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Tipps von Abfallprofis

Wie man nachhaltig eine schöne Geschenkverpackung zaubern kann

Nach Weihnachten stapelt sich der Müll. Das muss nicht sein. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Rastatt gibt Tipps für ressourcenschonende Geschenkverpackungen.

Frau neben Geschenkpäckchen
Zeitungspapier oder Stoffreste empfiehlt Karin Zettner als nachhaltiges Verpackungsmaterial für Weihnachtsgeschenke. Foto: Anja Groß

Weihnachtszeit ist für viele auch die Zeit üppiger Verpackungen. Und nach Weihnachten ist die Zeit übervoller Mülltonnen. Die Entsorgungsunternehmen und der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises Rastatt können ein Lied davon singen – alle Jahre wieder. Dabei gibt es Alternativen.

„Jeder muss seinen Beitrag leisten und bei sich anfangen“, sagt Melissa Männle vom AWB. Sie hat deshalb kürzlich zusammen mit Kolleginnen bei einem kleinen Nikolausmarkt einen Verpackungsservice angeboten – nachhaltig, versteht sich. Die Aktion war eingebettet in die europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV). Das Thema diesmal: für ressourcenschonende Verpackungen zu sensibilisieren.

Zeitungspapier oder Servietten zum Verpacken nutzen

Karin Zettner hat gerade ein großes Paket in Zeitungspapier eingewickelt und mit einer Art Fächer verziert. Paketschnur hält alles zusammen. „Jetzt könnte man noch weihnachtliche Motive aus Prospekten ausschneiden, die jedem eh ins Haus flattern, und sie aufkleben“, gibt sie ihre Tipps weiter. Auch Servietten eignen sich als Verpackung.

Aber Zettner hat auch eingetrocknete Stempel mit Weihnachtsmotiven dabei. „Die kann man mit Wasserfarbe bemalen und wieder nutzen“, sagt sie. Beispielsweise auf Packpapier, das sie aufgehoben hat. Auch Kartoffeldruck eignet sich dafür. Das Motiv wird aus der Kartoffel ausgeschnitten, diese mit Farbe bemalt und wie ein Stempel benutzt. „Das geht auch toll für Weihnachtskarten“, sagt Zettner.

Geschenk in Stoff eingepackt.
Stoffreste und aussortierte Tücher können als Verpackungsmaterial dienen. Foto: Anja Groß

Es ist schon etwas zerknittert. „aber so ein Vintage-Look ist doch gerade in“, meint Melissa Männle. „Wer noch Reste von Spitze von der Oma daheim hat, kann das auch als Geschenkbank verwenden“, hat Zettner gleich noch einen Tipp. Aber auch übrig gebliebene Schnürsenkel, ausgemusterte Christbaumkugeln oder anderer Christbaumschmuck eignen sich zur Geschenkverzierung.

„Man muss nicht immer alles neu kaufen, sondern kann einfach nutzen, was man zu Hause hat“, sagt Zettner. Stoffreste oder alte Tücher liegen neben ihr. Auch daraus lässt sich eine hübsche Verpackung machen. Verziert mit Tannenzapfen oder Tannenreisig, das die Kolleginnen im Wald gesammelt haben – fertig ist das Weihnachtsgeschenk verpackt.

Einfach der Fantasie freien Lauf lassen.
Karin Zettner
Abfallwirtschaftsbetrieb

Viele haben auch noch alte Einmachgläser im Keller, „die kann man ebenfalls bekleben oder bemalen und als Verpackung nutzen“, sagt Zettner. „Einfach der Fantasie freien Lauf lassen“, finden auch Claudia Schnurr und Jasmin Müller, die an der Verpackungsstation mithelfen.

Sie alle wollen dazu anregen, sich vor dem Verpacken auch Gedanken über Müllvermeidung zu machen. So rät Zettner beispielsweise auch zu thematischen Verpackungen: ein Kochbuch beispielsweise in einem Geschirrhandtuch einwickeln. „Toll, was man mit Kleinigkeiten machen kann“, sagt eine Besucherin des Nikolausmarkts, die gerade ihr in ein buntes Tuch gewickeltes Geschenk wieder abholt.

Der AWB hofft, Anstöße zum Umdenken geben zu können. Denn sowohl die Produktion von Verpackungen als auch der Transport und die Entsorgung belasten die Umwelt erheblich. 2019 und 2020 fielen jeweils mehr als 18 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle in Deutschland an – knapp die Hälfte davon im privaten Endverbrauch, ist auf der Webseite der EWAV nachzulesen.

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