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Engagierte Gruppe von Männern übernimmt vielfältige Arbeiten in Niederbühl

Rentnerteam unterstützt in Rastatt-Niederbühl die Ortsverwaltung

Das Niederbühler Rentnerteam hat mit großem Einsatz den von Unkraut überwucherten Bolzplatz wieder instand gesetzt. Die Gruppe von derzeit 14 Männern engagiert sich in vielen Bereichen, um das Ortsbild in dem Rastatter Stadtteil aufzuwerten.

Im Einsatz für die Allgemeinheit: Das Niederbühler Rentnerteam sorgte dafür, dass der stark frequentierte Bolzplatz von Unkraut befreit wurde. Foto: Klaus Föry

Hacken, Rechen, Eimer und diverse andere Gartengeräte zählen gleichsam zu ihrer Grundausrüstung. Vor einigen Wochen noch war der Bolzplatz an der Ecke Baulandstraße/Finkenstraße förmlich von Unkraut übersät. Mit vereinten Kräften rückte das Niederbühler Rentnerteam diesem Missstand zu Leibe. Innerhalb kurzer Zeit zeigte sich der stark frequentierte Sandplatz wieder in makellosem Zustand.

„Wegen des Unkrautproblems haben wir bei der Stadt angefragt, ob jetzt auf dem Bolzplatz Rasen eingesät werden kann“, sagt Niederbühls Ortsvorsteher Klaus Föry. Ergebnis: Die Zusage wurde erteilt. Wenn das Wetter mitspielt, soll noch in diesem Jahr die Grundlage geschaffen werden, dass sich Fußballfreunde dort künftig nicht mehr auf einem Sand- sondern auf einem Rasenplatz gegenüber stehen dürfen. Die Rentner würden damit also bei ihrem Arbeitseifer in Zukunft etwas entlastet.

Müll in der Landschaft führt zur Gründung der Gruppe

Wie aber kam es eigentlich zu der Gründung jener Gruppe von älteren Männern, die sich in völlig ehrenamtlicher Weise in Niederbühl für die Allgemeinheit einsetzen wollen? „Ein großer Initiator war Manfred Ratzel. Er ist früher fast täglich mit dem Fahrrad in Wald und Flur unterwegs gewesen und hatte immer wieder gesehen, dass Müll an verschiedensten Stellen in der Landschaft entsorgt wird“, erzählt Föry. Ratzels Erkenntnisse sieht Föry als Triebfeder für die kleine Gruppe von Gründungsmitgliedern mit Hans Pflüger, Helmut Scharer, Burkhard Herrmann und Manfred May, die sich dazu bereit fand, durch ihr Engagement das Ortsbild in Niederbühl aufzuwerten.

Generationswechsel ist eingeleitet

Aus Altersgründen schieden einige der Mitglieder aus der Anfangszeit, die älter als 80 und sogar schon über 90 Jahre alt waren, zwischenzeitlich aus. „Fünf neue Leute haben wir in den letzten drei Monaten dazubekommen“ freut sich Föry über den eingeleiteten Generationswechsel, denn die „Jungrentner“ im Alter von 65 und 66 Jahren gehören in dem Team gleichsam zu den Youngsters. Einige der Älteren hätten wegen der Corona-Krise auch aus Sicherheitsgründen aufgehört, „weil sie zur Risikogruppe zählen“, unterstreicht Föry.

Eine zentrale Kraft unter den Neulingen ist Matthias Wich, der gemeinsam mit den Verantwortlichen der Ortsverwaltung die Einsätze der Rentnerriege koordiniert. „Da ich beruflich nicht mehr so eingespannt bin, wollte ich da gerne mitmachen“, sagt er, der sich über Jahrzehnte hinweg auch im Niederbühler Ortschaftsrat engagierte. Wichtig für ihn: „Es macht viel Spaß in diesem Team und wir lachen auch gerne.“

Es macht viel Spaß in diesem Team.
Matthias Wich, Rentner

Klar, zu Corona-Zeiten gelte es bei den Arbeitseinsätzen natürlich auch die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten und Masken zu tragen: „Fast alle von uns gehören zur Risikogruppe, aber wir arbeiten ja im Freien“, erklärt Wich. Neu zur Riege der gleichermaßen arbeitsamen wie junggebliebenen Herren gestoßen ist auch Rolf Herrmann. „Er hat das veröffentlichte Bild von dem Bolzplatzeinsatz gesehen und bemerkt, dass da niemand aus Förch dabei ist“, berichtet Föry. Aber: Abhilfe war schnell gefunden. Herrmann ist jetzt ebenfalls Mitglied der insgesamt 14-köpfigen Rentner-Riege.

Meist einmal pro Woche, jeweils am Mittwochvormittag, treffen sich die Männer, die aus völlig unterschiedlichen Berufsfeldern stammen, zum gemeinschaftlichen Einsatz, helfen bei der Grünflächenpflege, beim Schneiden von Bäumen und Hecken oder beim Einsammeln von Herbstlaub. Ein „grüner Daumen“ sei aber keineswegs Voraussetzung, um mitmachen zu können, heißt es.

Nach jedem Einsatz gibt es Bier und Brezeln.
Klaus Föry, Ortsvorsteher

Föry erinnert an die sieben Brücken in Niederbühl, an denen insgesamt 152 Blumenkübel angebracht sind. In den trockenen Sommermonaten sei der Wasserbedarf dort entsprechend hoch, sagt der Ortsvorsteher und zeigt sich froh, dass hier das Rentnerteam den städtischen Bediensteten beim Gießen wirkungsvoll unter die Arme greift. Zudem kümmert sich die Helfertruppe regelmäßig um die Pflege der Sitzbänke im Ort, die neu abgeschliffen und lackiert werden müssen.

Und wie steht es mit einer Belohnung für die rein ehrenamtlich tätigen Männer? „Nach den Einsätzen gibt es mittwochs Bier und Brezeln. Zudem lädt die Ortsverwaltung zu einem Jahresabschlussessen ein, verbunden mit einem kleinen Präsent für jeden“, lässt Föry wissen. Ob die Tradition in diesem Jahr beibehalten werden kann, ist wegen Corona allerdings noch fraglich.

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