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Abenteuer in Übersee

Volleyballer Simon Gallas aus Bühl kehrt wohl bald nach Los Angeles zurück

Für Simon Gallas hatte gerade ein neuer Lebensabschnitt begonnen, als ihn die Corona-Pandemie im Frühjahr zur Rückkehr nach Deutschland zwang. Bei seinem Heimatclub Bisons Bühl mischt der Volleyballer erfolgreich in der Bundesliga mit. Doch bald will er seine College-Karriere in Kalifornien fortsetzen.

Schlagkräftig am Netz: Simon Gallas punktet während seines vorübergehenden Heimataufenthalts für die Bisons Bühl in der Volleyball-Bundesliga. Foto: Thomas Steuerer

Wenn Simon Gallas über seine ersten Monate in Kalifornien spricht, gerät der 19 Jahre junge Volleyballer ins Schwärmen. Im Sommer 2019 wechselte der Bühler vom Zweitligisten Baden Volleys Karlsruhe nach Los Angeles, um dort neben seinem Biologie-Studium an der University of Southern California (USC) auch für das College-Team zu spielen.

Vor allem das brisante Derby beim benachbarten Lokalrivalen, der University of California Los Angeles (UCLA), bleibt dem badischen Talent in Erinnerung – trotz einer 1:3-Niederlage vor rund 1.500 Fans. „Die Rivalität ist weltberühmt“, sagt Gallas, der vom früheren Bühler und UCLA-Absolventen Jake Arnitz vor einem Wechsel zu USC „gewarnt“ worden war. Heimspiele trägt Gallas‘ Team im Galen Center aus. Die gut 10.000 Zuschauer fassende Arena ist auch als Spielort für die Olympischen Spiele 2028 vorgesehen.

Es sind zwei Kulturen des Volleyballs.
Simon Gallas, Volleyball-Talent aus Bühl

„Es sind zwei Kulturen des Volleyballs“, sagt der Diagonalangreifer zu den Unterschieden zwischen Europa und den USA. „In Amerika ist die Defensive um Welten besser. Es ist selten, dass man den Ball direkt tot bekommt“, berichtet er in der Geschäftsstelle des Bundesligisten Bisons Bühl, dem er sich im Sommer nach der coronabedingten Rückkehr in die Heimat vorübergehend als Ergänzungsspieler angeschlossen hat.

Auch sein weiterer Ex-Club, Zweitligist Baden Volleys SSC Karlsruhe, fragte bei Gallas nach, doch der entschied sich nicht zuletzt aus logistischen Gründen („Ich habe noch keinen Führerschein“) für Bühl, wo er im „Hotel Mama“ nur wenige Gehminuten von der Großsporthalle entfernt wohnt.

Bundesliga-Debüt mit 17 Jahren

Bereut hat der U18-Europameister diesen Entschluss nicht, im Gegenteil. Mit den Bisons gelang ein perfekter Start in die Saison, nach vier Siegen zum Auftakt standen die Bühler sogar an der Tabellenspitze. Inzwischen ist die Euphorie nach zwei Niederlagen in der Liga und dem Aus im Pokal-Viertelfinale etwas gewichen.

Sein Bundesliga-Debüt für die Bisons feierte Gallas bereits mit 17 Jahren im Januar 2019 bei der 0:3-Niederlage beim Meister Berlin, sein erster Punkt im Oberhaus gelang ihm kurz darauf beim 2:3 gegen die Alpenvolleys Haching. „Das war Zufall, ich habe den Ball gar nicht richtig getroffen“, erinnert sich Gallas genau.



In den USA wohnt er als „Freshman“, wie dort die Studienanfänger bezeichnet werden, in einem „riesigen Komplex“ (Gallas) mit seinen Teamkollegen zusammen. In der Achter-WG teilt er sich das Zimmer mit einem Mitstreiter aus Maryland. Insgesamt umfasst der Kader 24 Akteure, die von drei Trainern betreut werden. Chefcoach ist Ex-Nationalspieler Jeff Nygaard. „Ich bin der einzige Ausländer im Team“, erzählt Gallas, der keinen optimalen Start in Übersee hatte. Eine Stressfraktur am Rücken warf ihn zurück, ehe er sich bis zum Saisonstart einen Stammplatz erkämpfte.

Weite Reisen zu Auswärtsspielen an der Ostküste

Mit einem komplett neuen Team sei die Runde gut angelaufen, „dann ging es bergab“, berichtet Gallas, der viel herumkam. Zu Auswärtsspielen ging es bis an die Ostküste nach Washington D.C. oder Pennsylvania. Das Niveau der College-Liga vergleicht er mit der Bundesliga, ein Spitzenteam wie UCLA könnte in der deutschen Eliteklasse im Mittelfeld mithalten, seine USC-Mannschaft gegen ein schwächeres Team gewinnen. „Für Bühl würde es im Moment nicht reichen“, sagt Gallas.

Studien-Abschluss bis Mitte 2023 geplant

Bis mindestens zum 23. Dezember bleibt der 2,02-Meter-Mann noch bei den Bisons. Ob es dann zeitnah zurück nach Los Angeles geht, ist noch unklar. Seit Anfang Dezember ist sein College-Team wieder im Training, vor jeder Einheit erfolgen Corona-Schnelltests. „Ich werde mein Studium in den USA auf jeden Fall fortsetzen“, sagt Gallas. Läuft alles nach Plan, ist dieses Mitte 2023 abgeschlossen. Danach will er als Volleyball-Profi zurückkehren. Ein weiteres Engagement bei den Bisons ist dabei keinesfalls ausgeschlossen.

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