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Fast 27 weitere Hektar

Weitere Flächen in Mittelbaden mit PFC belastet

Neue Untersuchungen fördern fast 27 Hektar mit PFC kontaminierte Böden in Mittelbaden zutage. Und noch immer warten knapp 150 weitere Proben auf ihre Analyse.

„Das Thema PFC wird das Land und die Region noch auf Jahrzehnte beschäftigen“: Staatssekretär Andre Baumann informierte sich im Oktober über die PFC-Problematik – hier macht er einen Schnappschuss im Wasserwerk in Sandweier. Foto: Foto: Florian Krekel

Bei Bodenuntersuchungen sind im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden erneut Flächen entdeckt worden, die mit PFC belastet sind. Am stärksten betroffen ist dabei die Gemeinde Rheinmünster mit den Gemarkungen von Schwarzach und Stollhofen.

Allein dort wurden zwölf Hektar kontaminierte Fläche neu entdeckt. Insgesamt förderten die aktuellen Beprobungen im Landkreis Rastatt 21 Hektar mit PFC kontaminierte Flächen zutage und 5,5 Hektar im Stadtkreis Baden-Baden.

Alles in allem gelten somit in Mittelbaden 1.215 Hektar Ackerflächen als mit PFC verunreinigt – 872 Hektar im Landkreis und 343 Hektar im Stadtkreis, wie das zuständige Rastatter Landratsamt auf Anfrage dieser Redaktion vorrechnet.

Weitere PFC-Funde in Sinzheim und Bühl

Eigentlich sollte die Untersuchung der mittelbadischen Böden längst abgeschlossen sein, doch die Auswertung der Erdpartikel hatte sich in der Vergangenheit mehrfach verzögert, sodass auch jetzt noch knapp 149 Bodenproben aus den bereits bekannten Verdachtsflächen im Labor auf ihre Analyse warten. Das Ende der Fahnenstange ist mit den am Freitag vom Landratsamt veröffentlichten Zahlen also wohl noch nicht erreicht.

Neben Rheinmünster waren bei den aktuellen Untersuchungen auch mehrere PFC-verseuchte Flächen in Sinzheim (drei Hektar) und in Bühl (zwei Hektar) entdeckt worden. Alle anderen Funde seien kleine und Kleinstflächen, so Landkreispressesprecher Michael Janke am Freitag.

Zwölf Prozent des Ackerlands gelten als verunreinigt

Nach aktuellem Stand sind damit der Behörde zufolge von insgesamt 10.162 Hektar Ackerland in Mittelbaden 3.091 Hektar an Verdachtsflächen gezielt untersucht worden, von denen die besagten 1.215 Hektar als verunreinigt klassifiziert sind. Damit gelten den Behörden zufolge zirka zwölf Prozent der Ackerflächen Mittelbadens als verunreinigt.

Weitere großflächige Untersuchungen sind zunächst nicht geplant, die Verdachtsflächen abgearbeitet. Allerdings läuft die Untersuchung von Gewässern aller Art weiter.

Unter Hinzuziehung des Grundwassermodells könnten so eventuelle weitere Ausbreitungen bemerkt werden, in deren Folge dann erneut Bodenuntersuchungen unternommen würden, skizzierte die Stabsstelle PFC bereits im zurückliegenden Sommer das weitere Vorgehen.

Die nächste Aktualisierung der Flächenzahlen ist für Juli vorgesehen. Sollten es die Pandemiebedingungen zulassen, soll einen Monat zuvor – im Juni – zudem eine PFC-Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden.

PFC-Skandal wird Mittelbaden noch Jahrzehnte beschäftigen

Klar ist und bleibt aber schon jetzt: „Das Thema PFC wird das Land und die Region noch auf Jahrzehnte beschäftigen“, wie Umwelt-Staatssekretär Andre Baumann (Grüne) im Oktober bei einem Termin im Wasserwerk Baden-Baden klarmachte.

Man wisse noch immer zu wenig über das langfristige Verhalten der Chemikalie im Boden. Insgesamt zeigte sich der Umweltpolitiker allerdings zuversichtlich: Die Blutkontrolluntersuchungen registrierten eine Abnahme von PFC und zeigten so, dass die Maßnahmen wirkten.

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