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Furcht vor negativen Konsequenzen

Zentralklinikum Rastatt: Bürgerinitiative sieht „tausende Fahrzeuge“ auf Quartier zurollen

Anwohner machen in Rastatt gegen den Bau des Zentralklinikums am Münchfeldsee mobil. Eine Bürgerinitiative befürchtet tausende zusätzliche Fahrzeuge.

Eine Straße.
Mehr Verkehr: Eine Untersuchung prognostiziert, dass durch den Bau des Zentralklinikums mehr Autos und Lkw durch die Donaustraße im Münchfeld fahren. Wie hoch die Zunahme ausfällt, hängt von Details der Planung ab. Foto: Hans-Jürgen Collet

Die Bürgerinitiative (BI) Lärmschutz Rastatt Münchfeld/Siedlung fürchtet durch den Bau des geplanten Zentralklinikums Mittelbaden am Münchfeldsee eine starke Zunahme des Verkehrs für das Quartier.

Die Initiative schreibt in einer Pressemitteilung von „mehreren Tausend Fahrzeugen“, die durch das Krankenhaus hinzukommen würden. Dadurch könnte der Entlastungseffekt der geplanten Querspange verpuffen. Der Bau der Verbindungsstraße zwischen B3 und L75 ist seit Jahren eine Hauptforderung der BI.

Die Lärmschutz-Bürgerinitiative existiert seit 2016. Damals hatten sich rund 50 Anwohner wegen des Verkehrslärms auf der Badner Straße zusammengeschlossen. Darüber hinaus gibt es seit vergangenem Jahr die Bürgerinitiative „Für den südlichen Stadteingang (Merzeau)“, deren Mitglieder sich gegen den Bau eines Zentralklinikums am Münchfeldsee einsetzen. Personell gibt es zwischen beiden Initiativen Überschneidungen.

Großteil des Klinikverkehrs nach Rastatt würde Querspange nutzen

Als Grundlage für ihre Prognose führt die BI Lärmschutz eine schalltechnische Untersuchung im Auftrag der Stadt ins Feld. Diese hatte ein externes Büro zu Beginn des Bewerbungsverfahrens für das Zentralklinikum durchgeführt.

Gemäß der Unterlagen handelt es sich um eine „Ersteinschätzung“. Die Verfasser gehen davon aus, dass innerhalb eines Tages 4.660 Fahrzeuge das Klinikum ansteuern oder es verlassen, davon 55 Lkw.

Der Großteil des Verkehrs, nämlich 3.675 Fahrzeuge, ginge über geplante Querspange zwischen B3 und L75. Der übrige Verkehr mit 930 Fahrten würde gemäß der Untersuchung die Donau- und Ruhrstraße nutzen, darunter der komplette Schwerlastverkehr.

Den Lärm, der dadurch entsteht, halten die Autoren der Untersuchung für vertretbar. Er sei so gering, dass keine Maßnahmen notwendig seien, ihn zu kompensieren.

Deutlich höher wäre die Belastung, wenn für den Klinikneubau auch eine Erweiterungsfläche von 2,1 Hektar im Bereich der heutigen Firma Link genutzt würde. Dadurch entstünde laut der Untersuchung ein zusätzliches Verkehrsaufkommen von 1.455 Fahrzeugen pro Tag, die aufgrund der Lage der Gewerbefläche alle die Donaustraße nutzen würden.

Unterm Strich rechnen die Verfasser damit, dass in diesem Szenario zwischen 2.400 und 2.500 Fahrzeuge mehr im Quartier unterwegs sind als ohne Klinikum. Das könne zu einem „Lärmkonflikt“ in der Donaustraße führen. Dieser könne gelöst werden, indem die Verkehrsströme zwischen Donau- und Stadionstraße aufgeteilt würden.

Die Unterscheidung zwischen dem reinen Klinikbetrieb und den optionalen Erweiterungsflächen trifft die BI in ihrer Mitteilung nicht. In ihrer Pressemitteilung lautet das pauschale Fazit: „Wird das Klinikum ,Am Münchfeldsee’ gebaut, stellt die Querspange keine Verkehrsentlastung mehr für das Quartier dar.“

Anlass für die Mitteilung der BI ist ein Schreiben, das sie aus dem Verkehrsministerium des Landes erhalten hat. Dorthin hatte sich die Initiative im November gewandt, um sich nach dem aktuellen Planungsstand der Querspange zu erkundigen. Die Antwort deckt sich mit dem Zeitplan, den das Regierungspräsidium im Oktober bekanntgegeben hatte.

Demnach könnten die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bis Ende 2024 eingereicht werden. Damit hängt das Projekt im Vergleich zu früheren Schätzungen zwei Jahre hinterher.

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