinter diese Überlegungen setzen, wenngleich aktuell davon nicht mehr die Rede ist.

In einem Konzept, das der RSC/DJK im Blick auf die zukünftige Entwicklung ausgearbeitet hat, geht der Verein von Kosten bis zu 700.000 Euro aus, um dauerhaft seine Existenz sichern zu können. Dabei steht unter anderem die Idee eines generationsübergreifenden Sport- und Bewegungsparks im Raum. In dem Papier wird nicht zuletzt auch der Bau einer Vereinshalle angeregt, die dazu dienen soll, mehrere Sportarten zusammenzuführen. Nach Mitteilung der städtischen Pressesprecherin Heike Dießelberg soll der RSC/DJK noch im Laufe dieser Woche der Stadt seine Wünsche im Hinblick auf den Bedarf an Flächen und Infrastruktur mitteilen: „Anschließend soll es zu weiteren Gesprächen mit dem Verein kommen.“ Eine Fusion werde von der Stadt generell befürwortet.

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