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Letzte Eröffnung durch OB Pütsch

Rastatter Weihnachtsmarkt lockt mit buntem Programm

Ein bunter Lichterglanz trotzt dem regennassen Novemberhimmel: Der Rastatter Weihnachtsmarkt hat am Montag seine Pforten geöffnet. Bis 23. Dezember locken 34 Stände die Besucher, auf der Bühne gibt es jeden Abend Programm.

Weihnachtsmarkt Rastatt
Das nasskalte Wetter dämpft den Besucherandrang zum Auftakt des Rastatter Weihnachtsmarkts. Foto: Hans-Jürgen Collet

Der kalte Wind, gepaart mit Regen, sorgte dafür, dass zum Auftakt des 44. Weihnachtsmarkts nur eine überschaubare Zahl an Besuchern kam. Die Stadtkapelle Rastatt unter ihrem Vizedirigenten Tiemo Buchholz spielte zur Einstimmung ausgewählte Weihnachtsklassiker.

Der scheidende Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch eröffnete um 18 Uhr das bunte Treiben: „Wir wollen eine wunderbare Welt der Weihnachtstraditionen schaffen“, meinte er und dankte allen Beteiligten. Der Rathauschef schlug auch nachdenkliche Töne an, als er darauf hinwies, dass es wichtigere Dinge als Geschenke an Weihnachten gebe: Zeit für Mitmenschen und ein Lächeln für Flüchtlinge und Obdachlose.

Unübersehbar im Zentrum steht die 19 Meter hohe Glühweinpyramide von Hugo Levy. Fünf Tage hat der Aufbau gedauert. „Mein Vater Max hat vor Jahrzehnten den Weihnachtsmarkt mit ins Leben gerufen“, berichtet der 54-jährige Schausteller nicht ohne Stolz im Gespräch mit dieser Redaktion. Er ist mit seiner Familie deutschlandweit unterwegs, in der Barockstadt sind die Levys mit mehreren Ständen auf dem Weihnachtsmarkt vertreten.

Hugo Levys Tochter Mandy betreibt den Crêpestand und die Kindereisenbahn, seine Schwester Katja Fetscher einen Süßwarenstand und das Kettenkarussell. Seine Frau Anja Levy ist für den Bratwurststand zuständig, Sohn Marvin hilft ihm in der Glühweinpyramide.

Spezialitäten aus Ungarn, Böhmen, Indien und der Türkei

In kulinarischer Hinsicht gibt es im Herzen der Barockstadt durchaus Besonderes: Ungarische Spezialitäten werden am Stand des Rastatter Restaurants Fohlenweide angeboten. Die ungarische Paprikabratwurst, die frisch in der Küche des Restaurants hergestellt wird, sei besonders beliebt, berichtet Inhaberin Csilla Kele. Am Stand der tschechischen Partnerstadt Ostrov geht es ebenfalls deftig zu: Neben dicken Würsten stapelt sich Prager Schinken und böhmischer Bauchspeck in der Auslage.

Wer es etwas exotischer mag, ist am Stand mit indischen Gerichten des Steinmauerner „Sonnenhof“ gut aufgehoben. Vor der Stadtkirche verkauft Ayse Kücük gemeinsam mit ihrer Schwester Asiye Kul selbst gemachte türkische Spezialitäten.

Ganz neu auf dem Weihnachtsmarkt ist Tobias Burkhardt aus Neulingen bei Pforzheim. Der gelernte Koch hat sich im Vorjahr selbstständig gemacht und verkauft „Rahmkleckse“, selbst gemachte Teigfladen (Dinnele). „Ich verwende einen rustikalen Brotteig aus einer Dinkel-Weizenmehlmischung“, erläutert er. Zum ersten Mal dabei ist auch Mario Wittler mit dem Glühwein-Garten. Die Rastatter kennen ihn vom Jahrmarkt.

Rastatter Weihnachtsmarkt will Entspannung bieten

Ebenfalls Weihnachtsmarkt-Premiere haben die Rastatter Notehopser. Sie sind noch bis Donnerstag in einer der drei Wechselhütten präsent. Rund 20 Mitglieder sind dabei im Einsatz. Für den Hunger gibt es Kartoffelsuppe, ansonsten Flüssiges, darunter heißen Bratapfellikör mit Sahne.

Der neue Marktmeister Christian Römmich hebt ein Merkmal des Weihnachtsmarktes hervor: Die vielen Möglichkeiten, sich zusammenzusetzen und zu unterhalten. „Es geht bei uns nicht so dicht gedrängt zu wie auf anderen Märkten. Wir wollen, dass die Leute auch etwas runterkommen“, erläutert er.

Marktmeister
Marktmeister Christian Römmich im Gespräch mit Christine Martini, der Vorsitzenden der Notehopser. Foto: Hans-Jürgen Collet

Römmich möchte bei künftigen Weihnachtsmärkten noch mehr örtliche Vereine berücksichtigen, von denen einige Interesse bekundet hätten, für einige Tage eine der Wechselhütten zu bewirtschaften. Und auch Kunsthandwerker aus der Region sollen in Zukunft noch mehr berücksichtigt werden als bislang.

Eine Herausforderung für den Marktmeister ist die massive Erhöhung der GEMA-Gebühren. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs im Jahr 2021 habe die GEMA damit begonnen, die Veranstaltungsflächen neu zu berechnen, berichtet Römmich. Hatte die Stadt bislang rund 300 Quadratmeter vor der Bühne angegeben, so lege die GEMA nun den gesamten Marktplatz zugrunde, was 2.000 Quadratmetern entspreche.

Mit 16.000 Euro haben sich die Gebühren verfünffacht. Im Vorjahr habe man einige Kooperationspartner gewinnen können, den Fehlbetrag habe die Stadt übernommen, so der Marktmeister. In diesem Jahr werden die GEMA-Gebühren komplett durch Sponsoren abgedeckt. OB Pütsch dankte den mehr als 25 Unternehmen, die mit rund 40.000 Euro das künstlerische Programm ermöglicht haben.

Für Kinder gibt es eine Aktionshütte beim Rathaus. Außerdem erläutert Ludwig, die Stadtmaus, anhand von liebevoll gestalteten Tafeln alles Wissenswerte rund um Weihnachten.

Der Weihnachtsmarkt ist von Sonntag bis Donnerstag von 11 bis 20 Uhr geöffnet, am Freitag und Samstag bis 21 Uhr. Das Programm gibt es im Internet unter www.rastatt.de/weihnachtsmarkt.

Parken

Im Programmflyer zum Weihnachtsmarkt gibt es einen Parkplan. Auf dem Festplatz „Zur Friedrichsfeste“ kann man sein Auto gratis abstellen. Der Weihnachtsmarkt ist in rund fünf Minuten Gehzeit erreichbar. Die öffentlichen Parkplätze in der Innenstadt können wochentags ab 17 Uhr und samstags ab 13 Uhr kostenlos genutzt werden. Außerdem gibt es: Parkhaus Schloss-Galerie, Öffnungszeiten Montag bis Sonntag 5.30 bis 0.30 Uhr (Ausfahrt ist immer möglich); Tiefgarage Badner Halle: Öffnungszeiten Montag bis Samstag 7 bis 19.30 Uhr; Sparkassen-Tiefgarage: rund um die Uhr geöffnet. Parkhaus Modepark Röther: Öffnungszeiten Montag bis Samstag, 9 bis 20 Uhr. Die ersten zwei Stunden sind frei, danach 50 Cent pro Stunde.

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