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Gemeinderat und OB sind irritiert

Wird Traglufthalle im Sommer abgebaut? Rastatter Freischwimmer müssen noch zittern

Die Freischwimmer in Rastatt müssen noch zittern: Ob die Traglufthalle jeweils im Sommer abgebaut wird, ist längst nicht ausgemacht.

Mit einer Traglufthalle über dem 50-Meter-Becken soll ein Badebetrieb im Winter möglich sein. Das hat auch Auswirkungen auf die Sommersaison.
Mit einer Traglufthalle über dem 50-Meter-Becken soll ein Badebetrieb im Winter möglich sein. Das hat auch Auswirkungen auf die Sommersaison. Foto: IF-Group

Freiluftfans haben sich womöglich zu früh gefreut. Ob die Traglufthalle, die die Stadtwerke über dem 50-Meter-Becken im Rastatter Freibad errichten lassen, um in den nächsten Jahren auch eine Winterbadesaison zu ermöglichen, tatsächlich jeweils im Sommer abgebaut wird, ist noch längst nicht ausgemacht. Bäderleiter Tobias Peter hatte dies zuletzt in Aussicht gestellt. Gemeinderat und Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch zeigen sich irritiert.

Sie hatten am Samstag von dieser Option erfahren. Bisher, so monierten Herbert Köllner (FW) und Pütsch, sei vorgesehen gewesen, die Halle ganzjährig stehen zu lassen. „Einmal aufbauen, in drei, vier oder fünf Jahren wieder abbauen“, wie es der OB formulierte.

Traglufthalle als Übergangslösung

Da das baufällige Hallenbad Alohra nicht mehr nutzbar ist, muss die Traglufthalle nach jetzigem Stand bis zur Eröffnung des neuen Kombibads als Übergangslösung dienen. Pütsch: „Wir entziehen dem Freibad eine Fläche, um sie für den Hallenbetrieb nutzbar zu machen.“

Köllner, der durch Auf- und Abbau Mehrkosten und zusätzliche Belastung des Hallen-Materials befürchtet, zeigte sich erstaunt, dass die Stadtwerke nun Weichen stellten, die nicht mit dem Gremium abgestimmt seien. Bislang habe es geheißen, dass die Temperaturen per Lüftung (im Sommer) beziehungsweise Heizung (im Winter) geregelt würden.

Tatsächlich äußerte Stadtwerke-Chef Olaf Kaspryk nun aber die Befürchtung, dass in der warmen Jahreszeit hohe Luftfeuchtigkeit und Klima in der Halle deren Öffnung beziehungsweise Rückbau erforderlich machen könnte. Es sollen Erfahrungswerte gesammelt werden.

Wir entziehen dem Freibad eine Fläche, um sie für den Hallenbetrieb nutzbar zu machen.
Hans Jürgen Pütsch, Oberbürgermeister

Eine Sommersaison, das wäre dann diejenige in 2023, müssten die Badegäste im 50-Meter-Becken überdacht schwimmen, dann im Herbst Zahlen, Daten und Fakten ausgewertet werden. Dann heißt es abwägen.

Aus Konstanz, wo man die gebrauchte Halle kaufen konnte, sei jedenfalls nicht bekannt, dass man im Sommer keinen Schwimmbetrieb hätte führen können, so OB Pütsch – allenfalls an den ganz heißen Tagen nicht. Die Stadtwerke als Bäderbetriebe haben selbst noch keine Erfahrungen mit einem solchen Bauwerk.

Betriebsbeginn derzeit noch ungewiss

Was Auf- und Abbau angeht, hilft womöglich ein Blick nach Elchesheim-Illingen. Dort betreibt der örtliche Tennisclub seit September 2018 eine Traglufthalle, die in den Wintermonaten zwei Plätze umspannt – und in den Sommermonaten in Containern verschwindet.

Wann die Rastatter Bad-Traglufthalle in Betrieb geht, ist ebenfalls noch ungewiss. Ob sie wie geplant ab November zur Verfügung steht, hängt davon ab, ob die Container, die temporär als Umkleiden und Duschen dienen sollen, rechtzeitig geliefert werden können. Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ist die Nachfrage nach solchen Containern zur Aufnahme von Flüchtlingen stark erhöht.

Fest steht derweil, dass das ganze Unternehmen aufgrund der Preissteigerungen, auch im Energiesektor, teurer wird als zuletzt geplant. Man rechnet mit einer jährlichen Kostensteigerung von rund 100.000 Euro. Für Badegäste drohen derweil weitere Folgen.

Zwar hat der Verband kommunaler Badbetreiber aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation bei Bund, Ländern und Kommunen um finanzielle Unterstützung gebeten, so Kaspryk. Sollte diese aber ausbleiben, müsse man über die Anpassung, also Verkürzung der Badezeiten oder neue, also erhöhte, Eintrittspreise nachdenken.

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