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Diskussion um Öffnungszeiten

SPD sperrt sich gegen Sommerpause im Rastatter Hallenbad Alohra

Die Rastatter Stadtverwaltung würde das Hallenbad Alohra künftig im Sommer gern schließen, um Kosten zu sparen. Doch bei der vergangenen Sitzung des Technischen Ausschusses zeigte sich, dass das Thema reichlich Diskussionspotenzial hat.

Auf die Plätze, fertig, los: Das Alohra ist nicht nur ein Freizeitbad, sondern auch Trainings- und Wettkampfstätte für Vereine. Foto: Stephan Friedrich

Das Ringen um die Zukunft des Rastatter Hallenbads Alohra in den Sommermonaten geht weiter. Jetzt kündigte die SPD-Fraktion an, einer temporären Schließung nicht zuzustimmen.

Schon in der vergangenen Sitzung des Technischen Ausschusses hatte sich angedeutet, dass das Thema reichlich Diskussionspotenzial hat. Die Stadtverwaltung hatte den Vorschlag eingebracht, das Alohra künftig im Sommer zu schließen, und zwar von Ende Mai bis Mitte September.

In dieser Zeit soll den Besuchern allein das Freibad Natura zu Verfügung stehen. Die Stadtwerke erhoffen sich durch die vorübergehende Konzentration auf einen Standort Einsparungen in Höhe von mindestens 120.000 Euro netto, vor allem bei Personal- und Energiekosten.

Keine Entscheidung im Ausschuss gefallen

Der Technische Ausschuss hätte eigentlich eine entsprechende Empfehlung an den Gemeinderat aussprechen sollen, der für die endgültige Entscheidung zuständig ist. Doch dazu kam es nicht. Die anwesenden Stadtwerke-Vertreter mussten auf Nachfrage mehrerer Ausschussmitglieder eingestehen, dass im Vorfeld offenbar keine Gespräche mit den betroffenen Vereinen wie RTV und DLRG stattgefunden hatten, die das Hallenbad auch im Sommer nutzen.

Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch brach den Tagesordnungspunkt deshalb ab und gab den Stadtwerken als Hausaufgabe mit auf den Weg, bis zum Beschluss im Gemeinderat auszuarbeiten, ob es möglich sei, das Alohra im Sommer nur für Schulen und Vereine, aber nicht für die Öffentlichkeit zu betreiben.

Man kann eine Stadt auch schrittweise kaputtsparen.
Joachim Fischer, Fraktionsvorsitzender

Zumindest für die SPD wäre dieser Kompromiss allerdings nicht akzeptabel. Fraktionschef Joachim Fischer wird in einer Mitteilung mit den Worten zitiert: „Das Hallenbad gehört allen in Rastatt, und es muss auch für alle offen sein – auch von Mai bis September.“ Die SPD unterstellt der der Verwaltung eine „Salami-Taktik, unser Hallenbad scheibchenweise dicht zu machen“.

Hinzu komme der Umstand, dass gerade in diesem Jahr aus finanziellen Gründen und der allgemeinen Unsicherheit, ob Reisen überhaupt möglich seien, mit einem höheren Anteil von Daheimbleibenden zu rechnen sei. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nicole Maier-Rechenbach sagt: „Es kann doch nicht sein, dass diese Rastatterinnen und Rastatter dann vor dem Freibad Natura vor verschlossener Tür stehen, weil dort die zulässige Zahl an Besuchern erreicht und das Alohra geschlossen ist.“

Einsparung rechtfertigt aus Sicht der SPD keine Schließung

Die geschätzte Einsparung rechtfertige es aus Sicht der SPD nicht, das Hallenbad ein Drittel des Jahres zu schließen. Das Geld sei hingegen eine gute Investition in die Daseinsvorsorge, die Lebensqualität und das dringend notwendige Erlernen und Üben des Schwimmens gerade auch für Kinder. „Man kann eine Stadt auch schrittweise kaputtsparen – doch was spricht dann noch dafür, in unserer Stadt leben zu wollen?“, heißt es in der Mitteilung abschließend.

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