Grosse Leidenschaft: Autogrammsammler Heiko Schönian aus Mörsch hat viele Jahre die Unterschriften berühmter Menschen zusammengetragen. | Foto: Andreas Kleber

Auflösung für guten Zweck

Er hat von allen ein Autogramm – vom Gitarrengenie bis „Fußballgott“

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Von Andreas Kleber

Ob Gitarrengenie Eric Clapton, Sängerin Jennifer Lopez, Schlagerikone Jürgen Drews, Baywatch-Nixe Pamela Anderson, Fußballgott Diego Armando Maradona oder die Schauspiellegenden Brigitte Bardot, Charles Bronson oder Jean-Paul Belmondo: Heiko Schönian aus Rheinstetten-Mörsch hat sie alle – und zwar als Autogramm. Die ru

Auch in der Sammlung von Heiko Schönian befindet sich die einstige Baywatch-Nixe Pamela Anderson.

nd 4 000 Poster, Zeitungsausschnitte, Notizblätter und Autogrammkarten, auf denen sich die Stars und Sternchen aus Film, Fernsehen, Musik, Politik, Sport verewigt haben, füllen vier Ordner und eine Vielzahl von Kartons.

Rund zehn Jahre hat der 41-Jährige nicht nur viel Zeit, sondern auch einiges an Geld investiert, um an die begehrten Signaturen zu gelangen. Mit dem Sammelvirus infiziert hat sich Schönian im Alter von etwa zehn

Jahren. „Damals war ich mit meiner Familie im Urlaub in der Schweiz, als wir einen Anhalter mitgenommen haben. Wie sich im Laufe der Fahrt herausgestellt hat, war er leidenschaftlicher Autogrammjäger. Das hat mich begeistert“, erinnert sich der gebürtige Karlsruher.

„Die Hand Gottes“ hat für die Autogramm-Sammlung unterschrieben.

Zunächst ging Schönian nur auf Jagd nach Unterschriften von Spielern des KSC und anderer Bundesligaclubs. Schnell aber dehnte er seinen Sammelradius auch aufs Ausland aus und schrieb Vereine und Verbände in ganz Europa an. „In den meisten Fällen kam Post zurück, manchmal wartete ich aber auch vergeblich“, erklärt Schönian, dessen Sammlung mit einer Autogrammkarte des ehemaligen KSC-Regisseurs Michael Harforth ihren Anfang nahm.

Teddybär mit Autogrammwunsch für Neneh Cherry

Um an Unterschriften zu gelangen, ließ es der Hobby-Fotograf nicht an Einfallsreichtum mangeln. So warf er beispielsweise der schwedischen Hip-Hop-Künstlerin Neneh Cherry bei einem Konzert ein

en mit einem frankierten Rückumschlag versehenen Teddybär zu. „Wenige Tage später lag dann die Autogrammkarte der Skandinavierin in Schönians Briefkasten. Zu gerne hätte sich Schönian auch eine Unterschrift von Muhammad Ali gesichert. Als er den ehemaligen Box-Champion vor ein paar Jahren bei einem Independent-Movie-Festival im kalifornischen Santa Monica traf, war dieser aber bereits so schwer von seiner Parkinson-

Krankheit gezeichnet, dass er keine Autogramme mehr gab. „Dafür hat er mich per Handschlag begrüßt. Das war dann auch etwas Besonderes“, so Schönian, der sich vor einiger Zeit dazu entschlossen hat, seine riesige Sammlung für einen guten Zweck aufzulösen, und auf einer eigens erstellten Web-Seite zu versteigern.

Auch ein Autogramm von Musik-Legende Eric Clapton  hat der Autogrammjäger aus Mörsch ebenfalls.

Erlös geht an Indien-Schulprojekt

Die Idee dazu ist dem Globetrotter bei einer viermonatigen Weltreise vor zirka zwei Jahren gekommen, als es ihn unter anderem nach Vietnam und Indien verschlug. Auch wenn es mir sehr schwer fällt, mich von diesen ganzen Erinnerungen zu trennen, so überwiegt letztendlich der Drang danach etwas Gutes tun zu wollen und anderen Menschen damit zu helfen“, erklärt Schönian. Den Großteil des erhofften Erlöses von 3.000 Euro möchte der Mörscher dem Schulprojekt „Badi Asha School“ im nordindischen Varanasi zukommen lassen. Der andere Teil soll mit „Sapa O’Chau“ an ein vergleichbares Projekt im Norden Vietnams gehen. „Wir leben in einer Zeit, in der wir gewisse Dinge gar nicht mehr zu schätzen wissen. Insbesondere spreche ich hier von Bildung. In vielen anderen Ländern ist das aber keineswegs selbstverständlich“, weiß Schönian.

Information zu den Projekten und allen käuflichen Autogrammen gibt es auf www.autogramme-spenden.de.