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Interaktive Karte

Corona-Krise: Wo die Plätze auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg knapp werden

Die meisten Infektionen mit dem Coronavirus verlaufen zwar milde - angesichts steigender Infektionszahlen fürchten Mediziner allerdings Engpässe auf den Intensivstationen. Wie ist die aktuelle Lage in Baden-Württemberg?

Ein leeres Bett in der Intensivstation einer Klinik. Im Herbst und Winter könnte es zu Engpässen auf den Intensivstationen kommen, warnen Experten. Foto: Jonas Güttler/dpa

Von rund 3.000 Betten auf Intensivstationen in Baden-Württemberg sind derzeit rund drei Viertel belegt. Das heißt: Etwa 760 Intensivbetten sind frei und können Patienten aufnehmen. Zusätzlich steht eine Notfallreserve von rund 1.700 Betten zur Verfügung, die innerhalb von sieben Tagen aufgebaut werden können.

Das geht aus Daten des Intensivregisters hervor, das Innen- und Sozialministerium zur Steuerung des Krisenmanagements in der Corona-Pandemie heranziehen. Seit April sind Krankenhäuser bundesweit verpflichtet, die Kapazitäten ihrer Intensivstationen in Echtzeit zu melden. Dabei sollen die Kliniken nur Betten melden, die auch tatsächlich betrieben werden können und nicht beispielsweise wegen Personalmangels leer bleiben müssen. Hinweise und Stichproben zeigten allerdings, dass mitunter auch Betten als frei gemeldet würden, für die gar kein Pflegepersonal verfügbar sei, sagte DIVI-Präsident Uwe Janssens der Deutschen Presse-Agentur. Das Ausmaß der fehlerhaften Meldungen sei unklar.

Lange Zeit waren die Kliniken im Land angewiesen, 35 Prozent ihrer Intensivbetten für Covid-19-Patienten freizuhalten. Das aber bescherte den Kliniken finanzielle Einbußen bei gleichzeitig steigenden Kosten. Im September kam die Landesregierung den Krankenhäusern also entgegen, sie konnten die freigehaltenen Intensivbetten auf zehn Prozent reduzieren. Seit 19. Oktober gilt im Land die Pandemiestufe 3 - deshalb sind die Krankenhäuser angehalten, ihre Intensivkapazitäten für Covid-19-Patienten schrittweise wieder zu erhöhen.

Mediziner rechnen mit mehr Intensivpatienten

Angesichts zunehmender Infektionen mit dem Coronavirus (die aktuellen Zahlen finden Sie hier) warnen Experten immer wieder vor Engpässen auf den Intensivstationen. „Wir bereiten uns vor auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind“, sagte die Leiterin der Abteilung Infektiologie des Uniklinikums Gießen, Susanne Herold, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits Anfang Oktober in Berlin.

Seitdem hat sich allein in Baden-Württemberg die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Covid-19-Patienten von 54 auf 250 Anfang November fast verfünffacht. Ähnlich viele Patienten hatte es zuletzt im Mai gegeben.

Am Dienstag waren laut Intensivregister in Baden-Württemberg 253 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, 138 von ihnen wurden invasiv - also mittels Kanüle oder Tubus - beatmet.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg? Einen Überblick liefert unsere Karte, die mehrmals täglich automatisch die aktuellsten Daten aus dem Intensivregister bezieht.

Die Farben zeigen an, ob alle in der jeweiligen Klinik vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten noch verfügbar sind (blau), die Kliniken in mindestens einem Bereich begrenzte Kapazitäten oder eine Auslastung melden (gelb), oder ob alle Bereiche bereits ausgelastet sind (rot).

Wichtig: Nicht alle Kliniken behandeln Covid-19-Patienten, Engpässe oder Auslastungen können daher auch auf andere Patienten zurückzuführen sein. Derzeit ist der größte Teil der Intensivpatienten wegen anderer schwerer Erkrankungen in Behandlung.

Die Einstufungen treffen die Kliniken nach eigenem Ermessen - wann also nur noch eingeschränkt Kapazitäten zur Verfügung stehen, kann sich von Klinik zu Klinik unterscheiden. Steht die Ampel auf Rot, stehen allerdings einheitlich keine Intensivbetten mehr zur Verfügung.

So viele Covid-19-Patienten werden in Kliniken behandelt

Und wie ist die Lage in Ihrem Landkreis? Die aktuellen Informationen für Ihre Region finden Sie in unserer Tabelle:

Berühren Sie die Balkengrafik, um weitere Informationen zur Bettenzahl zu erhalten.

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