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Keine Kurse im November

Trampolin-Kurs beim Turnverein Rastatt Rheinau ist ein Kalorienkiller

Beim Trendsport Jumping springt man auf einem Trampolin zum Rhythmus der Musik. Der Sport ist ein echter Kalorienkiller, gelenkschonend und garantiert muskelkaterfrei.

Koordinativ anspruchsvoll: Arme und Beine werden beim Trampolinspringen zum Rhythmus der Musik bewegt. Foto: Hans-Jürgen Collet

Vor dem ersten Sprung in der Halle des Turnvereins Rastatt-Rheinau geht es erst einmal über die Umkleide rein in die Duschen. Aus Platzmangel stehen hier zehn neue Mini-Trampoline. Seit Anfang des Jahres bietet der Verein Kurse im Trendsport Jumping an. Dabei springen die Teilnehmer zum Takt der Musik auf dem Trampolin herum. Was sich einfach anhört, ist eine schweißtreibende Angelegenheit und ein echter Kalorienkiller.

Jumping ist super für Kraft und Ausdauer.
Melina Zeich / Jumping-Kursleiterin

Melina Zeich dreht die Musik auf und hüpft in die Mitte des Trampolins. „Ihr müsst in das Trampolin reinspringen wie in eine Pfütze“, ruft sie und lacht. Die junge Frau mit dem rosa Sport-Top leitet den Kurs. Für manch eine der sieben erwachsenen Teilnehmerinnen ist die kindliche Unbeschwertheit eines Pfützensprungs ganz schön schwierig. Nicht so für Ida. Mit ihren elf Jahren ist sie die jüngste Teilnehmerin. Bei ihr sieht alles völlig leicht aus. In ihrer Freizeit springt sie Seil und tanzt. Ida fühlt den Takt der Musik, die Schritte und Sprünge auf dem Trampolin kommen dann fast von selbst.

Gemeinschaftsport: Jumping lebt von der Gruppendynamik. Foto: Hans-Jürgen Collet

Zwei Trampoline weiter hat Aysel Yildirim so ihre Schwierigkeiten, Arme und Beine passend zur Musik zu koordinieren. Die 47-Jährige hält sich mit ihren Händen an einer Art Lenker fest, der mit einem Stab am Rand des Trampolins angebracht ist. Der Oberkörper ist leicht nach vorne gebeugt, die Beine hüftbreit — genau so, wie Kursleiterin Zeich es erklärt hat. „Jetzt springt mal so hoch wie ihr könnt“, ruft Zeich und hebt leichtfüßig von der Sprungmatte ab.

Jumping ist für mich immer eine kleine Party.
Melina Zeich / Jumping-Kursleiterin

Beim Springen auf der Stelle entspannen sich die Gesichter der Teilnehmerinnen. Dann sagt Zeich wieder eine Schritt-Sprung-Arme-Folge an: Sprung nach rechts, Arme mitnehmen, dann nach links, Wechsel, marschieren, dann die Knie abwechselnd hochnehmen. Jetzt zwei Sprünge auf dem rechten Bein, dann auf dem linken, nach vorne, hinten. Wie jetzt nochmal? Aysel Yildirim schaut verwirrt, wirft einen Blick nach rechts zu Caroline Kraus. Sie bringen die Schrittfolgen nicht aus dem Tritt. „Ich bin zwar ein Jahr lang nicht mehr gejumpt, habe aber schon mal an einem Trampolin-Kurs teilgenommen“, erzählt die 39-Jährige nach dem Training. Jumping mache richtig Spaß und das Allerbeste: „Man bekommt keinen Muskelkater.“

Und das, obwohl beim Jumping 400 Muskeln gefordert werden, wie Melina Zeich sagt. Besonders trainiert würden Beine, Rücken und Arme. Außerdem verbrenne der Sportler doppelt so viele Kalorien wie beim Joggen. „Jumping ist super für Kraft und Ausdauer“, sagt Zeich, die ihre Ausbildung zur Jumping-Kursleiterin vor gut einem Jahr abgeschlossen hat. Früher hat sie Hip-Hop-Kurse gegeben. Auch fürs Trampolin kreiert sie Choreografien. Die übe sie davor zuhause ein. Ihre Mutter oder ihre Schwester würden die Schrittfolgen dann testen. Manchmal muss auch der Freund ran.

Nach dem Training: wird noch gedehnt. Foto: Hans-Jürgen Collet

In ihren Kursen sind Männer aber Exoten, sagt die Trainerin und grinst. Sie würden das mit der Koordination von Armen und Beinen oft nicht so gut hinbekommen. In diesem Kurs, dem letzten vor dem Corona-Lockdown, sind nur Frauen. Ihr Alter liege zwischen 25 und 50 Jahren, sagt Zeich. Aber Jumping sei keine Frage des Alters: „Der Sport ist sehr gelenkschonend. Meine Oma hat auch schon mitgemacht, die ist 78 Jahre alt.“

Für Zeich ist Jumping „immer eine kleine Party“. Ihre Leidenschaft mit ihren Kursteilnehmern zu teilen, mache sie glücklich: „Es ist ein absoluter Gruppensport.“ Caroline Kraus sieht das genauso: „Mit der Gemeinschaft macht es viel mehr Spaß.“ Doch damit ist mit dem zweiten Corona-Lockdown ab dem 2. November erst einmal Schluss. Vielleicht macht Ida dann wieder Videos für die Vereinsmitglieder, wie während des ersten Lockdowns. Aysel Yildirim würde sich auf jeden Fall freuen: „Das mit dem Gleichgewicht ist zwar noch ungewohnt für mich, aber mein erstes Jumpen wird nicht das letzte gewesen sein.“

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