In deutschen Gewässern sind in diesem Jahr bereits mehr als 300 Menschen ertrunken. Auch in der Region gab es immer wieder Opfer. Was kann man tun, um sich beim Schwimmen selbst zu schützen? | Foto: DLRG

Ratschläge von der DLRG

Acht Tipps für sicheren Schwimmspaß

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In deutschen Gewässern sind in diesem Jahr bereits mehr als 300 Menschen ertrunken. Auch in der Region gab es immer wieder Opfer. Zuletzt ertrank am Donnerstagabend ein Schnorchler im Erlichsee in Oberhausen-Rheinhausen. Was kann man tun, um sich beim Schwimmen vor Unfällen zu schützen?

Die meisten Ertrinkungsfälle – nämlich 90 % – waren an ungesicherten Badestellen zu beklagen, also in Flüssen, Seen, Teichen und Kanälen. Das meldet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). „Das Ertrinkungsrisiko ist an diesen Badestellen sehr hoch, da sie eben nicht bewacht werden“, sagt DLRG-Sprecher Achim Wiese. Die meisten Ertrinkungsopfer seien männlich – nämlich rund 80 Prozent. „Leichtsinn, Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung sind die Hauptursachen“, sagt DLRG Pressesprecher Wiese.

Wie kann ich mich vor Schwimmunfällen schützen?

Was kann man tun, um sich beim Schwimmen selbst zu schützen? Das haben wir Sören Schmid gefragt. Er ist erster Vorsitzender der DLRG Stadtgruppe Karlsruhe und hat wertvolle Ratschläge, damit der fröhliche Badeausflug an See oder Fluss kein trauriges Ende nimmt.

  1. Die wichtigste und grundsätzlichste Regel: Keinen Unsinn machen.

  2. Am sichersten ist es, unter Aufsicht zu schwimmen – also im Schwimmbad oder in Badeseen. Dann gibt es im Notfall schnell Hilfe. Wer lieber in unbeaufsichtigen Seen oder Flüssen schwimmen geht, sollte zumindest darauf achten, immer andere Menschen in Sichtweite zu haben.

  3. Immer langsam ins Wasser gehen, damit sich der Körper an die Temperatur des Wassers gewöhnt. Hilfreich ist es auch, sich vor dem Schwimmen kalt abzuduschen. Der Grund: „Das kalte Wasser sorgt für einen Schockreflex des Körpers“, sagt Sören Schmid.

  4. Die eigene Kraft und Ausdauer nicht überschätzen. „Wer auch nur den leisesten Zweifel hat, ob er es beispielsweise an einem See ans andere Ufer schafft, der schwimmt eben längs des Ufers.“ Dann ist das sichere Festland im Notfall nie weit.

  5. Vorsicht vor allem in Seen: Die Wassertemperatur kann an Stellen, wo das Wasser tief ist, stark abfallen.

  6. Was tun, wenn man einen Krampf bekommt? „Wenn man einen Krampf im Bein hat, sitzt man natürlich erstmal im Schlamassel“, sagt Schmid. Sein Ratschlag: Ruhe bewahren. Anstatt panisch ans Ufer zu schwimmen, sei es meistens besser, sich an Ort und Stelle über Wasser zu halten, Kraft zu sparen und zu warten, bis die Verkrampfung sich löst. Denn: Wenn man nach einem Krampf Vollgas gibt, kann es sein, dass er wiederkommt, sagt Schmid. Allerdings stellt er auch klar: „Ein Allheilmittel gegen Krämpfe gibt es nicht“.

  7. Es ist immer gut, vor dem Schwimmen mit der Örtlichkeit vertraut zu sein: Wie ist der Untergrund, gibt es möglicherweise tiefe Stellen oder rutschigen Boden?

  8. Alkohol und Schwimmen verträgt sich nicht. Denn: Alkohol verlangsamt die Reaktionsgeschwindigkeit des Körpers. „Es kommt immer wieder vor, dass betrunkene Menschen im Wasser in Not geraten“, weiß Schmid.

Was kann ich tun, wenn ich sehe, dass jemand in Not ist?

  1. Wichtig: sofort den Notruf (112) alarmieren. „Dabei sollte der Anrufer dann wie bei jedem Notruf die Regeln am Telefon beachten“, sagt Schmid. Das heißt: Als allererstes sollten die W-Fragen beantwortet werden: Wo ist etwas passiert? Was ist passiert? Wie viele Menschen sind betroffen? Wer ist am Telefon? Dann auf Rückfragen warten. Außerdem ist es wichtig, den Unglücksort so genau wie möglich zu beschreiben, damit die Einsatzkräfte vor Ort keine Zeit mit der Suche verschwenden müssen.

  2. Erst nach dem Notruf sollte man selbst zu Hilfe eilen – aber nur dann, wenn man ein guter Schwimmer ist und genug Kraft hat. Aber Vorsicht: Ein Mensch, der Todesangst hat, handelt oft unkontrolliert und nicht rational. „Die halten sich an allem fest, was nicht untergeht“, erzählt Schmid. Das kann im schlechtesten Fall auch für den Retter gefährlich werden. Außerdem ist die Rettung an sich auch sehr anstrengend: Immerhin muss man für zwei schwimmen. Das kostet viel Kraft, außerdem ist man viel langsamer unterwegs.

  3. Unterstützung holen: Zwei Retter sind besser als einer.

  4. „Die beste Methode ist es, einen Rettungsring zu werfen oder hinzubringen“, sagt Schmid. Der Mensch in Not kann sich am Ring festhalten, ohne jemanden in Gefahr zu bringen. Wenn kein echter Rettungsring zur Hand ist, helfen auch andere schwimmenden Gegenstände wie beispielsweise Luftmatratzen.

Übrigens: Sicherheitstipps zum Baden hat die DLRG auch auf ihrer Homepage gesammelt. Die Regeln richten sich zwar grundsätzlich an Kinder, sind aber natürlich auch für Erwachsene gültig.