Üben für den Ernstfall: Die zentrale Ausbildugnsstätte für die Feuerwehren im Land ist die Landesfeuerwehrschule in Bruchsal | Foto: Bernd Kamleitner

Innenminister Strobl

„Auf unsere Feuerwehr ist Verlass“

Wenn Innenminister Thomas Strobl auf die Feuerwehren im Land zu sprechen kommt, dann kann er reichlich Lob verteilen: „Auf unseren Feuerwehr ist Verlass“, ließ der CDU-Politiker und stellvertretende Ministerpräsident jetzt mit Blick auf die Einsatzbilanz im  Jahr 2016 per Pressemitteilung verkünden.

Rund 11500 Personen bei Einsätzen gerettet

Die Floriansjünger hatten demnach mehr als genug zu tun. Die Unwetter im Mai und Juni des vergangenen Jahres mit Überschwemmungen nach Extremniederschlägen und den verheerenden Schäden in Braunsbach Kreis Schwäbisch Hall sind  nicht nur dem Minister noch gut in Erinnerung. Insgesamt, so der Politiker, hätten die Feuerwehren im Land bei ihren Einsätzen 11 500 Personen gerettet. Das waren fast 25 Prozent mehr als im Jahr davor (2015: 9 272).

Viel zu tun hatten die Feuerwehren in Baden-Württemberg im Jahr 2016. | Foto: Armin Weigel /dpa

„Noch nie konnten von den Feuerwehren so viele Menschen bei Brandeinsätzen und Einsätzen zur Technischen Hilfeleistung gerettet und in Sicherheit gebracht werden“, würdigte der Politiker die Leistung der Floriansjünger. Die Zahl der Toten, die von Feuerwehr bei Einsätzen geborgen wurden, ist allerdings in den vergangenen fünf Jahren von 1 044 im Jahr 2011 auf 1 368 im vergangenen Jahr gestiegen.

Über 110 000 Aktive

In der Kommunalpolitik genießen die überwiegend ehrenamtlichen Kräfte nach wie vor hohes Ansehen, wenngleich der Wunsch nach einem neuen Domizil oder neuer Technik bei angespannter Finanzlage so mancher Kommune hier und da erst nach einigem Abwägen erfüllt wird. Ungebrochen ist auch das Interesse an der Feuerwehrtätigkeit. Strobl verweist auf fast 110 500 Aktive in den 1 098 Gemeindefeuerwehren im Land. Über 108 000 sind ehrenamtlich tätig, rund 2 100 bei Berufswehren angestellt.

Frauen engagieren sich zunehmend in den Wehren

Die Zahl der weiblichen Feuerwehrangehörigen hat sich in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich nach oben bewegt. 2011 waren es 4 586, im vergangenen Jahr stieg die Zahl noch einmal um 5,3 Prozent auf 5 837. Auch beim Feuerwehrnachwuchs hält der positive Trend an: 2011 zählten die Jugendfeuerwehren 27 752 Mitglieder, im vergangenen Jahr waren es erstmals knapp über 30 000. Im Land haben laut Strobl inzwischen 92 Prozent der Wehren eine Jugendabteilung.

In fast jeder Gemeinde im Südwesten gibt es eine Feuerwehr. | Foto: Patrick Seeger (dpa)

Ungefährlich ist der Dienst bei der Feuerwehr für die Aktiven keineswegs. „Oft bringen sie sich mit einem Einsatz auch selber in Gefahr“, weiß auch der Innenminister. Ein Feuerwehrmann, der im vergangenen Jahr bei den Unwettern in der Nacht vom 29. auf den 30. Mai in Schwäbisch Gmünd Leben retten wollte, kam dabei selbst ums Leben.

Einsatzkräfte sind ständigen Gefahren ausgesetzt

„Dieser schreckliche Unglücksfall zeigt einmal mehr, dass die Einsatzkräfte ständigen Gefahren ausgesetzt sind, denen sie nur dank guter Ausbildung und wiederkehrenden Übungen ohne Folgen für Leib und Leben entgegentreten können“, betont der Innenminister.

Über 1500 Floriansjünger wurden bei Einsätzen verletzt

1 526 Floriansjünger wurden bei Einsätzen verletzt, ein Jahr zuvor waren es 1 584 (minus 3,7 Prozent). Zentrale Aus- und Weiterbildungsstätte für die Feuerwehr im Südwesten ist übrigens die Landesfeuerwehrschule in Bruchsal, die im April ihren Neubau beziehen konnte.

Über 300 Notrufe gehen durchschnittlich pro Tag im Land ein

Insgesamt wurden die Feuerwehren im Land im vergangenen Jahr 114 538-mal alarmiert – das entspricht 313 Notrufen pro Tag. Die Steigerung um 9,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist laut Innenministerium vor allem auf mehr Einsätze der Technischen Hilfeleistung zurückzuführen. Fast jeder zweite Einsatz (52 231) fällt in diesen Bereich.

Immer mehr Fehlalarme

Ein großes Ärgernis sind nach wie vor Fehlalarme. Sie haben um 11,9 Prozent auf 22 386 zugenommen. Fast jeder fünfte Anruf bei der Notrufzentrale ist demnach ein Fehlalarm. Erst an dritter Stelle in der Einsatzstatistik mit einem Anteil von 15,2 Prozent steht die eigentliche Brandbekämpfung: 17 400 Einsätze bedeuten ein Minus um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.