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Urlaub im Freizeitparadies in Plittersdorf

Was Touristen aus ganz Deutschland an Rastatt schätzen

Baden-Baden, das Murgtal oder der Schwarzwald: Mittelbaden hat für Touristen viel zu bieten. Und Rastatt? Auch hier machen Menschen Urlaub. Zum Beispiel im Freizeitparadies in Plittersdorf.

Urlaub zuhause: Dominika Markwordt (Mitte) wohnt in Förch und macht mit Familie und Freunden trotzdem Urlaub in Plittersdorf. Foto: Hans-Jürgen Collet

Für Touristen hält Mittelbaden haufenweise tolle Ecken bereit: weitläufige Wanderwege im Murgtal, mondäne Atmosphäre in der Kurstadt Baden-Baden oder kulinarische Genüsse in Bühl zwischen Schwarzwald und Reben. Rastatt hinkt im Vergleich ziemlich hinterher. Doch es gibt Menschen, die auch hier Urlaub machen.

Thomas Schmid war noch vor Corona dran. Er und seine Frau haben sich ihr Wohnmobil Anfang des Jahres gekauft, also vor dem großen Pandemie-Camper-Boom. Die Freiburger waren damit auch schon im Ausland unterwegs, doch in der aktuellen Situation kommt für sie nur Urlaub in Deutschland infrage. Und der hat sie nach Rastatt geführt.

Zum gemeinsamen Campingurlaub im Freizeitparadies verabredet

Eine Woche lang campieren die Schmids im Freitzeitparadies in Plittersdorf. Neben ihnen hat Wolfgang Strack aus Fulda sein Wohnmobil abgestellt. Die Freunde haben sich an dieser Stelle zum gemeinsamen Urlaub verabredet. Die Wahl fiel nicht wegen Rastatts Barockschloss auf das Freizeitparadies. Die Entscheidung war pragmatischer Natur. „Wir haben einen Campingplatz gesucht, der zwischen Freiburg und Fulda liegt und auf dem wir nebeneinander stehen können”, sagt Thomas Schmid.

Eine Woche lang machen sie in Plittersdorf Urlaub. Hauptsächlich genießen sie das Miteinander und den See auf dem Campingplatz. Aber sie unternehmen auch kleinere Ausflüge und waren zum Beispiel schon mit dem Fahrrad am Rhein unterwegs. Allerdings keine ganz große Tour. „Irgendwann waren die Schilder weg”, sagt Strack und lacht.

Hier sind die Leute freundlich und offen.
Thomas Pieper / Camper aus Hamburg

Etwas mehr von der Umgebung gesehen haben schon Thomas Pieper und seine Frau Christine Born. Das Sechs-Meter-Wohnmobil haben sie sich extra wegen Corona angeschafft. Gebraucht, via Ebay. „Wahrscheinlich haben wir ein bisschen mehr bezahlt als zu normalen Zeiten”, sagt Pieper. Aber die Familie ist trotzdem glücklich, inklusive der elf Monate alten Ellinor.

Die Anreise aus Hamburg war weit. Obwohl sie auf dem Campingplatz stehen, handelt es sich nicht nur um eine Urlaubsreise. Die Ehefrau stammt aus Rastatt, ihre Eltern wohnen noch hier. Sie zeigt ihrem Mann ihre Heimat. Die Familie war schon in Ettlingen, Kuppenheim und Durmersheim. Der Hamburger fühlt sich wohl. „Es ist sehr schön, vor allem die Menschen und ihre Mentalität. Hier sind die Leute freundlich und offen”, sagt Pieper.

Campingbekanntschaften: Thomas Schmid aus Freiburg, Wolfgang Strack aus Fulda und Thomas Pieper aus Hamburg (von links) sind vorübergehend Wohnmobil-Nachbarn. Foto: Hans-Jürgen Collet

Das findet auch Gisela Prütting aus Nürnberg: „Hier gibt es unheimlich gesprächige Menschen. Die Badener haben eine offene Art.” Sie sitzt mit ihrem Mann Walter und ihrem Schwager Roland im Campingstuhlkreis. Sie sind Deutschland-Reiseprofis. Schon vor zehn Jahren trafen sie die Entscheidung, ihre Urlaube bewusst im Heimatland zu verbringen. „Wir waren schon überall”, sagt Gisela Prütting. Bevor sie ihr Wohnmobil in Plittersdorf geparkt haben, stand der Europa-Park auf dem Programm. Ihr wichtigstes Utensil: ein Campingführer. „In Rust haben wir geschaut, wo der nächste Platz mit See liegt. Deshalb sind wir hier”, sagt die Nürnbergerin.

„Die Badener haben eine offene Art”: Familie Prütting aus Nürnberg schätzt die Begegnung mit den Einheimischen. Foto: Hans-Jürgen Collet

Urlaub in der Heimat: Alex Markwordt und seine Frau Dominika nehmen das ganz genau. Sie zelten gemeinsam mit Freunden 14 Tage lang im Freizeitparadies. Dabei stehen die eigenen, bequemen Betten nur ein paar Kilometer entfernt. Das Ehepaar mit zwei Kindern kommt aus Förch. „Wir machen das hier seit drei Jahren”, erzählt der Vater.

Die Familie war auch mal in Spanien campen - „aber gerade wettertechnisch gewinnst Du da nix mehr”, sagt Markwordt mit Blick auf deutsche Hitzesommer. Der Campingplatz direkt vor der Haustür, der See und die Freunde sind ihnen Urlaub genug. „Das hat nix mit Corona zu tun”, sagt Markwordt.

Die Begegnung mit anderen Menschen schätzt auch Familie Prütting am meisten auf ihren Reisen und speziell in Plittersdorf. Zuhause sei das anders. „Wenn in Franken in einer Kneipe ein Mensch an einem Tisch sitzt, ist der Tisch voll”, sagt Roland Prütting.

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