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Feierstunde für Steinmauerns Bürgermeister

Steinmauerns Bürgermeister Schaaf wird zum Abschied Ehrenbürger

28 Jahre lang lenkte Siegfried Schaaf die Geschicke Steinmauerns. Nun tritt er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig ab. In einer Feierstunde wird deutlich, wie stark Schaaf seine Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten geprägt hat.

Die Urkunde in der Hand: Jörg Peter, stellvertretender Landrat (rechts), hat Siegfried Schaaf die Urkunde zum Ausscheiden aus dem Amt überreicht. Auch Ehefrau Brigitte freut sich. Foto: Hans-Jürgen Collet

Am Ende schafft er es doch nicht, stoisch zu bleiben: Bürgermeister Siegfried Schaaf bricht bei seiner Verabschiedung die Stimme, er kämpft mit den Tränen der Rührung: „Ich bin zutiefst dankbar für jeden Tag, den ich als Bürgermeister in Steinmauern erleben durfte.“

Auch, wenn er in den letzten Tagen vor dem Ruhestand ein wenig daran gezweifelt hat, ob ihm nach 28 Jahren doch noch alles entgleitet. Wie ein Kind vor Weihnachten, sei es gewesen. Überall konspirative Treffen und Geheimnisse. „Zum Ende deiner Amtszeit hast du weder das Rathaus, noch den Gemeinderat im Griff“, sei ihm durch den Kopf gegangen.

Doch das Ergebnis dieser Konspiration brachte den sonst so in sich ruhenden Schaaf aus der Fassung: Trotz Pandemiebeschränkungen stellte seine Verwaltung eine zweistündige Abschiedsfeier auf die Beine, die Veranstaltungen außerhalb von Corona in nichts nachstand.

Deine Arbeit war ein Segen, du warst ein Segen für Steinmauern.
Reinhilde Weisenburger, Bürgermeisterstellvertreterin

Zahlreiche Wegbegleiter aus Schaafs Zeit hatten sich in der Turn- und Festhalle eingefunden - auch solche, die wie der ehemalige Bundestagsabgeordnete Peter Götz selbst schon lange im Ruhestand sind, wie der ehemalige Landrat Jürgen Bäuerle immerhin schon ein Weilchen, oder wie der ebenfalls gerade scheidende Klinikums-Geschäftsführer Jürgen Jung just erst.

Nach einem filmischen Rückblick auf Siegfried Schaaf als viermaligen Wahlkämpfer, als Bürgermeister, als Mensch und schließlich der Lotse, der von Bord geht, zog Jörg Peter als Stellvertreter des erkrankten Landrats Toni Huber sinnbildlich die Hut vor den Entwicklungen, die Schaaf in den 28 Jahren als Bürgermeister angestoßen hat: „Chapeau. Eine tolle Leistung.“

Auch Rolf Spiegelhalder, Bürgermeister von Elchesheim-Illingen, Schaafs Nachfolger als Vorsitzender des Pamina-Rheinparks und als Vertreter des Gemeindetags auf der Bühne, dankte seinem Kollegen, der stets ein Vorbild für ihn gewesen sei: „Du bis ein bedachter Mensch, stets besonnen, hast Ideen und Visionen, bist in der Lage, die Menschen mitzunehmen, sie nicht nur von dir, sondern auch von deinen Ideen zu begeistern.“

Sehende Ovationen und Tränen der Rührung

Für die MÖBS-Gemeinden sprach Muggensturms Bürgermeister Dietmar Späth: „Du warst immer der Fels in der Brandung.“ Schaaf sei auch ohne große Worte für seine fachliche Qualitäten be- und anerkannt und habe viele Erfolgsprojekte auf den Weg gebracht. Etwa die Partnerschaft zur Schweizerischen Gemeinde Steinmaur, für die Gemeindepräsident Andreas Schellenberg persönlich Grüße und ein Präsent überbrachte.

Du warst der Fels in der Brandung.
Dietmar Späth, Bürgermeister Muggensturm

Pfarrer Albrecht Berbig ergriff das Wort für die beiden Kirchengemeinden und sparte nicht mit Lob: „Es ist so, als ob plötzlich feste Planungsvorgaben verloren gingen - die Sonne, der Mond oder aber ein heller Leitstern.“ Auch Günter Köppel, Sprecher der örtlichen Vereine, betonte die Verlässlichkeit, die Schaafs Wirken als Bürgermeister ausgemacht habe.

Reinhilde Weisenburger, die als Bürgermeisterstellvertreterin die Amtsgeschäfte führen wird, bis ein Nachfolger für Schaaf gefunden ist, sagte: „Deine Arbeit war ein Segen - du warst ein Segen für Steinmauern.“ Und so verlieh die Gemeinde erstmals die Ehrenbürgerwürde an einen sichtlich ergriffenen Schaaf.

Nach Vorführungen des Kindergartens und des Schülerhorts sowie Musik des Bläserensembles und der Combo von Hans Florian kam schließlich der inzwischen qua landrätlicher Urkunde schon aus dem Amt geschiedene Schaaf zu Wort: „Als bekennender Fan von Süßspeisen: Diese Worte gingen mir runter wie Honig.“ Sie hätten ihm gezeigt, dass doch nicht alles so daneben gewesen sein könne, was er angepackt habe. Und Schaaf wäre eben nicht der bescheidene Schaaf, den seine Vorredner skizziert hatten, wenn nicht auch er zahlreiche Dankesworte zu vergeben gehabt hätte:

An seine Mitstreiter auf allen Ebenen, der Verwaltung, den Vereinen und Kirchen, aber vor allem seine Familie. Stehende Ovationen erhält er bereits hier - und sie halten während seiner letzten Worte an: „Und so verabschiedet sich Ihr Siegfried Schaaf, Bürgermeister a.D.“

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