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Corona-Impfungen

Baden-Württemberg könnte 20.000 Impfdosen bekommen

Es geht am Sonntag los mit dem Corona-Impfen in der Region, oder doch nicht? Das hängt unter anderem davon ab, ob sich die Kommunen und Landkreise als Betreiber der Zentralen Impfzentren mit dem Land über rechtliche Fragen einigen werden.

Noch einige Hürden zu nehmen: Kurz vor dem geplanten Start der Corona-Impfungen im ZIZ an der Messe Karlsruhe streiten Land und Kommunen offenbar noch über die Kosten und Haftungsfragen. Foto: Joerg Donecker

Die meisten EU-Länder wollen zwischen dem 27. und 29. Dezember mit dem Impfen gegen das Coronavirus beginnen

Am Sonntag starten die Impfungen in Deutschland, zunächst in den Zentralen Impfzentren (ZIZ) und durch die ihnen zugeordneten mobilen Impfteams.

Unsere Redaktionsmitglieder Alexei Makartsev und Pascal Schütt beantworten die Fragen rund um die Impfungen in Baden-Württemberg und der Region.

Wann ist der erste Pieks in der Region geplant?

Vermutlich direkt am Sonntagnachmittag, nachdem die ersten Impfstoffdosen eingetroffen sind. Die Stadt und der Landkreis Karlsruhe sind für das Zentrale Impfzentrum (ZIZ) in der Messe Karlsruhe zuständig. Sie haben jedoch bislang keine Gewissheit, dass es dort am 27. Dezember tatsächlich losgeht. Als Grund werden rechtliche Fragen genannt, die in den Verhandlungen mit dem Land Baden-Württemberg bislang offen geblieben sind.

Was ist das Problem?

Auf Anregung von Kommunen, darunter auch Karlsruhe, möchten die kommunalen Spitzenverbände vom Land Verbesserungen bei den Vertragsinhalten erreichen. Es geht unter anderem um die medizinische Verantwortung für Impfungen und Haftungsfragen sowie darüber, wo die beteiligten Ärzte angestellt werden. Die Kommunen möchten zudem, dass das Land die Ausgaben für die Zentralen Impfzentren komplett übernimmt. Der Vertrag ist eine Grundlage für den planmäßigen Start des Karlsruher ZIZ. Eine Einigung steht nach BNN-Informationen kurz bevor, durch einen neuen Mustervertrag des Sozialministeriums wurden die größten Kritikpunkte ausgeräumt.

Wenn der Impfbetrieb nun am Sonntag beginnt, wer wird zuerst eingeladen?

Auch das ist noch nicht ganz klar. Aus Offenburg, wo ebenfalls ein ZIZ für Südbaden eingerichtet wurde, ist immerhin bekannt, dass am Sonntag die ersten Mobilen Impfteams in die Pflegeheime fahren sollen. Möglicherweise wird es auch im Raum Karlsruhe so sein. Laut der verantwortlichen Karlsruher Bürgermeisterin Bettina Lisbach müssen noch organisatorische Fragen geklärt werden.

Wie viel Impfstoffdosen wird die Region jetzt erhalten?

Am Samstag sollen genau 151.125 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer nach Deutschland geliefert werden. Wie vorher bekannt wurde, erhält jedes Bundesland einen Anteil der Impfstoffe nach der jeweiligen Einwohnerzahl. Damit würde Baden-Württemberg mit seinen elf Millionen Einwohnern ungefähr 20.000 Dosen bekommen. Wenn sie gleichmäßig auf die neun ZIZ im Land verteilt werden, könnte die Region Karlsruhe demnach mit etwa 2.220 Dosen rechnen. Das reicht zunächst für 1.110 Menschen, die jeweils zweifach im Abstand von drei bis vier Wochen geimpft werden sollen.

Wie erfahren jetzt die Menschen, ob sie sich impfen lassen dürfen?

Die Vergabe der Impftermine regeln die Bundesländer. Nach Angaben der Landesregierung in Stuttgart ist es geplant, dass die Anmeldung telefonisch über die Telefonnummer 116 117 erfolgt. Allerdings sollen in größeren Zentren auch telefonische Anmeldungen direkt vor Ort möglich sein. Auch über eine App sollen Anmeldungen ermöglicht werden. Dazu gab es aus Stuttgart aber noch keine Detailinformationen. Eine Terminbuchung ist aktuell wohl noch nicht möglich. Offenbar fehlt nach wie vor die Software für Terminvergabe und andere Bereiche des Impfprozesses. Sie soll vom Bund bereitgestellt werden.

Ist zumindest bekannt, wer zu der ersten Impfgruppe gehören wird?

Ja, das hat der Bund nach einer Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) festgelegt. Zur Prioritätsstufe 1 gehören: Personen im Alter von 80 Jahren und älter, Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen, Pfleger und Personal in diesen Einrichtungen sowie medizinische Mitarbeiter mit besonders hohem Expositionsrisiko, beispielsweise auf Intensivstationen und im Rettungsdienst.

Wie kommen die berechtigten Personen zu ihren Impfungen?

Immobile Menschen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen müssen laut dem Impfkonzept des Landes nirgendwohin fahren. Sie sollen durch die mobilen Teams geimpft werden. Das Karlsruher ZIZ hat einen Auto-Parkplatz für Besucher eingerichtet, zudem war an der Messe Rheinstetten ein Shuttle-Service geplant. Ob und wann er in Betrieb geht, wurde bislang nicht bekannt gegeben.

Wo kann man generelle Auskunft über die Impfstoffe und Impfungen bekommen?

Zum Beispiel bei der Krankenkasse Barmer, die ab sofort in ihrer Corona-Hotline 0800 84 84 111 kostenlos darüber informiert, und zwar nicht nur die eigenen Versicherten. Laut der Kasse beantworten ihre Experten nicht nur die Fragen, wer wann und wo geimpft wird, sondern auch wie sicher die Impfung ist oder wer die Kosten übernimmt. Auch auf dem Infoportal „Zusammen gegen Corona“ (www.zusammengegencorona.de) des Bundesgesundheitsministeriums sind Informationen zu Impfstoffen zusammengestellt.

Wie geht es dann weiter mit den Impfungen?

Ab 15. Januar werden die Kreisimpfzentren in Betrieb gehen. Sie befinden sich im Landkreis Karlsruhe in der EGO Halle 4 in Sulzfeld und im Praktiker-Baumarkt in Bruchsal. Die Stadt Karlsruhe hat dafür die Schwarzwaldhalle vorgesehen. Der Enzkreis hat ein Kreisimpfzentrum in der Appenbergsporthalle (Mönsheim). Pforzheim hat ein Zentrum in der St. Maur-Eissporthalle eingerichtet. Im Landkreis Rastatt wird bald in der Bühler Schwarzwaldhalle geimpft, und in Baden-Baden im Kurhaus. Die Kreisimpfzentren sind aktuell bis Juni 2021 eingeplant.

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