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Sonderprogramm für die Sanierung

Kaum Geld für Schwimmbäder: Fast zwei Drittel der Anträge aus Baden-Württemberg abgelehnt

Mit 200 Millionen Euro fördert der Bund die Sanierung von Schwimmbädern und anderen Sportanlagen. Doch die Nachfrage ist größer. Im Südwesten wurden von 64 Anträgen auf Förderung 44 abgelehnt.

Kein Geld vom Staat: Der Bund fördert die Sanierung von Schwimmbädern und anderen Sportanlagen. Doch die Nachfrage ist deutlich größer als die zur Verfügung stehenden Mittel. Viele Kommunen im Südwesten gehen daher leer aus. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Bedarf war enorm, die Nachfrage gewaltig. Als das vom früheren CSU-Chef Horst Seehofer geführte Bundesinnenministerium, das auch für den Sport zuständig ist, vor drei Jahren das Sonderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ auflegte und dafür insgesamt rund 200 Millionen Euro zur Verfügung stellte, reichten die Städte und Gemeinden rund 1.300 Anträge ein.

Allein im vergangenen Jahr waren es 347 Kommunen, die den Bund um finanzielle Unterstützung bei der Sanierung eines Hallen- oder Freibades baten.

Doch am Ende der Legislaturperiode ist die Enttäuschung groß. Wie aus einer Antwort des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, die den BNN exklusiv vorliegt.

In Baden-Württemberg wurden von 64 Anträgen 44 abgelehnt

Demnach wurden von den 347 Anträgen 237 abgelehnt und lediglich 110 angenommen. In Baden-Württemberg fielen gut zwei Drittel der Anträge durch, von den 64 Kommunen, die einen Zuschuss vom Bund beantragten, erhielten 44 eine Absage. Aus der Region war nach BNN-Informationen kein Projekt betroffen.

In Nordbaden profitiert einzig Schwetzingen im Rhein-Neckar-Kreis von dem Förderprojekt, in die Gemeindekasse fließen zwei Millionen Euro für ein Sanierungsvorhaben. Dabei hatte der Bund selbst eingeräumt, dass ihm „der hohe Investitionsbedarf von Schwimmbädern grundsätzlich bekannt“ sei.

Ich habe kein Verständnis, dass der Bund knausert.
Dietmar Bartsch, Fraktionschef der Linken im Bundestag

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, kritisierte die hohe Zahl an Ablehnungen massiv. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass der Bund knausert, wenn Kommunen Mittel für Schwimmbadsanierungen beantragen“, sagte er den BNN.

Schon vor Corona habe es immer mehr Bäderschließungen in Deutschland gegeben, während der Pandemie konnten viele Kinder nicht mehr schwimmen lernen. Dass nun zwei Drittel der Anträge von Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg abgelehnt wurden, „ist ein ganz schlechtes Zeichen aus Berlin, wenn gleichzeitig Milliarden an die Lufthansa und andere Konzerne flossen“.

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