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Am Samstag

Rastatter Verein engagiert sich für die Ukraine und plant eine Kundgebung auf dem Marktplatz

Anlässlich des zweiten Jahrestags des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine lädt der Rastatter Verein „1. Friedliche Vereinigte Ukraine“ am Samstag, 24. Februar, um 14.30 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Rastatter Marktplatz.

Alexander Starodub steht auf dem Rastatter Marktplatz.
Alexander Starodub, Vorsitzender des Vereins „1. Friedliche Vereinigte Ukraine“, organisiert die Kundgebung auf dem Marktplatz am 24. Februar. Foto: Hans-Jürgen Collet

Als ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine will Vereinsvorsitzender Alexander Starodub die Kundgebung an diesem Samstag verstanden wissen, wie er im Gespräch mit dieser Redaktion verdeutlicht. Solidarität mit den Menschen in der Ukraine stellt der gemeinnützige Verein bereits seit 2015 unter Beweis.

Nachdem russische Truppen im Jahr 2014 Donezk, Luhansk und die Krim besetzt hatten, war dem etwa zehnköpfigen Freundeskreis um Starodub schnell klar, denen vom Krieg betroffenen Menschen helfen zu wollen. Und so gründeten sie im März 2015 den Verein „1. Vereinigte Friedliche Ukraine“, denn der Wunsch aller Vereinsmitglieder war und ist es, dass die Ukraine ihre ursprüngliche Größe zurückerhält.

Und was hat es mit „1.“ auf sich? „Kurz nach der Vereinsgründung haben wir eine Homepage angelegt, die aber gehackt und gesperrt wurde. Deshalb haben wir den Namen um 1. erweitert, um eine neue Internetseite anlegen zu können“, verdeutlicht der Vorsitzende, der in einem Dorf bei Odessa aufgewachsen ist und 1995 mit seiner Frau nach Deutschland kam. Allerdings habe es der Verein aufgrund von technischen Problemen bislang nicht geschafft, einen neuen Internetauftritt zu gestalten.

Hilfstransporte für Kinderheime und bedürftige Familien

Die ersten Hilfstransporte bestanden aus warmer Kleidung, Decken und weiteren Sachspenden, um die Menschen in den Kampfgebieten mit dem Nötigsten zu versorgen. Von Anfang an richtete der Verein sein Augenmerk aber auch auf Kinderheime und auf Familien von gefallenen Soldaten.

Kinder
Eine Hilfslieferung ging an die Denishiv-Sonderschule in der 270.000-Einwohner-Stadt Schytomyr, die 120 Kilometer westlich von Kiew liegt. Foto: Galyna Mykolaivna

„Wir haben aber auch einige alte Transporter gekauft und sie in die Ukraine gefahren, um in Dörfern eine mobile medizinische Versorgung gewährleisten zu können“, blickt der 63-jährige Maschinenbauingenieur zurück.

Ich habe gewusst, dass das deutsche Volk ein riesiges Herz hat.
Alexander Starodub
Vereinsvorsitzender

Nachdem der Verein mit seinen Aktivitäten einige Jahre pausiert hatte, legte er mit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022 wieder los, wie Alexander Starodub verdeutlicht. Von der Hilfsbereitschaft in der Region ist er stark beeindruckt: „Ich habe gewusst, dass das deutsche Volk ein riesiges Herz hat. Aber das konnte ich mir nicht vorstellen und ich sage ein riesiges Dankeschön“, betont der Vorsitzende gerührt, der sich mittlerweile als Rastatter bezeichnet.

Der Bedarf an medizinischen Hilfsmitteln in der Ukraine sei enorm, deshalb sammle der Verein aktuell für weitere Hilfslieferungen Krankenhausbetten, Rollstühle, Rollatoren, Krücken und mehr. Die Stadt habe hierfür ein kleines Zwischenlager zur Verfügung gestellt.

Hilfslieferung
Dringend benötigte Rollstühle, Krücken und weitere Hilfsmittel werden in diesem ukrainischen Krankenhaus dankbar entgegengenommen. Foto: Maksim Myrskyy

Rastatter Verein engagiert sich für Integration von Geflüchteten

Mittlerweile kümmert sich der rund 200 Mitglieder zählende Verein auch um die Integration der Geflüchteten. Starodub möchte nun speziell den rund 250 Menschen im Martha-Jäger-Haus etwas anbieten: „Wir planen ein Kulturprogramm, das auch Ausflüge in die Umgebung vorsieht.“ Die Aktivitäten sollen für Ablenkung sorgen, denn er kenne dort einige Mütter mit Depressionen: „Diese jungen Frauen haben ihren Mann verloren, ihr Haus ist zerbombt und sie beherrschen die deutsche Sprache nicht“, verdeutlicht Starodub deren Situation.

Gruppe
Mit Ukrainern aus Baden-Baden hat der Verein Mitte Januar einen Ausflug zur Bußackerhütte organisiert. Foto: Alexander Starodub

Am ersten Jahrestag des Angriffskriegs beteiligte sich der Verein an einer Kundgebung in Baden-Baden, nun laden die Rastatter zu einer eigenen ein. Nach einer kurzen Eröffnungsansprache hofft Starodub auf Grußworte eines städtischen Vertreters. Die mittelbadischen Landtagsabgeordneten Alexander Becker (CDU), Thomas Hentschel (Grüne) und Jonas Weber (SPD) haben bereits ihr Kommen zugesagt.

Wer den Verein unterstützen möchte, kann über dessen Facebook-Auftritt oder per E-Mail unter 1.fvu.star@gmail.com Kontakt aufnehmen.

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