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Tierquälerei

Totgetretener Igel in Rastatt: Firma setzt Belohnung für Hinweise aus

Fünf Männer sollen im Rastatter Schlosspark einen Igel wie einen Fußball getreten haben. Das Tier starb. Ein Futtermittelherstelller hat jetzt eine Belohnung für Hinweise auf die Täter ausgesetzt.

Steht unter Naturschutz: Fünf junge Männer sollen im Rastatter Schlosspark einen Igel wie eine Fußball getreten haben. Foto: Klatt

Markus Olberts ist fassungslos: „Wie verroht kann man sein?” Der Fall des totgetreten Igels im Rastatter Schlosspark hat sich bis zu ihm ins rheinland-pfälzische Langenhahn verbreitet. Olberts leitet dort das Unternehmen „Markus Mühle”, das Futter für Hunde und Katzen produziert. Olberts will helfen, die Tierquäler zu finden. Die Firma hat eine Belohnung von 2.000 Euro ausgesetzt.

Nachdem unsere Redaktion in der vergangenen Woche erneut über den Fall berichtet hatte, schlug er bundesweit Wellen. Die Deutsche Presseagentur griff das Thema auf, so dass sich die Geschichte in vielen überregionalen Medien niederschlug.

Eine Frau hatte im Juli beobachtet, wie fünf junge Männer im Schlosspark einen Igel als Fußball missbrauchten. Die Zeugin ging dazwischen und brachte das Tier zur Auffangstation nach Bischweier, wo der Igel allerdings seinen schweren Verletzungen erlag.

Es ist nicht der erste Fall, in den sich Olberst mit seinem Unternehmen einschaltet. Vor einigen Jahren setzte der Familienbetrieb mit rund 90 Mitarbeitern schon einmal eine hohe Belohnung aus. Damals hatte ein Jäger einen Wolf im Westerwald erschossen, der sich dort wieder angesiedelt hatte. „Der hat das Tier einfach im Wald liegenlassen”, sagt der Geschäftsführer. 5.000 Euro versprach „Markus Mühle” damals demjenigen, der den entscheidenden Hinweis liefert. Mit Erfolg: „Der Täter wurde damals gefasst”, sagt Olberts.

Polizei ist nach wie vor auf der Suche nach den Tätern

Im Rastatter Fall hat die Polizei die Täter nach wie vor nicht ermitteln können. Die Zeugin hatte ihre Erlebnisse in Facebook öffentlich gemacht und dort auch geschildert, dass die Männer sie umkreist und sich in einer fremden Sprache unterhalten hätten. „Ich rechnete mit dem schlimmsten was mir passieren kann...”, schrieb sie. Nachdem sie mit der Polizei gedroht habe, suchten die Männer schließlich das Weite.

Olberts hofft, dass sie bald gefasst werden. In den sozialen Netzwerken haben sich auch weitere Personen zu Wort gemeldet und eine Belohnung in Aussicht gestellt. Der Rastatter Kampfsportler Markus Fuckner teilte den Beitrag der Badischen Neuesten Nachrichten mit dem Hinweis, sein Sponsor zahle für Hinweise ebenfalls 250 Euro. Andere Nutzer sagten zu, noch etwas drauf zu legen.

Unternehmen will Geld alternativ der Igelstation Bischweier spenden

Von den Behörden ist allerdings nicht geplant, die Belohnungen zu kanalisieren und ihre etwaige Übergabe zu koordinieren. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Baden-Baden sagt über die Initiative des rheinland-pfälzischen Futtermittelherstellers: „Das muss das Unternehmen in Eigenverantwortung selbst übernehmen.”

Sollten die Täter nicht gefasst werden, will sich Olberts trotzdem für den Tierschutz in der Region engagieren. „Dann spenden wir das Geld an die Igelstation in Bischweier”, kündigt er an. Dort hatte sich Betreiberin Anja Starck um das verletzte Tier gekümmert. Sie zollte der Zeugin, die sich zwischen Tier und Täter gestellt hatte, großen Respekt: „Hut ab vor der Frau! Endlich zeigt mal jemand Zivilcourage.”

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