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Treffsicherer Gaggenauer Fußballer

Torjäger-Cup erhält einen Ehrenplatz im Hause Gür

Nurdogan Gür war in der vergangenen Fußball-Saison kaum zu stoppen. Der Stürmer des VFB Gaggenau erzielte in der nach 17 Spieltagen abgebrochenen Runde 34 Treffer und bekam dafür den BNN/ABB-Torjäger-Cup überreicht.

Erfolgreicher Stürmer: Nurdogan Gür, der in der vergangenen Saison 34 Treffer erzielte, präsentiert vor der Kulisse des Gaggenauer Traischbachstadions stolz den BNN/ABB-Torjäger-Cup. Foto: Hans-Jürgen Collet

Corona beeinflusst alle Bereiche des täglichen Lebens - im Großen wie im Kleinen. In der mittelbadischen Sportszene war unter anderem die Übergabe des BNN/ABB-Torjäger-Cups 2019/20 betroffen. Die Trophäe der Badischen Neuesten Nachrichten und des Acher- und Bühler Boten geht jedes Jahr an den treffsichersten Goalgetter des Fußball-Bezirks Baden-Baden.

Die Gründe dafür, dass die längst überfällige Auszeichnung des Siegers erst jetzt vorgenommen wurde, sind vielfältiger Natur: die Ungewissheit, wie es nach dem Saisonabbruch weitergeht, keine Sportfeste und Turniere, kein öffentlicher Trainingsstart - die Veranstaltungen, oft als Rahmen für die Preisverleihung genutzt, fielen in diesem Jahr allesamt flach.

So kam es notgedrungen diesmal nur zu einem Übergabetreffen im kleinsten Kreis, und zwar dort, wo der Pokalgewinner sportlich zu Hause ist: im Gaggenauer Traischbachstadion.

Im Schnitt zwei Tore pro Spiel

Nurdogan Gür, den alle „Nurdo“ nennen, ist der Gewinner des seit 1990 ausgerichteten Wettbewerbs. „Ein schöner Pokal“, freute sich der Stürmer des VFB Gaggenau über das gute Stück, das er für seine in der vergangenen Runde erzielten 34 Tore überreicht bekam.

Dass er seine Treffer in einer Runde markierte, die nur 17 Spieltage aufwies, macht seine Leistung umso bemerkenswerter. Im Schnitt zwei Tore pro Partie lassen den Schluss zu, dass es bei normalem Verlauf am Ende um die 60 Treffer geworden wären. „Klar hätte ich mir das zugetraut“, sagt der selbstbewusste 22-jährige Rastatter, der maßgeblich dazu beitrug, dass sich der VFB Gaggenau Platz eins in der Kreisliga A Nord und den Aufstieg in die Bezirksliga sicherte.

Er bringt eigentlich alles mit, was man als Fußballer braucht.
Armin Karamehmedovic / Trainer des VFB Gaggenau

VFB-Trainer Armin Karamehmedovic schildert die Vorzüge seines torgefährlichsten Angreifers: „Er bringt eigentlich alles mit, was man als Fußballer braucht. Er ist schnell, topfit, beidfüßig, kopfballstark und hat technische Qualitäten.“

Woran es noch zu feilen gilt? „Manchmal ist er zu verbissen, übermotiviert. Er ist halt jung, hat einen großen Willen, muss aber manchmal etwas lockerer werden und nicht mit dem Kopf durch die Wand wollen“, sagt Karamehmedovic, der Gürs Treffsicherheit ins große Ganze eingebettet sieht. „Die Mannschaft weiß, was er kann, und füttert ihn mit Bällen, die er dann reinmacht.“

Die Verbandsliga traut Karamehmedovic seinem Schützling auf jeden Fall zu - und auch die Oberliga sei keine Utopie. Letztlich hofft der Coach aber, dass sein Torjäger in Gaggenau gehalten werden kann. „Wir haben einen Plan. In dieser Saison, was immer sie auch noch bringt, wollen wir uns vorne etablieren. Im nächsten Jahr soll es dann in die Landesliga gehen.“

Persönliches Fitness-Programm für den Stürmer des VfB Gaggenau

Gür, der Zlatan Ibrahimovic als sein Vorbild bezeichnet, hofft, dass die Runde 2020/21 bald wieder in die Gänge kommt. Schließlich möchte er seinen bisherigen sechs Saisontoren noch möglichst viele hinzufügen. Nicht zuletzt deswegen hat er sich für die coronabedingte Pause ein persönliches Fitness-Programm zusammengestellt.

„Ich laufe viel“, sagt er. „Von meinem Wohnort Rastatt nach Gaggenau ins Stadion und wieder zurück, das ist schon drin.“ Außerdem: Mehrmals täglich 100 Liegestützen am Stück und weitere Eigengewichtsübungen sorgen für die entsprechende Muskulatur.

Neben dem deutschen Fußball verfolgt der Mann mit türkischen Wurzeln und einem deutschen Pass auch aufmerksam das sportliche Geschehen in der Heimat seiner Vorfahren. Diese stammen aus Trabzon, was Gür aber nicht davon abhält, sich als Fan von Galatasaray zu outen. Die Liebe zum Istanbuler Traditionsverein hat er wie seine vier Geschwister vom Vater vererbt bekommen.

Der Wohlfühlfaktor stimmt für Gür

Bei aller Begeisterung für den Fußball in der Türkei hat er aber nicht das Bedürfnis, dort selbst aktiv zu werden. Beim VFB Gaggenau stimmt für Gür nach den Jugend-Stationen FC Rastatt 04, SV 08 Kuppenheim, Offenburger FV und SV Sandhausen sowie danach bei den Aktiven in Offenburg und beim SV Oberachern II der Wohlfühlfaktor.

„Wir sind wie eine große Familie, haben viele Nationalitäten in der Mannschaft, was aber absolut kein Problem ist. Wir verstehen uns einfach alle und helfen einander auch privat“, sagt Gür und schnappt sich den BNN/ABB-Torjäger-Cup - mit dem Hinweis, dass dieser einen Ehrenplatz in der heimischen Wohnung erhalten wird.

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