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Aktionsstand in Rastatt

tête-à-tête-Videos sollen Trost in Corona-Krise spenden

Nach der Absage des Straßentheaterfestivals tête-à-tête in Rastatt wegen des Coronavirus können Interessenten an einem Aktionsstand auf dem Marktplatz bis zum Wochenende zumindest in Erinnerungen schwelgen. Fotos und Videos liefern Eindrücke von dem Festival aus den vergangenen Jahren.

Rückblicke: Am Aktionsstand auf dem Rastatter Marktplatz können sich Besucher an die zurückliegenden tête-à-tête-Veranstaltungen erinnern. Foto: Hans-Jürgen Collet

Das Publikum strömt in Massen zum tête-à-tête, an vielerlei Stellen in der Innenstadt zieht jene ganz eigene Mixtur aus Akrobatik, Clownerie, Slapstick, Tanz und Kleinkunst die Besucher in ihren Bann. Genau dieses Szenario hätte eigentlich in diesen Tagen Rastatt wieder einmal zu einem Fixpunkt der Straßentheaterszene machen sollen. Aber: Die Corona-Krise hat eben auch diese Planungen ausgebremst.

Immerhin: Völlig verzichten müssen die Fans von tête-à-tête nicht auf jenes Ereignis, das gemeinhin zu den herausragenden Besuchermagneten Rastatts zählt: This Maag, ein Comedy-Künstler aus der Schweiz, tritt am Samstag in der Reithalle auf.

Ansonsten dürfen die Besucher des noch bis zum kommenden Samstag auf dem Marktplatz aufgebauten Aktionsstandes statt reale Schmankerl aus der Straßentheater-Szene zu genießen zumindest in Erinnerungen schwelgen.

Auf großen LED-Bildschirmen werden dort zahlreiche Szenen aus den tête-à-tête-Beiträgen der vergangenen Jahren ins Gedächtnis gerufen – natürlich auch mit dem Blick auf die begeisterten Menschentrauben, die stets jene unverwechselbare Atmosphäre schaffen.

Trost-Buttons können in der Corona-Krise erworben werden

Ganz so schön wie bei vielen eingespielten Szenen war das Wetter auf dem Marktplatz am Dienstag nun noch nicht. Kerstin Nippraschk, die Vorsitzende des Fördervereins tête-à-tête, stand mit ihren Helfern bereit, nicht nur um für so genannte Trost-Buttons zu werben und damit einen kleinen Beitrag zur Finanzierung des nächsten Festivals zu leisten.

„Für das Rastatter Kulturleben und auch für die Tourismusbranche ist der Ausfall in diesem Jahr ein ganz beträchtlicher Verlust“, sagt Nippraschk. Harald Grimm aus dem Helferkreis des Fördervereins pflichtet bei: „Rastatt hat nicht so viele große Ereignisse und dieses Festival wirkt weit über die Stadtgrenzen hinaus.“ Genau diese Einschätzung verdeutlichen auch die Video-Botschaften, die zwischendurch immer wieder auf den Bildschirmen am Aktionsstand eingespielt werden.

Musikalische Grüße von Stadtrat Walter

Stadtrat Roland Walter dokumentiert dort etwa seine Verbundenheit zu dem Straßentheaterfestival auf musikalischem Wege und mit der Erkenntnis: „Rastatt ohne tête-à-tête, das ist ziemlich blöd“. Zugleich lässt er keinen Zweifel, dass ein „Geister-tête-à-tête gar nicht geht“.

tête-à-tête: Künstler melden sich zu Wort

Die Volleyballer des Rastatter TV bekunden ihre Freude auf die nächste Festival-Auflage ebenfalls per Video in entspannter, gemeinschaftlicher Runde und versichern: „Wir freuen uns darauf“. Derweil melden sich aber auch viele Künstler per Video zu Wort, die um diese Zeit eigentlich in Rastatt zu Gast gewesen wären.

„Das einzig Positive ist, ich kann jetzt noch ein wenig üben“, lässt einer von ihnen wissen, der gerade versucht, auf einem Seil zu balancieren. Und ein anderer fasst seine Festivaleindrücke aus der Vergangenheit auf prägnante Weise zusammen: „Das Straßentheater macht Rastatt noch viel größer als es ist.“

Erlös der verkauften Postkarten für den Verein Feuervogel

Neben den Trost-Buttons gibt es an dem Aktionsstand auch Postkarten mit Fotomotiven aus der Rastatter tête-à-tête-Geschichte. „Sie sind gegen eine Spende zu erwerben, jedem bleibt aber selbst überlassen, wie viel er bezahlen will“, sagt Kerstin Nippraschk.

Der Erlös dient dem Rastatter Verein Feuervogel, der sich für ein selbst bestimmtes Leben, frei von sexueller Gewalt einsetzt. „Damit wollen wir auch Solidarität zeigen für diese soziale Einrichtung“, wie Nippraschk betont.

Fotoausstellung im Schnick-Schnack

Eine Fotoausstellung zu tête-à-tête, zusammen gestellt von der SG Stern, ist im Übrigen noch bis Ende Juli im Niederbühler „Schnick-Schnack“ zu sehen. Der seit 1998 bestehende Förderverein tête-à-tête der zu jedem Festival etwa 18.000 Euro beisteuert, verfügt nach Angaben von Nippraschk derzeit über 930 Mitglieder.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Überblick

„Die Zahl bleibt dabei ziemlich konstant, am Anfang eines Festivaljahres kommen immer etliche Leute hinzu, danach treten einige, oft aus Altersgründen aus.“

Der Aktionsstand auf dem Marktplatz ist bis Freitag dieser Woche jeweils von 12 bis 18 Uhr geöffnet, am Samstag von 10 bis 18 Uhr.

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