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Jubiläumsjahr wirft Schatten voraus

„Rebellenliebe“: Rastatter widmet eine Gin-Kreation den Frauen der Badischen Revolution

Warum der Destillateur Christian Widiger als Hommage 300 exklusive Flaschen hergestellt hat. Auch der Historische Verein profititiert davon.

Christian Widiger und Irmgard Stamm zeigen ein Bild der Revolutionärinnen. Im Vordergrund steht der Gin auf einem Tisch
Auf dem Etikett seines Gins hat Destillateur Christian Widiger drei Revolutionärinnen verewigt. Das Bild zeigt ihn bei der Vorstellung seines Produkts mit Irmgard Stamm vom Historischen Verein. Foto: Martina Holbein

Sie hießen Helene, Luise oder Marie und haben ihre Männer, die als Revolutionäre in den Rastatter Kasematten einsaßen, mit Essen und Trinken versorgt und stehen stellvertretend für all die Frauen, die unmittelbar von den Folgen der Badischen Revolution 1848/1849 betroffen waren. Sei als aktive Unterstützerinnen ihrer Männer oder als betroffene Witwen und Mütter, die Männer und Söhne verloren hatten.

„Ich wollte sie aus dem Schatten ihrer Männer hervorholen und ihnen etwas Besonderes widmen“, erklärt Christian Widiger die Beweggründe für seine Kreation. Zum Revolutionsjahr „175 Jahre Badische Revolution“ im kommenden Jahr hat der Destillateur als Zeichen der Würdigung der Frauen einen Premium-Gin hergestellt. „Rebellenliebe“ steht auf dem Etikett des handgefertigten Premium London Dry Gin, das zudem die Konterfeis dreier Revolutionärinnen ziert.

Christian Widiger präsentiert seinen Gin „Rebellenliebe“.
Christian Widiger empfiehlt, „Rebellenliebe“ zunächst pur zu verkosten. Foto: Martina Holbein

Irmgard Stamm, die Vorsitzende des Historischen Vereins Rastatt, der sich um den Erhalt der Überreste der Bundesfestung kümmert, hatte sich mit den Biografien der Frauen beschäftigt und die Porträtzeichnungen aus den Archiven herausgesucht, die auf dem Flaschenetikett zu sehen sind. „Der Historische Verein fand die Hommage an die Frauen der Revolution eine gute Idee, um auch auf diese Art auf das Erinnerungsjahr aufmerksam zu machen“, so Stamm, die im Cavalier I zusammen mit dem Destillateur das neue Produkt vorstellte.

„Rebellenliebe“-Gin auf 300 Flaschen limitiert

Einen Nebeneffekt hat der Verkauf des Gins, der auf eine Auflage von 300 Flaschen limitiert ist, für den Historischen Verein: Er bekommt von jeder verkauften Flasche einen Teil des Erlöses. Geld, das der Verein gut gebrauchen kann. Schließlich möchte Irmgard Stamm die Konterfeis der Revolutionsfrauen hinter Plexiglas aufziehen und im Bereich der ehemaligen Kerker zusammen mit einem kurzen Abriss ihrer Lebensgeschichte anbringen.

Doch wie kommt ein Absolvent der Hochschule Hohenheim zur Badischen Revolution? Christian Widiger ist im Rastatter Dörfel in der Friedrich-Ebert-Straße aufgewachsen. Als Kind waren die Überreste der Kasematten, so erzählte er, für ihn und seine Freunde ihr Spielplatz. Später habe er sich dann für Geschichte, speziell auch die Ereignisse in Rastatt um 148/49, interessiert. Mit der Erkenntnis, dass eine Gruppe meist kaum berücksichtigt wird: die Frauen. Die Idee, ihnen ein hochprozentiges und flüssiges Denkmal zu setzen, war geboren.

Christian Widiger empfiehlt Verkostung ohne Tonic

Vor vier Jahren begann er an der Rezeptur des Gins zu tüfteln, der schon beim bloßen Riechen das feinwürzige und weiche Aroma von Wacholder verströmt. Ihm war die Kreation der „Rebellenliebe“ ein Herzensanliegen, „ich habe sogar den Kleber für die Etiketten selbst geköchelt“.

Ich wollte sie aus dem Schatten ihrer Männer hervorholen und ihnen etwas Besonderes widmen.
Christian Widiger
Destillateur

Der Destillateur empfiehlt die 43-prozentige „Rebellenliebe“ erst einmal pur zu genießen und damit die komplexen Aromen der Kräuter zu genießen, bevor sie mit einem Teil Gin und einem Teil Tonic zum „Gin Tonic“ wird. Der Verkauf des Premium Gin erfolgt ab sofort über die Homepage oder direkt bei Christian Widiger.

Internet

www.ginmanufakturbaden.com

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