Skip to main content

Millionen-Projekt

Zweigleisiger Ausbau der Murgtalbahn: Kreis Rastatt und Kommunen teilen Planungskosten

Die Murgtalbahn im Landkreis Rastatt soll Stellenweise zweigleisig ausgebaut werden. Der Kreis und die Kommunen teilen sich Planungskosten von 700.000 Euro. Bis zur Umsetzung könnten aber noch neun Jahre vergehen.

Eine Stadtbahn fährt zwischen Rastatt und Kuppenheim auf der Murgtalbahnstrecke.
Nach Angaben der AVG sind Eingriffe ins Bestandsgleis der Schiene, wasserbauliche Maßnahmen und Anpassungen in den Straßenkörper notwendig. Foto: Uli Deck/dpa

Um die Kapazitäten im Schienengüterverkehr zu erhöhen, setzt sich der Landkreis Rastatt für einen partiellen zweigleisigen Ausbau der Murgtalbahn ein.

„Es geht hier um die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte, die vor Jahrzehnten begonnen hat“, sagte Landrat Christian Dusch (CDU) in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bau und Planung (AUBP) am Dienstag.

Ziel dieses Ausbaus mit „kapazitätserhöhenden Infrastrukturmaßnahmen“ sei es, den Individual- und vor allem den Güterverkehr stärker von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Der Ausschuss begrüßte dieses Vorhaben über alle Fraktionen hinweg, denn es sei zukunftsweisend, wichtig, sinnvoll und notwendig.

Landkreis Rastatt will auf Gewerbetreibenden zugehen

Einstimmig schlägt das Gremium daher dem Kreistag vor, dem in der AUBP-Sitzung skizzierten Vorgehen zuzustimmen. Demnach soll sich der Kreis mit 50 Prozent oder 350.000 Euro an den Kosten in Höhe von 700.000 Euro beteiligen, die für die Grundlagenermittlung, Vorplanung und Kostenschätzung anfallen.

Die AVG würde als Infrastrukturbetreiber die Planung im eigenen Namen und mit eigenem Interesse in Angriff nehmen. Die Refinanzierung der AVG soll über eine Planungsvereinbarung mit dem Landkreis und den Kommunen auf Zuschussbasis geregelt werden.

„Eine Förderung gibt es nicht. Hauptkostenträger sind der Kreis und die betroffenen Städte und Gemeinden. Im Nachgang können wir zehn Prozent der Planungskosten zurückerhalten“, sagte Dusch.

Dusch fügte hinzu, dass der Kreis und die Kommunen mögliche weitere Finanzierungspartner ins Boot holen wollen. „Wir gehen auf die Gewerbetreibenden und auch auf den Nationalpark zu“, so der Landrat.

Laut AVG ist Ausbau der Murgtalbahn grundsätzlich möglich

Wie Kreisdezernent Mario Mohr in der Sitzung verdeutlichte, soll die Murgtalbahn „abschnittsweise an den betrieblichen Engpässen“ ausgebaut werden.

Laut einer ersten Grobanalyse der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) sind das der Abschnitt zwischen den Haltepunkten Rastatt Beinle und Kuppenheim, ein weiterer Abschnitt beim Bahnhof Bischweier und ein dritter ab dem Bahnhof Gernsbach in Richtung Rastatt.

Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Planungen weitergeführt werden sollen.
Christian Dusch, Landrat

Die AVG komme in ihrer technischen Voruntersuchung zu dem Ergebnis, dass der Ausbau grundsätzlich bautechnisch machbar sei. Es seien jedoch Eingriffe ins Bestandsgleis der Schiene, wasserbauliche Maßnahmen und Anpassungen in den Straßenkörper notwendig.

Millioneteures Projekt im Murgtal braucht viel Zeit

Die geschätzten Baukosten für die drei Maßnahmen betragen den Angaben zufolge etwa 36 Millionen Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich auf schätzungsweise rund 45 Millionen Euro.

„Die betroffenen Städte und Gemeinden, mit denen wir uns zusammengesetzt haben, sehen das Projekt durchweg positiv. Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Planungen weitergeführt werden sollen“, betonte der Landrat.

Bis dieses millionenteure Projekt mit entsprechender Förderung durch Bund und Land umgesetzt werden kann, fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter.

Vorgeschaltet ist ein komplexes Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Kreisverwaltung rechnet mit einer Bearbeitungsdauer von neun Jahren.

nach oben Zurück zum Seitenanfang