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Böswillige Zerstörungswut

Unbekannte zermatschen Halloween-Kürbis von Ottersdorfer Erstklässlern

Eltern und Erzieher sind fassungslos: Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch einen Kürbis vor dem Ottersdorfer Schülerhort gestohlen. Übrig blieb nur Matsch. Auch in den Sozialen Medien reagieren die Rastatter über diese Skrupellosigkeit mit Unverständnis.

Da grinst er noch: So begrüßte der beleuchtete Halloween-Kürbis mit Geistermotiv die Kinder des Schülerhorts jeden Morgen bevor er zerstört wurde. Foto: Kirsten Ernst

Ein zermatschter, orangefarbener Fleck und ein bisschen Schale auf dem Asphalt – mehr ist nicht geblieben vom Halloween-Kürbis der beiden Erstklässler Mika und Leo. Kinder, Erzieher und Eltern des Schülerhortes in Ottersdorf sind enttäuscht. Auch die Rastatter reagieren in den Sozialen Medien verärgert über die Zerstörungswut der Unbekannten.

Vor einer Woche haben die Kinder des Horts gemeinsam mit Erzieherin Christina Ams mehreren Kürbissen lustige Fratzen verpasst. „Mein Sohn Leo ist sieben Jahre alt und neu im Hort. Er hat mir am Freitag ganz stolz berichtet, dass er mit seinem Kumpel Mika, der ein Jahr jünger ist, einen Kürbis geschnitzt hat“, sagt Mutter Kirsten Ernst im Gespräch mit der Rastatter BNN-Redaktion. Für Kinder in dem Alter sei es eine Leistung so einen Kürbis selbstständig vorzumalen, auszuhöhlen und zu schnitzen.

Die Kürbisse der Hort-Kinder wurden sogar auf dem Elternabend präsentiert und im ganzen Hort-Gebäude verteilt. Einer sollte Besucher am Eingang begrüßen. Am Montagmorgen ging Leo begleitet von Mama und Oma zur Schule. Da habe die Familie begeistert entdeckt, dass Leos Kürbis für den Eingangsbereich ausgewählt worden war, während alle anderen im Hort-Haus verteilt wurden, erzählt Ernst.

Making of: Die Erstklässler Leo und Mika zaubern ihrem Halloweenkürbis ein Lächeln aufs Gesicht. Foto: Sonja Kinz

Jeden Morgen, wenn es noch dunkel war, habe der Kürbis die Kinder fröhlich leuchtend begrüßt, sagt Erzieherin Sonja Kinz. „Und dann war er einfach weg. Wir dachten erst, den hat irgendwer geklaut.“ Aber als die Sonne langsam aufging, habe die Gruppe vom Fenster oben aus gesehen, dass etwas Orangefarbenes auf der Straße verteilt ist. Dann war klar, dass der Kürbis geklaut und mutwillig zerstört wurde. „Keine Ahnung, wer so etwas macht. Ich würde fast sagen, dass das ein Jugendstreich war. Erwachsenen traue ich so etwas eigentlich nicht zu“, sagt Kinz traurig.

Rund 100 Reaktionen in Rastatter Facebook-Gruppe

Die Erzieherin leidet mit den Grundschülern. „Es ist nicht so schlimm wegen einem Kürbis, aber ärgerlich ist es halt doch wegen der Arbeit der Kinder, weil die sich jeden Morgen so daran erfreut haben.“ Ihrem Unmut darüber hat sie in einer Rastatter Facebook-Gruppe Luft gemacht und rund 100 Reaktionen bekommen.

Einfach nur traurig und gemein
Facebook-Nutzerin

„Einfach nur traurig und gemein“, findet das eine Nutzerin, während eine andere mehr Anstand und Benehmen von jungen Leuten fordert. Ein Nutzer schreibt die Tat sei zwar „unnötig und respektlos“, man solle aber nicht alle jungen Menschen über einen Kamm scheren. Es gäbe schließlich auch genug „alte Vollidioten“, die Dinge aus Langeweile zerstören.

Mehrere Nutzer glauben an eine Reaktion aus Neid, weil der Täter unfähig sei, so etwas selbst zu schnitzen. „Denke das war jemand, mit dem noch nie jemand einen Kürbis gebastelt hat“, schreibt eine Nutzerin. Ein anderer schlägt die Anbringung einer Wildkamera vor, damit die Täter beim nächsten Mal auf frischer Tat ertappt werden können.

Mein Sohn Leo hat die Reste auf der Straße traurig beäugt.
Kirsten Ernst, Mutter eines Hortkindes

Auch Mutter Kirsten Ernst gehört zu denjenigen, die ihre Enttäuschung über die Zerstörungswut der Unbekannten unter dem Beitrag kommentiert hat. „Mein Sohn Leo hat die Reste auf der Straße traurig beäugt“, sagt sie. Der Siebenjährige sei der Meinung, man müsste deshalb die Polizei verständigen, damit man die zur Verantwortung zieht. „Ich habe ihm dann erklärt, dass deswegen keine Polizei kommt, so tragisch es für ihn auch ist. Deshalb fand ich aber die Diskussion in Facebook gut, weil das bei uns im Ort wahrgenommen wird. Und vielleicht hat der eine oder andere tatsächlich etwas gesehen.“

Zerstört: Nicht mehr als ein matschiger Fleck auf dem Asphalt bleibt von dem Halloween-Kürbis, den die Kinder des Ottersdorfer Schülerhorts gemeinsam geschnitzt haben. Foto: Sonja Kinz

Dabei gehe es weniger um den materiellen Wert des entstandenen Schadens. „Sondern es geht um diese Skrupellosigkeit, Dinge, die anderen etwas bedeuten und ihnen wichtig sind, einfach böswillig zu zerstören. Das ist das Traurige an der Geschichte“, sagt Ernst. Einen Lichtblick gibt es dennoch. Über Facebook habe sich schon eine Frau gemeldet, die dem Hort gerne einen Kürbis vorbeibringen möchte. „Da sind wir jetzt ganz gespannt, ob uns und den Kindern da tatsächlich jemand eine Überraschung bereitet.“

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