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Bürgergespräch in Steinmauern

Tempo 30 und Kulturpfad: Bürgermeisterkandidat Harald Reinhard stellt seine Ideen vor

Eine breite Palette von Ideen präsentierte Bürgermeisterkandidat Harald Reinhard bei einer Bürgergesprächsrunde in Steinmauern. Tempo 30 in der Ortsmitte zählt ebenso dazu wie ein Bildungs- oder Kulturpfad, eine Vereinsgeschäftsstelle oder auch ein Jugendbeirat.

Informativ und selbstsicher: Bürgermeisterkandidat Harald Reinhard stellte sich und seine Ideen bei einem Gespräch mit Bürgern in Steinmauern vor. Foto: Hans-Jürgen Collet

„Der Bessere soll gewinnen“. Harald Reinhard sieht das Rennen um das Bürgermeisteramt in Steinmauern sportlich. 90 Minuten lang breitet der Aspirant auf den Chefsessel im Rathaus vor etwa 20 Zuhörern im „BuonGusto“ einige seiner Ideen aus, falls er die Wahl am 25. Oktober gewinnen sollte.

Nein, ein Monolog soll es nicht werden, versichert Reinhard gleich zu Beginn. Gleichwohl spricht er erst einmal 45 Minuten lang selbstsicher und in freier Rede über das, was er in Steinmauern vorhat. Mehrfach betont der 54-Jährige, wie gut er die Gemeinde aufgestellt sieht, dass hier eine hohe Zufriedenheit herrsche und wie offen und freundlich ihm die Steinmauerner bei seinen bisherigen Hausbesuchen begegnet seien.

Gedämpfte Erwartungen beim Thema Umgehungsstraße

Nach seinem Solo-Vortrag, in dem er immer wieder die Erfolge in seiner früheren Bürgermeister-Tätigkeit in Buchenbach anklingen lässt, wagen die Zuhörer sich nur etwas zögerlich in die Fragerunde. Ob er mehr für die Jugend tun werde, wollte etwa eine Fragestellerin wissen. Reinhard könnte sich vorstellen, vielleicht ein schulübergreifendes Theaterstück zu inszenieren und hat das feste Ziel, einen Jugendbeirat zu installieren.

Bei der seit langem geforderten Umgehungsstraße dämpft Reinhard die Erwartungen: „Ich kann das nicht versprechen, denn die Straße würde durch ein FFH-Gebiet führen und das ist ein schwieriges Verfahren.“ Das Thema Dorfentwicklungsplan nimmt er zum Anlass, um zu betonen, dass die begonnenen Projekte mit Sicherheit fortgesetzt würden: „Es gibt keinen Grund auf die Bremse zu drücken bei Dingen, die der Gemeinderat gewollt hat.“

Vereine und Feuerwehr sollen Plattform bekommen

Im Blick auf das Freizeitangebot denkt der ehemalige Kulturdezernent und Schulleiter an einen Aktionstag , an dem Vereine und auch die Feuerwehr eine Plattform bekommen sollen, gerade auch Kinder und Jugendliche über ihre Arbeit zu informieren: „In Buchenbach war ein solcher Tag sehr erfolgreich“, unterstreicht Reinhard, der obendrein in Steinmauern eine spezielle Geschäftsstelle für Vereine und einen Neubürgerempfang einführen will, der nach seiner Einschätzung ohne allzu großen Aufwand organisiert werden könnte.

Jeder Fehler hat mich geärgert.
Harald Reinhard/ Bürgermeisterkandidat

Trotz aller Erfolge: Weshalb wurde Reinhard eigentlich in Buchenbach abgewählt? Auch bei dieser Frage gerät er nicht ins Stocken: „Ich war parteipolitisch zu neutral“, sagt er, führt aber als Hauptgrund an, dass „ich mich während meiner Amtszeit zwei Mal weg beworben hatte, nach Meßstetten und Trier, dafür bin ich bestraft worden.“

Die Bürger in Buchenbach seien mit seiner Arbeit allgemein zufrieden gewesen, nur habe sich das in dem Wahlergebnis nicht gezeigt. Aber: Reinhard („Als Bürgermeister muss man schwierige Fragen diplomatisch beantworten können“) zeigt sich durchaus selbstkritisch: „Keiner ist perfekt, jeder Fehler hat mich geärgert.“

Es ist gut, dass es zwei so unterschiedliche Bewerber gibt.
Harald Reinhard/ Bürgermeisterkandidat

Dass der gebürtige Franke, dessen Zungenschlag seine Herkunft eindeutig verrät, beim Blick in die Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs einigen Verbesserungsbedarf für Steinmauern sieht, streicht er ebenfalls heraus. Auch macht er keinen Hehl daraus, die Geschwindigkeit in der Ortsmitte auf 30 Stundenkilometer drosseln zu wollen.

Patenschaften für die Baumpflege

Dass durch den Wechsel von 45 Kindern vom Kindergarten in die Grundschule dort eine Zweizügigkeit geschaffen werden könne, hält Reinhard für „ganz toll“. Was den Bereich der Ökologie betrifft, denke er daran, Patenschaften für die Pflege von Bäumen anzubieten. Und die Wohnungssituation? „Wir sollten versuchen, Baulücken zu schließen und auch die Nachverdichtung ist wichtig, aber da müssen die Bürger mit einbezogen werden.“

Im Blick auf das kulturelle Leben der Gemeinde könnte sich der Bürgermeisterkandidat einen „Bildungs- oder Kulturpfad“ im Ort vorstellen. Dass im Gemeinderat ergebnisoffen und bürgernah gearbeitet werden soll, versichert Reinhard („Mein Status ist arbeitssuchend“) ebenso und lenkt am Ende den Blick nochmals auf den 25. Oktober: „Es ist schon gut, dass es zwei so unterschiedliche Bewerber hier gibt und die Leute wirklich eine Wahl haben.“

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