Der irische Billigflieger Ryanair ist der wichtigste Kunde am Baden-Airport in Rheinmünster-Söllingen. | Foto: Bernd Kamleitner

Regionalflughafen

Baden-Airport verfehlt Passagierrekord nur knapp

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Regionalflughafen mit zweitbestem Jahresergebnis

Der Baden-Airport hat zu seinem 20-jährigen Bestehen einen Passagierrekord knapp verfehlt. Die erwarteten 1,25 Millionen Fluggäste zum 31. Dezember reichen nicht, um das bislang unerreichte Ergebnis von 2012 – 1,299 Millionen – zu toppen. Da der 1,2 Millionste Passagier bereits Mitte Dezember registriert wurde, ist das drittbeste Jahresergebnis – 1,192 Passagiere in 2010 – aber immerhin übertroffen.

Mit über 1,2 Millionen Passagieren hat der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden im Jahr 2017 einen neuen Passagierrekord knapp verfehlt. | Foto: Bernd Kamleitner

Lange sah es in den vergangenen Monaten danach aus, als könnte eine neue Bestmarke erreicht werden. Doch schwächelnde Passagierzahlen wegen der politischen Lage in der Türkei auf der Istanbul-Linie, Flugausfälle der dann in Insolvenz gegangenen Fluggesellschaft Air Berlin und gestrichene Flüge der Niki-Airline sowie Ausfälle auf der Hamburg-Linie ließen den Traum vom Rekord im Jahr des 20. Geburtstags des Flughafen Karlsruhe/Baden (FKB) platzen.

Experten sehen Potenzial für bis zu 2,1 Millionen Passagiere

Der renommierte Unternehmensberater McKinsey sieht am Baden-Airport mit seinem Einzugsgebiet sogar ein Potential von 1,4 bis 2,1 Millionen Passagieren, so Flughafengeschäftsführer Manfred Jung. Die Entwicklung des Flugbetriebs ist übrigens die entscheidenden Größe für das Geschäft der Baden-Airpark GmbH: Etwa 80 Prozent der operativen Umsätze sind von den Passagierzahlen abhängig.

Im Jahr 2018 soll die Passagierjahresbestmarke aus dem Jahr 2012 mit 1,299 Millionen am Regionalflughafen Karlsruhe-Baden-Baden übertroffen werden. | Foto: Bernd Kamleitner

Interessant sind auch Zahlen im Zusammenhang mit Touristen, die über den Airport in die Region kommen. Demnach sollen im Jahr 2017 rund 90 000 so genannte Incoming-Touristen über den FKB in die Region gereist und im Schnitt 8,2 Tage geblieben sein. Da ein Incoming-Tourist laut Statistik pro Tag rund 136 Euro ausgibt, verbuchte die Region somit einen Kaufkraftzufluss von rund 100 Millionen Euro, heißt es.

Jeder zweite Passagier fliegt mit Ryanair

Den mit Abstand größten Passagieranteil am Baden-Airport hat der irische Billigflieger Ryanair: fast 60 Prozent. An zweiter Position folgt der Pauschalreiseverkehr über TUIfly, Sun Express und andere Anbieter mit etwa 13 Prozent. Dahinter folgen Linienverkehre von Eurowings mit etwa zehn Prozent, Wizz Air mit etwa sechs Prozent und der russische Billigflieger Pobeda und Turkish Airlines mit zusammen etwa drei Prozent. Airberlin und Niki hatten zusammen ebenfalls einen Anteil von rund zehn Prozent.

Auf dem Gewerbepark am Flughafen haben sich über 120 Firmen angesiedelt. | Foto: Bernd Kamleitner

Der Baden-Airpark stellt nicht nur das Gelände für den Flughafen, sondern auch Gewerbeflächen. Dabei hat sich die Zahl der Arbeitsplätze im Gewerbepark innerhalb von 14 Jahren mehr als verdoppelt: Im Jahr 2002 waren es 1 186, im Jahr 2016 bereits 2 510 bei 125 Firmen.

Über 2500 Arbeitsplätze am Baden-Airpark

Ebenfalls vorzeigbar: Die Zahl der Auszubildenden stieg von 48 auf 128. Aktuellere Zahlen gibt es nicht, da die Daten nur alle zwei Jahre erhoben werden. Neben Luftfahrt- und Tourismusunternehmen sind vor allem Dienstleister am Baden-Airpark angesiedelt.

http://www.baden-airpark.de

Die ehemalige kanadische Airbase in Rheinmünster-Söllingen – einst CFB Baden-Soellingen genannt – hat sich zu einem für die Region bedeutenden Regionalflughafen entwickelt. Die Baden-Airpark GmbH hat zwei Gesellschafter: Der größte Gesellschafter ist die Flughafen Stuttgart GmbH mit 66 Prozent – an ihr sind das Land Baden-Württemberg mit 65 und die Stadt Stuttgart mit 35 Prozent beteiligt. Rund ein Drittel der Anteile (34 Prozent) sind unter dem Dach der Baden-Airpark Beteiligungsgesellschaft in der Hand der Region. Gesellschafter dieser Beteiligungsgesellschaft sind die Stadt Karlsruhe (43,9 Prozent), die Kurstadt Baden-Baden (15,61), die Landkreise Karlsruhe und Rastatt (jeweils 12,68) sowie die Flughafen-Anliegergemeinden Hügelsheim und Rheinmünster (jeweils 4,88), die Stadt Bühl (4,15) und die Stadt Rheinau (1,22).
Offiziell trägt der Airport in Rheinmünster-Söllingen den Namen Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) – ein Zugeständnis an die Städte Karlsruhe und Baden-Baden, die früher über eigene kleine Flughäfen verfügten. Eine Änderung des Namens etwa in Baden-Airport steht nicht zur Debatte. Hinter dem Landesflughafen Stuttgart ist der FKB der nach Passagierzahlen zweitgrößte Airport in Baden-Württemberg.