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12 Stimmen aus Baden

Mehr als jede vierte Familie in Deutschland ist alleinerziehend

Alleinerziehende Mütter und Väter stellen bei den unterschiedlichen Familienformen einen immer größeren Anteil. Wie wichtig es ist, dass Politiker und die Gesellschaft die Belange von Einelternfamilien berücksichtigen, zeigen die Zahlen.

Alleinerziehende Mütter und Väter müssen Job, Haushalt sowie Kindererziehung und Betreuung oft alleine stemmen. Foto: obs/Douwe Egberts Coffee & Tea Consumer Products GmbH

22,6 Prozent der Familien in Deutschland sind alleinerziehend. Mehr als jede vierte Familie ist also alleinerziehend. Das zeigen die aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2019. Dabei sind es vor allem Mütter, die ihre Kinder ohne den Vater großziehen (84 Prozent). Der Anteil der alleinerziehenden Väter lag im Jahr 2019 bei 16 Prozent.

Baden-Württemberg hat mit 19,4 Prozent im Vergleich mit den anderen Bundesländern den geringsten Anteil an Einelternfamilien. Die anteilsmäßig betrachtet meisten alleinerziehenden Mütter und Väter leben in Berlin (27,6 Prozent).

Das zeigt eine Umfrage des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2017. Auf Berlin folgen Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen.

Verglichen mit anderen Haushalten wie etwa Ehepaaren mit Kindern oder Singles hatten Einelternfamilien 2019 mit 42,7 Prozent das mit Abstand höchste Armutsrisiko.

Corona-Pandemie löst Ängste bei Alleinerziehenden aus

Die Lockdowns in der Corona-Pandemie waren insbesondere für Eltern eine Zerreißprobe. Parallel zur Arbeit, oft im Homeoffice, und dem Haushalt mussten sie auch noch ihre Kinder zuhause betreuen oder sich um eine andere Unterbringung kümmern.

Alleinerziehende Müttern und Vätern fehlt der andere Elternteil, mit dem sie sich diese Aufgaben teilen können. Wie haben sie die Pandemie erlebt? Das hat das Statistische Bundesamt in einer repräsentativen Umfrage in diesem Jahr erforscht.

32 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland befürchten, dass sie Arbeit und Kinderbetreuung nicht gleichzeitig schaffen. 34 Prozent sagen, dass ihr Leben seit der Corona-Krise stressiger geworden ist. Mindestens eine negative Erfahrung mit der Betreuung daheim haben 48 Prozent der Einelternfamilien gemacht.

Dass ihr Kind zuhause nicht so gut gefördert werden kann wie in der Kita oder in der Schule und später daraus Nachteile haben könnte, befürchten 56 Prozent. Angst davor, dass ihr Einkommen nicht mehr ausreicht und sie finanzielle Probleme bekommen, wenn die Krise noch länger andauert, haben 35 Prozent der alleinerziehenden Mütter und Väter.

Weitere Informationen zum Projekt „12 Stimmen aus Baden“ gibt es auf der Instagram-Seite der BNN und im dortigen Highlight „#btw21“.

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