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Mindestens 25 neue Infektionen

Entsetzen über Corona-Ausbruch in Mühlheim nach Wanderausflug mit 14 Leuten

Erst wanderten 14 Ausflügler gemeinsam durchs Donautal. Dann saßen sie Berichten zufolge gesellig in einer Hütte beisammen. Mindestens 25 positive Fälle sind aus der Wandertour entstanden. Politiker fordern: Dieser mehrfache Corona-Regelbruch muss hart geahndet werden.

Auf ihrer Wandertour hielten sich die 14 Personen aus zehn unterschiedlichen Haushalten weder an die Abstandsregeln noch an weitere Vorschriften. Zudem missachteten einige der Teilnehmer wohl ihre einzuhaltende Quarantäne. Mehrere Politiker fordern nun Konsequenzen daraus. Foto: Dominic Körner

Ein Wanderausflug einer 14-köpfigen Gruppe samt geselligem Beisammensein in einer Hütte hat in Baden-Württemberg einen sprunghaften Anstieg von Corona-Infektionen ausgelöst - und für Entsetzen bei Politikern gesorgt. Der Bürgermeister der Stadt Mühlheim an der Donau, Jörg Kaltenbach (CDU), sagte laut „Bild“-Zeitung: „Die Wanderer stammen aus zehn Haushalten. Niemand aus der Gruppe hat sich an die Corona-Regeln gehalten, wie wir jetzt erfahren haben. Dabei haben sich Beteiligte gegenseitig angesteckt und später andere infiziert. Das muss hart bestraft werden!“ Mehrere Medien berichteten über den Vorfall.

Positiv getestete Teilnehmer sollen ihre Quarantäne gebrochen und dann auf der Arbeit weitere Menschen angesteckt haben. In Mühlheim lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Ende vergangener Woche bei fast 1000, seither sank der Wert auf rund 500. Im Landkreis Tuttlingen - dort befindet sich Mühlheim an der Donau - lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche am Mittwoch bei 100,9.

25 positive Fälle durch Wanderung

Die Gruppe war am 16. Januar durch das verschneite Donautal gewandert. Stefan Bär, Landrat des Landkreises Tuttlingen, sagte in einer am Freitag veröffentlichten Video-Botschaft auf Facebook: „Aus dieser Wanderung sind - Stand heute - bereits 25 positive Fälle hervorgegangen.“ Es sei einer der massivsten Verstöße gegen die Corona-Verordnung bisher. Das Verhalten sei rücksichtslos gewesen „und grenzt an Selbstherrlichkeit“.

„Wir wissen auch, dass Personen aus dieser Gruppe, die positiv getestet waren und in Quarantäne, in ihre Betriebe gegangen sind und dort weitere Personen angesteckt haben“, so der Landrat. Die Polizei ermittle, die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet. „Es geht nicht mehr nur um Bußgeld, sondern um Straftatbestände, die zu prüfen sind“, sagte Bär.

Falsche Angaben der Kontakte

In einer am Montag im Internet veröffentlichten Erklärung des Mühlheimer Gemeinde- und Ortschaftsrats zu dem Corona-Regelverstoß heißt es, es seien offenkundig auch bewusst falsche und unvollständige Angaben bei der Kontaktnachverfolgung gemacht worden. Die Wanderung sei ein „massiver und vollkommen inakzeptabler Verstoß gegen die Coronaverordnung“. Der Vorfall habe dem Ansehen der Stadt und des Landkreises stark geschadet.

Bürgermeister Kaltenbach sagte dem SWR mit Blick auf die Konsequenzen für die Corona-Regelbrecher: Es gebe eine klare Erwartungshaltung, „dass man sich hier im allerobersten Rahmen bewegt, dass es weh tun muss und eine abschreckende Wirkung hat“.

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