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Veränderungen in der Tierwelt

Stunde der Gartenvögel: Nabu lädt auch in Rastatt zu Aktionswochenende mit Vogelzählung

Der Naturschutzbund (Nabu) lädt vom 13. bis 15. Mai zu seinem Aktionswochenende mit Vogelzählung ein. Über die bundesweite Mitmach-Aktion informierten Nabu-Artenschutzreferent Martin Klatt und Kollegin Anita Beha im Rastatter Schlosspark.

Bei einem Pressetermin im Schlosspark informieren Martin Klatt und Anita Beha über das bundesweite NABU-Aktionswochenende „Stunde der Gartenvögel“. Foto: Ralf Joachim Kraft

Vögel beobachten, zählen, notieren, melden und dabei auch noch Preise gewinnen: Das können Naturliebhaber bei der „Stunde der Gartenvögel“. Das jährliche Aktionswochenende des Naturschutzbunds (Nabu) Deutschland geht in diesem Jahr in seine 18. Auflage. Die Vogelzählung findet von Freitag bis Sonntag, 13. bis 15. Mai, statt.

Über die bundesweite Mitmach-Aktion für Jedermann und die Methodik des Zählens informierte Martin Klatt zusammen mit seiner Kollegin Anita Beha bei einem Pressetermin der besonderen Art. Der Diplombiologe, Leiter des Umweltzentrums Rastatt und Referent für Arten- und Biotopschutz beim Nabu, hatte ein Treffen im Rastatter Schlosspark vorgeschlagen.

Seine Idee: Eine Generalprobe mit Presse. Das zwischen 14 und 15 Uhr erzielte Ergebnis war verblüffend. 15 Vogelarten konnten in dieser Zeit entdeckt werden. Etliche erkannte Klatt an ihrem Aussehen, die meisten aber an ihrem Gesang. „Den präge ich mir durch Merksprüche und Eselsbrücken ein“, erzählte der Artenschutzreferent.

Um ihn herum rief derweil der Kohlmeisen-Mann nach Gemahlin „Judith“ und der Buchfink trällerte „B-b-b-b-bring mir ein Glas mit Weizenbier“. Eine Amsel flötete mit tiefem, warmem Timbre ihre liebliche Melodie und beim Parkplatz an der benachbarten Ludwigsfeste krächzten die Saatkrähen in stattlicher Zahl. Auch Spatzen, Grauschnäpper, Grünfinken, Girlitze und Mönchsgrasmücken stimmten ins vielstimmige Mittagskonzert mit ein.

Ziel ist möglichst genaues Bild der Vogelwelt im Siedlungsbereich

Ziel der bundesweiten Aktion sei es, ein möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in den Städten und Dörfern zu erhalten, berichtete Klatt. Durch ihre beiden Vogelzählungen – es gibt auch noch die „Stunde der Wintervögel“ im Januar – fänden die Naturschützer heraus, um welche Arten sie sich besonders kümmern müssen.

Neben dem Gewinn wissenschaftlicher Erkenntnisse gebe es einen pädagogischen Aspekt. „Denn wir möchten möglichst viele Menschen für die Natur und die Vogelwelt vor ihrer Haustür begeistern“, so Klatt.

An der niederschwelligen Aktion teilnehmen darf jeder, der Lust hat, eine Stunde lang Vögel zu zählen – egal ob im eigenen Garten, vom Balkon aus oder im nahen Park. Es gehe dabei vordringlich darum, schleichende Veränderungen der Vogelbestände festzustellen. Es sei indes nicht das Ziel, die Tiere vollständig zu erfassen. „Von jeder Vogelart gilt es die höchste Anzahl an Individuen zu notieren, die während der Zählstunde gleichzeitig entdeckt werden“, erklärte Anita Beha.

„So lässt sich vermeiden, dass Vögel, die wegfliegen und wiederkommen, doppelt gezählt werden. Notiert würden auch vorbeifliegende Vögel einzeln oder in Schwärmen. Wer die Tiere nur hört und sie zuordnen kann, notiert diese ebenfalls.“ Je mehr Menschen sich am Aktionswochenende beteiligen, desto aussagekräftiger würden die Ergebnisse dieses Langzeitprojekts.

Wie aus einer Auswertung zur „Stunde der Gartenvögel“ hervorgeht, waren Haussperling, Feldsperling, Amsel, Kohlmeise, Star und Blaumeise die am häufigsten gemeldeten Vogelarten in den vergangenen fünf Jahren. Sowohl bundes- als auch landesweit hat sich in den Corona-Jahren 2020 und 2021 die Anzahl der beteiligten Gärten und der dort gezählten Vögel im Vergleich mit den Vorjahren mehr als verdoppelt.

Spatzen, Amseln, Stare und Meisen sind die häufigsten Vogelarten

Und wie geht es unseren Vögeln derzeit? Klatt: „Während einige Arten wie der Feldsperling und die Ringeltaube zu den Gewinnern gehören, sind die Bestände des Mauerseglers und der Mehlschwalbe dramatisch gesunken.“ Den Insektenjägern mangele es an Futter.

Den Waldvögeln gehe es vergleichsweise gut, den Vögeln der Feldflur aber sehr schlecht. Grund dafür sei der „ungehemmte Umgang mit der Landschaft“. Die heimischen Gärten bezeichnet Klatt als „Rückzugsräume, in denen die Bestände relativ stabil sind.“ Allerdings nur „solange hier keine Steinwüsten entstehen“, wie er sagt.

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