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Der ÖPNV wäre auch nicht schneller

Täglich 23 Kilometer mit dem Rad? BNN-Redakteur erklärt, worauf es im Herbst ankommt

Es ist dunkel, kalt und manchmal auch nass: Radfahren im Herbst und Winter ist nicht immer vergnügungssteuerpflichtig. Doch aus Sicht von BNN-Redakteur Holger Siebnich gibt es nichts Besseres, um den Kopf freizubekommen. Während Fahrten in Bus und Zug in Pandemie-Zeiten den Stresspegel erhöhen, warten auf Radwegen nach Sonnenuntergang tierische Begegnungen.

Beste Bedingungen: Der Herbst ist trockener als sein Ruf. Foto: Hans-Jürgen Collet

Zwei Augen leuchten in Dunkelheit vor mir auf dem Radweg auf. Das Reh starrt mich an, verharrt eine Sekunde und schlägt sich dann in Büsche. Es ist der dritte Abend in Folge, dass ein solches Tier auf der Heimfahrt im Kegel meines Radlichts steht. Wer das Fahrrad am Ende des Sommers nicht einmottet, kann sich regelmäßig über solche Begegnungen freuen. Und noch über viele mehr. Es wäre eine Vergeudung, den Drahtesel in den Winterschlaf zu schicken. Nicht nur wegen Corona.

Klar: Manchmal frage ich mich schon, warum ich mir das antue. Wenn mir der Herbstwind so stark ins Gesicht bläst, dass mir die Augen tränen. Oder wenn der Himmel seine Schleusen öffnet und ein eiskalter Platzregen auf mich einprasselt. Bambi kann nicht über alles hinwegtrösten. Aber die Glücksmomente überwiegen. Die Reifen meines Fahrrads summen auf dem Asphalt. Ich gleite als einsamer Cowboy unterm Sternenhimmel durch die kalte Nacht.

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