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Bahn kündigt Pressekonferenz statt Spatenstich an

Umbau des Rastatter Bahnhofs könnte sich verzögern

Es hätte der Schlusspunkt hinter eine schier unendliche Geschichte werden sollen: Für den 3. Dezember war der Spatenstich für den Umbau des Rastatter Bahnhofs geplant. Doch der Termin findet nicht statt. Offenbar verzögert sich der Start des Großprojekts. Die Deutsche Bahn gibt sich zugeknöpft.

Gewohnter Anblick am Bahnhof Rastatt: Eine Frau schleppt einen Kinderwagen über die steile Treppe hoch zum Bahnsteig. Foto: Hans-Jürgen Collet

Der 3. Dezember hätte zum Festtag für die Stadt Rastatt werden sollen. Geplant war ein großer Bahnhof am Bahnhof. Mit dem Spatenstich hätte der lange geplante barrierefreie Umbau von Stegen und Gleiszugängen beginnen sollen. Doch offenbar verzögert sich der Startschuss. Die Deutsche Bahn (DB) gibt sich zugeknöpft.

Vor dem Spatenstich hatte der Konzern für diesen Freitag eine öffentliche Informationsveranstaltung vorgesehen. Wegen der Corona-Pandemie hätte diese allerdings ohnehin nicht stattfinden können. Einen alternativen Fahrplan mit Details zum Großprojekt hat der DB-Konzern bislang nicht bekanntgegeben.

Wir bitten um ein klein wenig Geduld.
Eine Sprecherin, Deutsche Bahn

Mit etwas mehr Informationen kann die Rastatter Stadtverwaltung aufwarten. Sprecherin Heike Dießelberg sagt, dass sowohl die Informationsveranstaltung als auch der Baubeginn ins Frühjahr 2021 verlegt worden seien. Mit dieser Aussage konfrontiert, antwortet eine Bahnsprecherin in Stuttgart wortkarg mit einem Satz: „Es gibt hier keine Verzögerung.“ Weitere Details nennt sie nicht und verweist auf einen geplanten Pressetermin in den nächsten Tagen: „Wir bitten um ein klein wenig Geduld.“

Dießelberg kann diese Aussage mit der Information unterfüttern, wonach die Bahn am Donnerstag, 3. Dezember, eine telefonische Presseskonferenz zum Rastatter Bahnhof plant – also an jenem Tag, an dem eigentlich der Spatenstich hätte stattfinden sollen. Bis dahin bleibt offen, wann genau das Großprojekt nun starten soll. Die DB hatte die Planungsunterlagen im November 2018 beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingereicht. Seit Ende Juni liegt das Planrecht vor.

Täglich wuchten Reisende Gepäck und Fahrräder die Treppe runter

Dass der Rastatter Bahnhof schon lang nicht mehr den Anforderungen genügt, wird bei fast jeder Zug-Ankunft oder -Abfahrt deutlich. Da keine Aufzüge vorhanden sind, wuchten täglich viele Reisende schweres Gepäck, Fahrräder oder Kinderwägen die Treppen hoch und runter. Regelmäßig kommt es zu brenzligen Situationen, wenn Rollstuhlfahrer über die steilen Stufen getragen werden müssen. Einer breiten Öffentlichkeit weit über die Region hinaus wurde dieser Umstand bei der Havarie des Rastatter Tunnels im Jahr 2017 bewusst. Über Wochen hinweg mussten täglich tausende Pendler und Fernreisende in Rastatt in Busse umsteigen.

Um dieses Problem zu lösen, will die Bahn einen Steg errichten, der die Gleise miteinander verbindet und mit Aufzügen ausgestattet ist. Außerdem sollen die Bahnsteige erhöht werden, so dass ein barrierefreier Ein- und Ausstieg möglich ist. Die Bahnsteige erhalten darüber hinaus eine neue Ausstattung mit Wetterschutzanlagen und Mobiliar sowie ein taktiles Blindenleitsystem. Auch eine neue Beleuchtungsanlage ist geplant. Das Bahnhofsgebäude soll ebenfalls barrierefrei zugänglich werden.

Der bisherige Zeitplan sah vor, dass die Arbeiten bis Ende 2023 abgeschlossen sein sollen. Ob es nun zu Verzögerungen kommt, kann die Bahn hoffentlich in der kommenden Woche aufklären.

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