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Landgericht Mannheim

„Druide“ äußert sich in Waffen-Prozess: Urteile erwartet

Im Mannheimer Prozess um eine Gruppe von schwer bewaffneten Männern hat sich nun deren Anführer geäußert: Der selbsternannte „Druide“ ließ am Freitag durch seinen Rechtsanwalt wissen, dass er sich schon 2017 von früheren Aussagen distanziert habe.

Der „Druide“ Karl B., einer der Angeklagten, spricht im Verhandlungssaal des Landgerichts mit seinen Anwälten. Foto: Jan Peter/dpa

Der 71-Jährige ist wegen rassistischer und antisemitischer Positionen und wegen Vergehen gegen das Waffenrecht vor dem Landgericht angeklagt. Er soll auf einer bei Neonazis beliebten Internetplattform den Holocaust geleugnet und gegen Flüchtlinge gehetzt haben. Nach früheren Angaben soll er zudem im Internet den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (2019) begrüßt haben.

Angeklagte horteten Waffen und Sprengstoff

In dem Mannheimer Prozess legte er in den Anklagepunkten Volksverhetzung und Verstöße gegen das Waffenrecht ein Geständnis ab. Bei einer Razzia waren bei dem Hauptangeklagten und seinen Anhängern Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden worden. Sie sollten ihnen angeblich im Fall eines staatlichen Zusammenbruchs zum Selbstschutz dienen.

Die Mitangeklagten hatten bereits Geständnisse abgelegt und damit die Basis für eine Verständigung geschaffen. Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht haben vereinbart, den Prozess gegen die drei Männer möglichst schnell abzuschließen. Sie können deshalb mit milderen Strafen rechnen. Die Verteidiger gingen von Bewährungsstrafen aus.

Druide wollte mögliche Invasion autark überstehen

Dagegen geht die Verhandlung gegen den Hauptangeklagten, der zeitweise in Schwetzingen wohnte, am 4. Februar weiter. Der aus dem nordhessischen Grebenstein stammende Mann soll in Sachsen-Anhalt versucht haben, auf einem Campingplatz und Bauernhof in abgeschiedener Lage für den Fall einer Invasion von Amerikanern, Russen oder Außerirdischen autark zu leben.

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