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Vorfall am Wochenende

„Feuerball“ über dem Südwesten - was ist über den Meteor bekannt?

Der „Feuerball“, der am Samstagabend am Himmel über weiten Teile Deutschlands zu sehen war, sorgte bei Experten und Laien für jede Menge Aufsehen. Was hatte es mit dem Meteor auf sich?

Ein heller Schweif über dem Südwesten: Mario Braun aus der Nähe von Landau hat dem Meteor vom Samstag (28. November) mit einer 360-Grad-Aufnahme festhalten können und zu einem Rechteck-Format korrigiert. Foto: Mario Braun

Vor römischen Truppen fürchteten sich die Gallier aus dem Cartoon „Asterix und Obelix“ nie. Dafür machte den Bewohner des kleinen Dorfes eher etwas anderes Angst: Nämlich, dass ihnen „der Himmel auf den Kopf“ fällt. Am Samstagabend wäre es Majestix, Troubadix und Co. vor Schauer wohl eiskalt den Rücken runtergelaufen.

Denn ein sogenannter „Feuerball“, also ein sehr heller Meteor, zog über den Himmel von West- bis Süddeutschland. Gegen 19 Uhr war der Meteor am Himmel zu sehen. Meldungen von Beobachtungen gab es vom Niederrhein bei Köln bis Stuttgart. Auch aus dem BNN-Verbreitungsgebiet meldeten sich Leser. Was hatte es damit auf sich? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was für ein Objekt flog da über den Himmel und wo landete es?

Meldungen zu dem Feuerball am Samstag gibt es aus Deutschland, aber auch aus Frankreich und Holland. Auch soll das Objekt in zwei Teile zerbrochen sein. Wo genau diese runtergegangen sind, und ob überhaupt Stücke auf der Erde landeten, kann noch nicht gesagt werden. „Da wird nun von Experten berechnet. Wie war die Flugbahn und wo sind potentiell Teile runtergekommen?“, erklärt Carolin Liefke, Astrophysikerin am Heidelberger Haus der Astronomie. Die International Meteor Organization (IMO) gehört zu den Institutionen, die solche Ereignisse analysieren. Dabei helfen weltweit aufgestellte Kamerasysteme - und die Beobachtungen von Laien, um die Geschehnisse zu rekonstruieren. Mario Braun aus Bornheim bei Landau konnte den Meteor mit einer 360-Grad-Aufnahme in einem Foto einfangen. Laut den Daten der Flugbahn, die IMO zur Verfügung stellt, soll der Einsturzwinkel sehr flach gewesen sein. Dem Hobby-Astronomen zufolge schmälert das die Wahrscheinlickeit, dass Teile auf der Erde ankamen.

Wie oft kommt es zu Meteoren oder ähnlichen Erscheinungen?

„Das kommt alle paar Tage oder Wochen vor“, erklärt Liefke. Kurz nach der ersten Ereignis am Samstag habe es auch noch einen zweiten Feuerball gegeben. Wer auf die Homepage der IMO geht, sieht sehr viele Meldungen über weltweit auftretende kosmische Ereignisse. Allein vom Samstag gibt es 245 Meldungen aus Deutschland, Holland, Frankreich, Belgien, Dänemark und der Schweiz. Bereits eine gute Woche zuvor gab es sogar 530 Meldungen zu einem anderen Meteor. Vorhersagungen über Meteore, die auf die Erde treffen, lassen sich im Vorfeld keine treffen. Im Internet tauchen zudem Videos vom Wochenende auf, die eine sehr helle Erscheinung über Japan zeigen.

Ob es sich um das selbe Objekt handelt ist unklar. Im Dezember kommt es übrigens zum stärksten Meteorstrom des Jahres, den Geminiden.

Meteor, Meteoroid, Meteorit? Was denn jetzt?

Meteoroiden sind kosmischen Teilchen, die kleiner als ein Asteroid sind. Sie bewegen sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne umher und können zwischen wenigen Millimetern und mehreren Metern groß sein. Tritt der Meteoroid in die Erdatmosphäre ein, verglüht er und wird zur Sternschnuppe. Der fachlich korrekte Ausdruck für diese Leuchterscheinungen am Himmel ist Meteor. Wenn das Objekt nicht vollständig verglüht und Teile davon tatsächlich auf der Erde landen, spricht man von einem Meteorit.

Wieso leuchten die Objekte so extrem hell?

„Das Objekt hat sich relativ langsam bewegt und war lange zu sehen. Das ist aber auch immer abhängig von der Perspektive“, so Liefke. Wenn ein Objekt besonders hell und lange verglüht, weil es dementsprechend groß ist, spricht man von einem Feuerball. „Die Farbgebung entsteht durch die Reibungsenergie. Da verbrennt nicht das Objekt, sondern durch die Energie und die Geschwindigkeit wird die Luft aufgeheizt“, so Liefke. Die Meteore durchbrechen beim Eintritt in die Atmosphäre die Schallmauer.

Ist so ein Meteorit gefährlich?

In diesem konkreten Fall war das Objekt wohl zu klein, als das jemand zu Schaden gekommen wäre. Es habe aber auch Fälle gegeben, wo angeblich Dächer zerschlagen oder Autos getroffen wurden, erklärt die Astrophysikerin. Ein faustgroßes Teil, das mit extrem hoher Geschwindigkeit auf die Erde knallt, kann natürlich gefährlich sein, aber: „Es gibt keinen Fall bei dem ein Mensch von einem Meteorit getroffen wurde.“

Vor mehr als sieben Jahren sorgte allerdings in der russischen Stadt Tscheljabinsk ein Meteor für Aufsehen. Das Objekt zerbrach in einer Höhe von 30 Kilometern und soll ursprünglich zwischen 17 und 19 Metern groß gewesen sein. Das größte Fragment fand man in einem See - es wog 570 Kilogramm. Fast 1.500 Menschen wurden verletzt, die meisten von Ihnen hatten Schnittverletzungen und Prellungen.

Wenn man Bruchstücke findet, was sagen diese aus?

Wissenschaftler können die übrig gebliebenen Teile auswerten. „Das ist Urmaterie aus der Entstehungsgeschichte, also Material, das draußen im All rumschwirrt und quasi übrig geblieben ist“, erläutert Liefke. Darin können chemische Substanzen aller Art eingeschlossen sein. Möglicherweise können solche Objekte Teil eines anderen Körpers gewesen sein.

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