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Entscheidung soll am 30. Dezember fallen

Kaufland-Übernahme: Rastatter Real-Mitarbeitern hoffen auf Ende der Verhandlungen

Nur einzelne Real-Mitarbeiter bangen noch immer um ihren Arbeitsplatz. Nach Angaben der stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Marion König soll in der Rastatter Filiale nie die Frage aufgekommen sein, ob das Kaufhaus schließt oder nicht. Damit widerspricht sie dem Bezirkshandelssekretär von Verdi.

Viel Verkehr. Die Rastatter Real-Filiale hat eine breite Käuferschicht und ein großes Einzugsgebiet. Das zeigt auf der Blick auf den Parkplatz. Foto: Hans-Jürgen Collet

Das Bundeskartellamt prüft aktuell die Kaufland-Übernahme von 101 Real-Standorten. Eine Entscheidung darüber soll voraussichtlich am 30. Dezember fallen. Dann wissen auch die Rastatter Real-Mitarbeiter unter welchem Firmen-Logo es für sie künftig weitergehen wird.

„In unserem Haus ist keineswegs irgendwann in diesem Prozess die Frage aufgekommen, ob unser Haus schließt oder nicht“, sagt die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Rastatter Filiale, Marion König. Die Geschäfte in der Filiale laufen ihr zufolge wirklich gut.

Wir wären alle froh, dass es vorbei wären.
Marion König, Betriebsrätin

Die Stimmung in der Belegschaft habe sich mittlerweile gebessert, ist aber immer noch angespannt, weil man sich ein Ende der Situation herbei hoffe. „Wir wären alle froh, wenn die Verhandlungen vorbei sind“, sagt sie. Das sei für alle Beschäftigte gleichermaßen zermürbend. Nur einzelne Mitarbeiter würden nach wie vor um ihren Arbeitsplatz fürchten.

Betriebsrätin widerspricht Bezirkshandelssekretär

Damit widerspricht die Betriebsrätin Thomas Schark, dem Bezirkshandelssekretär von Verdi. Nach der Zerschlagung der SB-Warenhauskette Real ist es Schark zufolge jeden Monat darum gegangen, ob die Filiale weiter bestehen wird und wer der Käufer ist.

Er räumt auf Nachfrage unserer Redaktion ein, dass er sich mit dem Betriebsrat in Rastatt hätte abstimmen sollen. „Leider ist nicht immer alles so, wie es den Anschein hat“, sagt er. Auch Schark ist froh, wenn diese Hängepartie möglichst schnell zu Ende geht.

Ferner widerspricht König auch den Angaben Scharks, dass Leiharbeiter von Fremdfirmen nicht unter Personalkosten abgerechnet wurden. „Leiharbeiter haben andere Vorteile“, meint König und bezieht sich auf die Rastatter Filiale. Real hätte so beispielsweise keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall leisten oder Urlaubstage kompensieren müssen.

In diesem Punkt präzisiert der Verdi-Bezirkshandelssekretär seine Aussage. Dass Leiharbeiter nicht unter Personalkosten ausgewiesen worden seien, habe Real in einigen Filialen bundesweit praktiziert. Das muss bei der Rastatter Filiale laut Schark nicht der Fall gewesen sein.

Die SB-Warenhauskette Real wurde von der Metro im Frühjahr dieses Jahres an den russischen Finanzinvestor SCP verkauft. Dieser hat die Kette zerschlagen und angekündigt Teile an die Mitbewerber Kaufland und Edeka zu verkaufen.

Kaufland wiegelt ab

Kaufland bestätigt, dass das Unternehmen weiter an einer „hohen zweistelligen Anzahl an Real-Märkten interessiert ist“. Bei Standorten wiegelt das Unternehmen ab: „Über Details und einzelne Standorte können wir – auch aus Verantwortung gegenüber den betroffenen Mitarbeitern – erst sprechen, wenn die kartellrechtlichen Prüfungen abgeschlossen sind“, sagt Alisa Götzinger, Pressesprecherin bei Kaufland.

Kaufland ist Teil der Schwarz-Gruppe in Neckarsulm, zu der auch Lidl gehört. Die Schwarz-Gruppe ist mit einem Umsatz von etwa 113,3 Milliarden Euro europaweit der mit Abstand größte Lebensmitteleinzelhändler.

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