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Nach Verzögerungen

Ende der Dauerbaustelle bei Rastatter Schlossgalerie in Sicht

Seit Monaten müssen Autofahrer in Rastatt lange Umwege in Kauf nehmen. Die Durchgangsstraße durch die Stadt ist in eine Richtung gesperrt. Jetzt ist das Ende in Sicht.

Überraschungen im Untergrund: Ursprünglich hätten die Arbeiten vor der Schlossgalerie bis Mitte April fertig sein sollen. Nach einigen Verzögerungen ist das Ende jetzt absehbar. Foto: Hans-Jürgen Collet

Das Ende der Dauerbaustelle ist in Sicht. Voraussichtlich ab dem Wochenende kann der Verkehr in der Kapellenstraße wieder durchgängig in beide Richtungen fließen. Die Stadtwerke wollen die Arbeiten bis Freitag, 7. Mai, abgeschlossen haben. Ursprünglich hatte das Unternehmen das Ende des Projekts auf Mitte April anvisiert.

Joachim Fischer (SPD) wählte in der vergangenen Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses einen großen Vergleich: „Berlin hat den Flughafen BER, wir haben die Baustelle vor der Schlossgalerie.“

Seit Anfang Februar ist die Kapellenstraße im Bereich des Einkaufszentrums in Fahrtrichtung Süden gesperrt. Autofahrer müssen eine großräumige Umfahrung in Kauf nehmen. Die Arbeiten haben außerdem Auswirkungen auf die Buslinien.

Ausbau des Nahwärmenetzes in Rastatt

Entsprechend ungeduldig warten viele Betroffene auf das Ende der Arbeiten. Jetzt können sie aufatmen. Stadtwerke-Prokurist Achim Steinberg kündigt an: „Am Donnerstag kommt der Asphaltfeinbelag drauf.“ Einen Tag später seien die Arbeiten abgeschlossen.

Notwendig geworden war die Baustelle wegen des Ausbaus des Nahwärmenetzes in der Innenstadt. Die Stadtwerke haben das Hatz-Areal angeschlossen.

Nach Angaben von Planungsleiter Bernhard Dreyer mussten dafür 35 Meter Hauptleitung für den Wärmetransport und an die 40 Meter Kälteleitungen installiert werden. Hinzu kam der noch einmal 40 Meter lange, zentrale Hausanschluss für das Hatz-Areal.

Wir bedauern, dass es zu Verzögerungen gekommen ist.
Achim Steinberg, Stadtwerke Rastatt

Die Immobiliengesellschaft WLH, die für das Neubauprojekt verantwortlich zeichnet, hatte sich im vergangenen Jahr dafür entschieden, auf diese Art der Energieversorgung für die künftigen Wohn- und Geschäftshäuser zu setzen. Die Stadtwerke Rastatt investierten rund 160.000 Euro in die Erweiterung ihrer Infrastruktur.

Die Wärme entsteht ganz in der Nähe, nämlich in der Heizzentrale im Haus Walz. Dort arbeitet ein Blockheizkraftwerk, das neben Wärme auch Strom erzeugt. Aus Sicht von Dreyer ist die Technik ein Beitrag zum Klimaschutz: „So wird der Ausstoß von klimaschädlichen Emissionen auf ein Minimum reduziert.“

900 Wohnungen hängen in Rastatt bislang am Netz

Schon in den 90er-Jahren hatten die Stadtwerke in ein erstes Nahwärmenetz investiert. Es versorgte den Verwaltungssitz und das Schwimmbad sowie einige naheliegende Wohnblöcke. Danach war wegen der hohen Investitionskosten für die notwendigen Leitungen und die Blockheizkraftwerke lange Zeit Ruhe.

Anders als viele große Städte kann Rastatt nicht auf vorhandene Industrieabwärme zurückgreifen. Aktuell hängen im Nahwärmenetz der Stadtwerke knapp 900 Wohnungen sowie 104 Gewerbeeinheiten und öffentliche Einrichtungen.

Die Verzögerung bei der aktuellen Erweiterung begründet Steinberg mit Überraschungen im Boden, die im Vorfeld nicht ersichtlich gewesen seien. Leitungen und Anschlüsse seien teilweise anders verlaufen als erwartet.

„Bei Arbeiten im Untergrund kann so etwas immer mal vorkommen“, wirbt er um Verständnis und ergänzt: „Wir bedauern, dass es zu Verzögerungen gekommen ist.“

Wenn der Asphalt ein- und die Absperrungen abgebaut sind, folgen weitere Arbeiten am Gehweg im Bereich des Postgebäudes und des Hatz-Areals. Auswirkungen auf den Verkehr wird das aber nicht mehr haben, verspricht Steinberg.

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