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Neue Ausstellung zum 50-jährigen Bestehen geplant

So will das Museum im Rastatter Schloss moderner werden

Die Erinnerungsstätte für Freiheitsbewegungen im Residenzschloss Rastatt ist in die Jahre gekommen: 1974 gegründet, sind die beiden Teile der Dauerausstellung zuletzt Ende der 2000er Jahre überarbeitet worden. Nun will sich das Museum moderner präsentieren.

Wirre Wege durch die Revolution: Den Besuchern, hier mit einem Geschichtsdidaktiker unterwegs, erschließt sich der Rundgang durch die Ausstellung nicht immer sofort. Foto: Rainer Wollenschneider

Wer die Erinnerungsstätte im Rastatter Schloss besucht, hat gleich die Qual der Wahl: Links oder geradeaus, auf die alte Druckerpresse zu oder lieber den freien Weg nehmen? Viele entscheiden sich falsch, nehmen den freien, linken Weg und lassen die Presse unbeachtet hinter sich. Das ärgert die Leiterin der Erinnerungsstätte, Elisabeth Thalhofer: „Die Besucher finden sich mit dem dramaturgischen Faden intuitiv nicht zurecht. Das wollen wir unbedingt verbessern.“ Und die Möglichkeit dazu könnte sich tatsächlich demnächst bieten: Die Erinnerungsstätte soll umgebaut werden.

Überlegungen stehen noch ganz am Anfang

Die Gespräche stehen allerdings noch ganz am Anfang, wie es aus der Koblenzer Hauptstelle des Bundesarchivs heißt. Zur ihr gehört die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte, wie ihr offizieller Name lautet. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, erklärt Bundesarchiv-Sprecher Tobias Herrmann. Allein durch den historischen Standort im Residenzschloss gebe es mehrere Beteiligte, die die Entscheidung beeinflussen können.

Wir wollen den historischen Ort stärken.
Elisabeth Thalhofer, Leiterin der Erinnerungsstätte

Gleichzeitig sei aber auch klar: „Da müssen wir mal dran.“ Herrmann meint damit die Ausstellung, die „nicht mehr ganz jung“ ist. „Wir müssen unseren Nutzern künftig das anbieten, was sie erwarten“, so Herrmann. Und das sei ein modernes Museum mit moderner Pädagogik.

Auf 1.250 Quadratmetern Fläche erstrecken sich derzeit die zwei Teile der Dauerausstellung. Der ältere Teil, der zuletzt 1998/99 überarbeitet wurde, beschäftigt sich mit der Revolution von 1848/49. Der neuere, aber immerhin auch schon elf Jahre alte Teil, widmet sich der friedlichen Revolution in der DDR. Beiden würden Thalhofer und ihr Team gerne einen moderneren Anstrich geben.

Neben der Besucherführung, also den Wegen, die die Besucher gehen, soll es auch um die Barrierefreiheit der Ausstellung gehen. Zudem soll im oberen Bereich des Freiheitsmuseums mehr Platz für Sonderausstellungen geschaffen werden. „Vor allem wollen wir den historischen Ort stärken“, betont die Museumsleiterin. „Was ist hier in Rastatt passiert?“

Zwei Punkte, die auch dem Förderverein Erinnerungsstätte wichtig sind. „Wir sind schon länger an der Frage dran, wie man die Attraktivität steigern kann“, sagt Gunter Kaufmann, Vorsitzender des Vereins. Für ihn ist es unabdingbar, künftig auch die zahlreichen historischen Stätten, die Rastatt bietet, aktiv einzubeziehen. „Wir gehen schon immer mit Führungen zum Denkmal für die erschossenen Freiheitskämpfer auf dem alten Friedhof. Man könnte aber auch die Kasematten einbinden.“ Er ist sich sicher, dass solche Ideen auch in der Stadtverwaltung auf offene Ohren stoßen müssten.

Interesse bei jungen Menschen wecken: Ein Touchscreen wie in der Schlackenwerth-Ausstellung im Rossihaus könnte die Erinnerungsstätte bereichern. Foto: Holger Siebnich

Als gelerntem und ehemaligem Pädagogen ist Kaufmann aber auch die Vermittlung der Inhalte wichtig. „Wir brauchen moderne Medien und digitale Inhalte“, so Kaufmann. Der Touchscreen in der Schlackenwerth-Ausstellung im Rossihaus ist in seinen Augen ein gutes Beispiel, wie junge Menschen ihre Interessen vertiefen können.

Die authentischen Orte sollen verstärkt eingebunden werden

Wann die Ideen Wirklichkeit werden, ist allerdings völlig offen. In zwei Jahren steht die 175-Jahr-Feier der Märzrevolution an, ein Jahr später wird die 1974 gegründete Erinnerungsstätte 50 Jahre alt. Elisabeth Thalhofer wäre froh, wenn es gelingen würde, zum Revolutionsjubiläum eine Neukonzeption der Dauerausstellung zu präsentieren. Daran werde bereits gearbeitet.

Auch Kaufmann hofft, dass es bis spätestens zum 50. Geburtstag des Freiheitsmuseums klappt, ein neues Konzept zu präsentieren. Das hält auch Tobias Herrmann vom Bundesarchiv in Koblenz für machbar: „Das Jubiläumsjahr ist eine sehr schöne Perspektive.“ Wann allerdings wirklich umgebaut werden kann, dazu will keiner der Beteiligten jetzt schon eine Prognose wagen.

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