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Erfolgreicher Pilotversuch

Wissenschaftler befreien in Hügelsheim erstmals Boden von giftigen PFC-Chemikalien

Wissenschaftlern ist es gelungen, PFC-verseuchten Boden weitgehend von den umweltschädlichen Chemikalien zu befreien. Im Rahmen eines Pilotversuchs bei Hügelsheim (Kreis Rastatt) konnte ein 2,25 Quadratmeter großes Testfeld zu 80 Prozent gereinigt werden, wie Projektleiterin Anja Wilken von der Firma Sensatec am Montag sagte.

Rund 400 Hektar Ackerboden in Mittelbaden sind mit PFC-Chemikalien verseucht. Foto: Uli Deck

Weitere Feldversuche möglichst auch in Kooperation mit Unternehmen sollen in den kommenden Monaten folgen und die Methode weiter erprobt und verfeinert werden.

Für das neuartige Verfahren war auf dem Testfeld in der Nähe des Baden-Airparks wochenlang eine Versuchsanlage in Betrieb gewesen. Dabei wurde eine Biopolymer-Lösung aus pflanzlichen Rohstoffen auf den Boden gebracht.

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Diese Lösung hatte die giftigen Stoffe gebunden und war dann im Boden bis zum Grundwasser versickert. Ein Förderbrunnen erfasste das verschmutzte Grundwasser vollständig und brachte es wieder nach oben. Danach wurde es gefiltert und damit von PFC befreit.

Ob das Verfahren Standard werden könnte und wie teuer das wäre, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, sagte Wilken weiter. Kostengünstige Alternativen zur Sanierung der verseuchten Böden gibt es bisher nicht.

Im Raum Rastatt und Baden-Baden sind fast 900 Hektar Fläche mit PFC belastet. Auch Flächen im Norden Mannheims gehören dazu. Möglicherweise sind Papierschlämme im Kompost, der auf die Felder gebracht wurde, dafür verantwortlich. PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien. Sie gelten als giftig und sind in der Umwelt nur sehr schwer abbaubar.

PFC: Das Gift in uns

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(dpa/lsw)
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