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Danke für die vielen Erinnerungen

Die BNN-Serie „75 Schlagzeilen“ ist nun zu Ende: Buch ist für Herbst geplant

Von den Rastatter Prozessen bis zur Sprengung der Kühltürme Philippsburg - alles, was die Region in den vergangenen 75 Jahren bewegt hat, haben wir zum 75. Geburtstag unseres Medienhauses in eine Serie gepackt. Den BNN-Lesern hat es gefallen - deshalb gibt es die Geschichten jetzt bald in Buchform.

236 Seiten voller Historie: Alle Schlagzeilen werden schon bald auch in einem Buch nachzulesen sein. Es soll im Herbst in einer exklusiven Auflage von 5.000 Stück erscheinen. Foto: Rake Hora

Es gibt Nächte, die man sein Leben lang nicht vergisst. Auch wenn man vielleicht nicht mehr jeden Tag daran denkt.

Manchmal vergehen Monate, manchmal Jahre, ohne einen einzigen Gedanken an das Erlebte. Aber – vergraben unter all dem, was sonst noch in einem Menschenleben passiert – schlummert die Erinnerung.

Dann braucht es nur einen kleinen Weckruf und schon ist alles wieder da.

Ich kann die Geräusche der Nacht noch hören.
Herbert Fritz, BNN-Leser aus Illingen

Als Herbert Fritz aus Illingen am 13. Mai dieses Jahres in unserer BNN-Serie „75 Schlagzeilen“ vom großen Rheinhochwasser im Jahr 1955 liest, erwacht bei ihm die Erinnerung an schlimme Tage und bange Nächte.

Besonders an jene, in der der Damm von Steinmauern brach und die Wassermassen alles mitrissen. Die Bilder und Ereignisse hat er bis heute im Kopf. „Ich kann sogar die Geräusche noch hören“, berichtet er der Autorin des Artikels, Susanne Jock, am Telefon.

Ihr Text und die schwarz-weiß Fotos aus der Zeit haben den heute 82-Jährigen so sehr bewegt, dass er sofort nach der Zeitungslektüre zum Hörer greift, um seine eigene Geschichte mit ihr zu teilen.

Die Serie erzählt viele Geschichten und weckt noch mehr Erinnerungen

Heftige Gefühle löst bei Leserin Margit Ehmann aus Bretten die Schlagzeile aus dem Jahr 1959 aus. In dieser Folge geht es um Heinrich Pommerenke, den berühmtesten und gleichzeitig berüchtigtsten Verbrecher der Nachkriegszeit.

Mit Überfällen, Vergewaltigungen und Morden, ausschließlich von Frauen, verbreitet die „Bestie aus Baden“ monatelang Grauen. In ganz Deutschland geht die Angst um. Besonders wütet er vor unserer Haustüre, wo Eltern ihren Töchtern drohen: „Komm’ nicht zu spät nach Haus, sonst holt Dich der Pommerenke.“

Ich bekomme heute noch Gänsehaut.
Margit Ehmann, BNN-Leserin aus Bretten

Auch 62 Jahre später erinnert sich die heute 81-jährige Margit Ehmann noch an den Schrecken, der damals umging. „Ich bekomme immer noch Gänsehaut“ schreibt sie in einem Brief an die Autorin des Artikels, Claudia Bockholt.

So soll das Buch aussehen. Foto: BNN

Herbert Fritz und Margit Ehmann stehen an dieser Stelle stellvertretend für viele weitere Zuschriften, die uns seit dem Start unserer exklusiven BNN-Serie „75 Schlagzeilen“ am 30. April 2021 erreichen. Mit dem heutigen Tag endet die Reihe – genau 75 Folgen sind erschienen.

Sie alle zeichnen anhand eines herausragenden Ereignisses pro Jahr die regionale Geschichte der vergangenen 75 Jahre nach. Manche sind vor allem für uns in Baden relevant, andere sind Weltgeschichte geworden.

Weltgeschichte und Weltstars in der Region

Von den ganz großen dieser Welt hat sich Heidrun Halbaur sogar ein Souvenir bewahrt. Die Lektüre der Schlagzeile aus dem Jahr 1961 rief der Leserin aus Durlach ihr gelb-schwarzes Autogrammbüchlein ins Gedächtnis.

Mit ihm „bewaffnet“ war sie während der glamourösen Bambi-Verleihungen in Karlsruhe in den 60er Jahren auf Star-Pirsch gewesen. Sophia Lorens Unterschrift prangt darin, neben der von Rock Hudson und vielen weiteren Schauspielgrößen, die kamen, um sich in der Fächerstadt ihr legendäres goldenes Reh abzuholen.

Ereignisse gehören zur Identität unserer Region

75 Schlagzeilen – das waren 75 Ereignisse, die sich in das kollektive Gedächtnis der Menschen in unserer Region gegraben und dort Tausende von unterschiedliche Erinnerungen geschaffen haben.

Den Olympiasieg von Carl Kaufmann im Jahr 1960 verbinden viele mit Freude und Stolz, der verheerende Krankenhausbrand von Achern 1980 löst bei Betroffenen bis heute Schmerz und Trauer aus und an das „Wunder vom Wildpark“ – das 7:0 gegen Valencia im Jahr 1993 – erinnern sich selbst die, die keine besondere Leidenschaft mit dem KSC verbindet. Es sind Geschichten, die identitätsstiftend sind für viele von uns. Egal ob jung oder alt.

75 ist – nicht ganz zufällig – auch die Anzahl von Jahren, die die BNN das Geschehen vor unserer Haustüre, auf dem Gebiet zwischen Bruchsal und Achern sowie zwischen Pforzheim und Wörth schon als Tageszeitung begleiten. Dieses Jahr feiert der Verlag Geburtstag und blickt dabei zurück auf die Anfänge und den Weg, den die Zeitung gemeinsam mit ihren Lesern zurückgelegt hat.

Zwischen den Zeilen erzählen die „75 Schlagzeilen“ also nicht nur von historisch wichtigen Ereignissen, sondern auch davon, wie die BNN und ihre Leser gemeinsam in die modernen Zeiten gegangen sind.

Von bescheidenen Anfängen im kargen Nachkriegsjahr 1946 auf Papier hin zu einem modernen Medienhaus, das die neuesten Nachrichten aus der Region auch auf digitalen Kanälen ausspielt.

75 Schlagzeilen sind auch 75 Jahre BNN-Geschichte

Es kann in 75 Jahren nicht immer nur erfreuliche Ereignisse geben. Aber egal ob sie glücklich oder tragisch, ob sie zukunftsweisend oder verhängnisvoll waren, sie haben die Region bewegt und tun das auch weiterhin.

Weil viele Leser danach fragten, werden alle Schlagzeilen schon bald auch in einem Buch nachzulesen sein, an dem im Moment noch mit Hochdruck gearbeitet wird. Im Herbst wird das aufwändig produzierte und hochwertige Hardcover dann in einer exklusiven Auflage von 5.000 Stück zum Preis von 15,90 Euro in den Handel kommen.

Mit seinen 236 Seiten und zahlreichen Bildern wird es zum Schmökern einladen und hoffentlich noch bei viel mehr Menschen Erinnerungen und Emotionen auslösen. So wie bei Margit Ehmann aus Bretten.

Die Leserin, ein bisschen älter noch als unsere Zeitung, schreibt in ihrem Leserbrief an die Redaktion: „Viele schöne Erinnerungen habe ich durch Ihre Berichte. Sie erleichtern es mir, meine eigene Lebensgeschichte – ich bin Jahrgang 1940 – aufzuschreiben. Vielen Dank dafür.“

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