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Eröffnung war 1996

Gemeinde Steinmauern sucht neuen Platz für Flößereimuseum – Förderverein nicht in Suche einbezogen

Im Rathaus in Steinmauern ist für das Flößereimuseum kein Platz mehr. Die Gemeinde sucht einen neuen Standort. Doch der Förderverein des Museums ist nicht in die Suche miteinbezogen.

Flößer und Floß harren bei den Hoperwiesen der Dinge. Das derzeit geschlossene  Museum bekommt ein frisches Konzept verpasst.
Flößer und Floß harren bei den Hoperwiesen der Dinge. Das derzeit geschlossene Museum bekommt ein frisches Konzept verpasst. Foto: Helmut Heck

Abgesehen davon, dass die am Rande der Hoperwiesen hoch aufragende Flößerfigur die unter ihren Füßen gebündelte Fracht in die falsche Richtung steuert, dem Schwarzwald entgegen anstatt zum Rhein, erfüllt sie ihren wirklichen Zweck gut: Menschen die auf der Plittersdorfer Straße durch Steinmauern fahren auf das dazugehörige Museum hinzuweisen. 

Das Gewinnen von Aufmerksamkeit könnte in nicht allzu ferner Zeit um neue Formen bereichert werden. Es geht immerhin um nichts weniger als ein immaterielles Weltkulturerbe. Diesen Status bekam die urtümliche Transportmethode auf Wasserwegen vor zwei Jahren von der Unseco verliehen. Für Steinmauern ist es in erster Linie ein Ortskulturerbe, das man lebendig halten will. 

Momentan liegt die Zukunft des Flößereimuseums hinter einem Schleier. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurde er ein wenig gelupft. Viel zu erkennen war noch nicht. 

Ausstellung war im Dachgeschoß des Rathauses

Die im Frühjahr 1996 eröffnete Dauerausstellung war im Dachgeschoß des Rathauses untergebracht, angegliedert war eine kleine Abteilung über den Uhrmacher Karl-Julius-Späth. Wegen der derzeit anlaufenden Sanierung des Gebäudes musste ausgeräumt werden. An den alten Platz werden die Exponate nicht mehr zurückkehren. 

Aus den Räumen werden Verwaltungsbüros. Dass das Museum weitergeführt wird, stand nie in Frage. Wunsch war aber, eine andere Art der Präsentation zu finden. In der Ratssitzung wurde nun der erste Schritt gemacht. Auf der Tagesordnung stand die Beauftragung einer Grobkonzeption. 

Darin inbegriffen ist „das Sichten von Gebäuden und Außenanlagen“, war in der Verwaltungsvorlage zu lesen. Man ziehe verschiedene Objekte in Erwägung, auf Machbarkeit geprüft sei noch keines, hielt sich Bürgemeister Toni Hoffahrt (parteilos) diesbezüglich bedeckt. Ein festes Ziel scheint zu sein, das Thema der Flößerei für Interessierte sieben Tage in der Woche permanent zugänglich zu machen.

Das sei eine grundsätzliche Überlegung, ließ Hoffarth wissen. Ermöglicht soll dies seinen Worten zufolge in einem Freigelände, „vielleicht in den Hoperwiesen“. Dort gibt es schon eine Außenstelle des Museums mit Pavillon, gleich hinter der Flößerskulptur. Für Drinnen wie für Draußen, das machte Hoffarth deutlich, wird ein frischer modernen Auftritt angepeilt, „neue Techniken“ sollten zur Anwendung kommen. In den Unterlagen war von Multimedia die Rede. 

Inspiration von anderen Museen

Um Anregungen und Eindrücke zu bekommen, habe man mehrere Museen „abgeklappert“, welche im Pamina-Gebiet, aber auch außerhalb, beispielsweise die Geiserschmiede in Bühlertal. Diese Einrichtung hat offensichtlich besonders imponiert, was dazu beitrug, dass man den Ideengebern näherkam. 

Es handelt sich um das Büro Wegweiser in Sinzheim, ihre Arbeit in Bühlertal sei „sehr gelungen“, fand Hoffarth. Dem Gemeinderat wurde vorgeschlagen, die Firma mit der Planung des eigenen Vorhabens zu betrauen. Die Honorarvorstellung lautete auf 9.818 Euro. 

Nachfragen von Matthias Götz (CDU) und Julio Pardo Pose (WGS) galten der Einbeziehung des Fördervereins, der das Museum seit der Gründung betreut. Er wird von Gemeinderat Claus Flößer (WGS) geführt, der in der Sitzung entschuldigt fehlte. Der Vorstand sei informiert, sagte Hoffarth. 

Der richtige Zeitpunkt den Verein einzubinden, sei noch nicht gekommen. Es sollte erst klar werden, was man eigentlich wolle. Pardo Pose blieb unzufrieden. Dem Verein sollte nichts vorgesetzt werden, pochte er auf Beteiligung und merkte an, dass man bei der späteren Pflege eines Außenbereich Unterstützung des Vereins brauchen könnte. Andernfalls müsste der Bauhof ran. 

Reinhilde Weisenburger (CDU) blieb gelassen, die Vereinsverwaltung wisse Bescheid, man werde „etwas Gemeinsames“ schaffen. In der Vergangenheit habe sich „nicht viel entwickelt, versprach Hoffarth die Neukonzeption „mit Elan“ auf den Weg zu bringen. Der Gemeinderat stimmte der vorgeschlagenen Beauftragung fast einhellig zu. Pardo Pose enthielt sich. 

Ob der aus einem Baumstamm geformte Riesenflößer seinen Platz halten wird, bleibt abzuwarten. Seinen Vorgänger zumindest wird er bald überlebt haben, der war 2001 in Dienst gestellt worden. Elf Jahre später musste er wegen Gebrechlichkeit zur Ruhe gelegt werden. Der heutige Statthalter wurde im Juni 2013 aufgerichtet. 

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