Die Zwillinge Lisa und Lena aus der Nähe von Stuttgart. Die beiden blonden Mädels sind 14 Jahre alt. Und Stars im Netz. Sie posen zu Playback-Videos. Teenies kennen Lisa und Lena meist von den Filmchen auf ihren Handys. | Foto: dpa

Welcher Beruf darf’s sein?

Bäcker, Pförtner oder „Instagrammer“?

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Die Lebensläufe vieler berühmter Menschen verliefen nicht so geradlinig, wie man sich das heute vielleicht vorstellen mag. So jobbten weltberühmte Rockstars früher angeblich auch mal als Totengräber (Rod Stewart), Krankenhaus-Pförtner (Mick Jagger) oder Schlachter (Ozzy Osbourne). Eine ordentliche Berufsausbildung hat selbstverständlich keiner dieser Herren genossen, sie wurden als Musiker und Sänger schnell berühmt und reich und sind es heute immer noch.

DJ BoBo war mal Bäcker

Nicht ganz so berühmt und nicht ganz so reich ist der Schweizer Musiker DJ BoBo, der gerade mit einer großen Tournee seine 25-jährige Bühnenpräsenz feiert. Als der heute 49-jährige Künstler noch ein Teenager war und Peter René Baumann hieß, ließ er sich zum Bäcker ausbilden. „Ich war damals 15 und wusste nicht, was ich machen sollte. Jeder im Dorf hat eine Ausbildung begonnen, also habe ich mich für eine Bäckerlehre entschieden“, sagt er. Spaß habe ihm der Beruf allerdings nicht gemacht, die Arbeitszeiten früh morgens empfand er als große Belastung. Dennoch betont er heute die Vorteile dieser Ausbildung. „Ich habe damals zwei Dinge gelernt: Disziplin und Durchbeißen.“ Deshalb schloss er die Ausbildung auch tatsächlich ab, bevor er dann sein Hobby, die Musik, zum Hauptberuf machte.

Berühmt als „Instagrammer“

Wer heutzutage schnell reich und berühmt werden möchte, der muss nicht mehr unbedingt den Umweg über das schweißtreibende Gewerbe der Totengräber oder Schlachter gehen. Heute wird man „YouTuber“ oder „Instagrammer“, wie beispielsweise die 20-jährige Karlsruherin Pamela Reif, die viel Geld damit verdient, Fitnessvideos von sich bei Instagram zu veröffentlichen. Inzwischen ist sie ein Fall für die Yellow Press geworden, die derzeit darüber spekuliert, ob die ehemalige 1,0-Abiturientin womöglich mit Loris Karius, dem Torwart des großen FC Liverpool, liiert ist.

Die tanzenden Zwillinge

Oder die Zwillige Lisa und Lena aus der Nähe von Stuttgart. Die zwei kommen auf mehr als 8,5 (!) Millionen Abonnenten – oder Fans – bei der Bilderbörse Instagram. Überaus beliebt sind auch ihre Auftritte bei der App musical.ly. Für ihre Selfie-Musikclips mit Hits von Weltstars wie Rihanna oder Taylor Swift erfinden sie Choreographien, tanzen und bewegen ihre Lippen zum Songtext. Das gefällt den Fans.

„Speed-Dating“ und „Job-Wall“

Doch während die einen dank Internet und Smartphone schnell Karriere machen, suchen Industrie, Handel und Handwerk händeringend nach Nachwuchs. Um diesen zu finden, locken sie bei der großen Ausbildungsmesse am 21. Januar in Karlsruhe mit zwei neuen Aktionen: Einem „Speed-Dating“ und einer „Job-Wall“. Früher hieß das „Informationsgespräch“ und ’“Schwarzes Brett“. Aber wenn’s der Sache dient, kann man das ja auch mal auf Englisch sagen.

 

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