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Betonkugeln zerstört

Schon wieder wird die Rastatter Pagodenburganlage Ziel von Vandalen

Die Pagodenburganlage ist ein Kleinod in Rastatt. Aber auch immer wieder das Ziel von Vandalen. Nun wurden zwei Betonkugeln zerstört, die bei einem Workshop entstanden waren.

... und die Spur der Verwüstung, die Unbekannte in der Nacht zu Dienstag hinterlassen haben.
Die Überreste, die Unbekannte in der Nacht zu Dienstag in der Rastatter Pagodenburganlage hinterlassen haben. Foto: Antje Kausch

Wieder einmal Vandalismus in der Rastatter Pagodenburganlage, und wieder einmal trifft es den Kunstverein, der in dem barocken Kleinod seine Ausstellungen präsentiert.

Derzeit stellt dort der Baden-Badener Künstler Karl Manfred Rennertz aus. Unbekannte haben nun zwei Betonkugeln zerstört, die unter Rennertz’ Anleitung bei einem Sommerakademie-Workshop entstanden und im Außenbereich platziert worden waren.

Ein Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamts entdeckte die Verwüstungen am frühen Dienstagmorgen. In der Nacht müssen unliebsamen Zeitgenossen die Kugeln von ihrem Platz gerollt und dann an der hinteren Treppe zum Murgpark hinuntergestoßen haben, sodass sie zerbarsten. Weit verstreut lagen die Bruchstücke auf dem Pflaster.

Vermutlich mehrere Täter in Rastatt am Werk

Vermutet wird, dass mehrere Vandalen am Werk waren, schließlich sei eine solche Kugel 80 bis 100 Kilogramm schwer, wie Antja Kausch vom Vorstand des Kunstvereins am Dienstag sagte.

Ich kann so etwas überhaupt nicht nachvollziehen.
Antja Kausch, Vorstand des Kunstvereins

Ihre Stimmung schwankte zwischen Wut am Morgen und „wahnsinniger Enttäuschung“ am Nachmittag. „Ich kann so etwas überhaupt nicht nachvollziehen.“ Der Verein erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Die unversehrte dritte Kugel will man in Sicherheit bringen.

In der Vergangenheit war der Kunstverein schon mehrfach Opfer von Vandalismus. Im Herbst 2016 beschädigten Unbekannte bei einem Einbruch in der Pagodenburg darin ausgestellte Werke, die Stadt installierte eine Alarmanlage, dennoch wurden später Scheiben eingeschlagen und Fensterrahmen zerstört.

... und die Spur der Verwüstung, die Unbekannte in der Nacht zu Dienstag hinterlassen haben.
Nachher: Die Überreste, die Unbekannte in der Nacht zu Dienstag hinterlassen haben. Foto: Antje Kausch

Schließlich sagte der Kunstverein 2018 aus Sicherheitsgründen zwei Ausstellungen ab – und die Stadt selbst strich alle für jenes Jahr in dem barocken Gartenschlösschen gebuchten Trauungen. 2019 dann ein Ausstellungsabbruch, nachdem sich ein Unbekannter an der Tür zu schaffen gemacht hatte.

Flammt nun die Debatte über eine Videoüberwachung neu auf?

Seit 2018 kontrolliert ein von der Stadt beauftragter privater Sicherheitsdienst in den sommerlichen Abendstunden das Gelände rund um Pagodenburg, Badner Halle und Murgdamm sowie Schlosspark und Schlosshof. „Wir können aber keine Rund-um-die-Uhr-Bewachung, 24 Stunden am Tag, durchführen“, stellt die städtische Pressestelle fest, die den „krassen Fall von Zerstörungswut aufs Schärfste“ verurteilt.

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Möglicherweise wird nun eine alte Debatte neu entfacht: Die Stadt hatte schon einmal geprüft, in welchem Maß dort Videoüberwachung unter datenschutzrechtlichen Gründen möglich ist. Zur Installation einer Kamera kam es aber nie.

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