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Sportler des Jahres

Speerwerfer Johannes Vetter macht in Baden-Baden klare Ansage für Olympia

Es wird in diesem Jahr keine große Gala Sportler des Jahres in Baden-Baden geben, die Sieger der traditionsreichen Wahl werden trotzdem im Kurhaus ausgezeichnet - allerdings in einem übersichtlichen Rahmen.

Unter ungewohnten Vorzeichen stand die Vorab-Pressekonferenz zum Sportler des Jahres im Baden-Badener Roomers mit den „maskierten“ Johannes Vetter (von links), Laura Siegemund und Niko Kappel. Foto: Klaus Schultes

Vieles ist ungewiss, doch eines ist sicher: Die Proklamation Sportler des Jahres findet auch in diesem Jahr in Baden-Baden statt. Am 20. Dezember werden die Sieger der von der Presseagentur Internationale Sport-Korrespondenz (ISK) organisierten Wahl im Kurhaus geehrt. So weit so gut. Was am vorletzten Dezember-Wochenende im Bénazet-Saal abläuft, unterscheidet sich - wenig überraschend - dann aber grundlegend vom gewohnten Ablauf.

Einen Vorgeschmack, wie es in etwa aussieht, gab es bei der Vorab-Pressekonferenz im Baden-Badener Roomers Hotel. Eine übersichtliche Teilnehmerschar, Abstand und Masken kennzeichneten die Veranstaltung, zu der die ISK wie immer im Vorfeld der Proklamation eingeladen hatte. Mittendrin die Hauptdarsteller: Tennisspielerin Laura Siegemund, Speerwerfer Johannes Vetter und Paralympics-Sieger Niko Kappel, die Rede und Antwort standen.

Die Atmosphäre, die zunächst etwas befremdlich wirkte, lockerte sich unter der Moderation von Teo Jägersberg schnell auf.

Man muss dran bleiben.
Niko Kappel, Paralympics-Sieger

Die eloquente Sportlerin und die beiden ihr zur Seite gestellten männlichen Sportler schilderten eindrucksvoll, wie sie die vergangenen Wochen und Monate hinter sich gebracht haben. Zu erzählen gab es einiges: Siegemund konnte von ihrem Sieg im Doppel bei den US Open berichten, Vetter von seinem Speerwurf auf 97,50 Meter und Kappel von seinem Kugelstoß-Weltrekord.

Und nicht nur das. Kappel nannte als wichtigsten Aspekt für Top-Leistungen die notwendige Kontinuität. „Man muss dranbleiben“, so der nur 1,40 Meter große Athlet mit dem Riesenhumor. „Ich habe meinen Keller zum Fitness-Studio umfunktioniert. Gut war, dass ich dabei keine Angst haben musste, an die Decke zu stoßen“, scherzte er.

Vetter erzählte, wie es ihm gelungen ist, an der 100-Meter-Marke zu kratzen. „Ich bin angelaufen und habe einfach draufgehalten“, sagte er. „Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht“, schränkte er ein. „Würfe über 90 Meter sind nicht an der Tagesordnung. Das kann man nicht planen, da müssen so viele Sachen zusammenpassen, was sich ein Außenstehender gar nicht vorstellen kann.“

Vorbereitung als Grundlage des Erfolges

Siegemund führte ihren Erfolg bei den US Open unter anderem auf die Vorbereitung zurück: „Als in Deutschland alles geschlossen war, befand ich mich schon in den USA und konnte dort viel trainieren.“

Einig war sich das Trio bei der Beurteilung der Situation. „Wir sind froh, dass wir unseren Sport überhaupt ausüben und Wettkämpfe bestreiten konnten“, hieß es unisono. Befragt nach den sportlichen Zielen, hielt Vetter mit seinen Erwartungen nicht hinterm Berg. „Ich will im nächsten Jahr in Tokio Olympiasieger werden“, sagte der aktuell weltbeste Speerwerfer, der für die LG Offenburg startet.

Die Aussagen der Sportler waren ganz nach dem Geschmack von ISK-Chef Klaus Dobbratz. Von Anfang an hatte er sich dafür stark gemacht, die Proklamation in Baden-Baden auf jeden Fall durchzuziehen. „Ich verneige mich vor den Athleten und deren Willen, allen Widrigkeiten zu trotzen.“

Kein Publikum bei Proklamation zugelassen

Dass im Kurhaus am 20. Dezember erhebliche Einschränkungen in Kauf genommen werden müssen, ist angesichts der Umstände klar. Einige Eckpunkte: Das Publikum bleibt ausgeschlossen, der Bénazet-Saal wird zum menschenleeren Filmstudio umfunktioniert, aus dem das ZDF zeitversetzt überträgt, nur die Preisträger sind nach einem Corona-Schnelltest und Fiebermessung vor Ort zugelassen. „Wir werden die Hygienevorschriften penibel beachten und alles dafür tun, dass die Sicherheit und der Schutz aller Beteiligten gewährleistet sind“, sagt Dobbratz. „So viel ist sicher.“

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