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Kräfte für 24-Stunden-Pflege fehlen

Frühe Ferien bedeuten für die Familie des behinderten Felix harte Nachtschichten

Für die Eltern von Millionen Schulkindern stellt sich im neuen Corona-Lockdown nun vor allem die Frage: Wer betreut die Kinder tagsüber? Für Familien mit schwerstbehinderten jungen Menschen kommt oft auch die Sorge um die nächtliche Betreuung hinzu.

Umsorgt in der Familie: Felix mit Mama Stefanie, den Schwestern Johanna und Elisabeth und Ziehvater Jürgen. Dass seine Schule länger Ferien macht, aber Pflegekräfte für den Nachtdienst fehlen, stellt die Familie vor eine Belastungsprobe. Foto: Elvira Weisenburger

Felix‘ Mutter sucht nach Worten, um zu beschreiben, was über Weihnachten auf sie zukommt. „Das ist in etwa so, als ob man die Altersheime schließen würde und die Familien ihre pflegebedürftigen Großmütter abholen müssten“, sagt Stefanie T. „Obwohl – der Vergleich stimmt nicht ganz. Es ist eher so, als ob man einen Wachkoma-Patienten daheim betreuen sollte.“

Für die 45-Jährige aus Nußloch im Rhein-Neckar-Kreis war es eine Hiobsbotschaft, dass die Schulen verfrüht geschlossen haben. Ihr 17-jähriger Sohn Felix ist mehrfach schwerstbehindert. Er braucht Pflege rund um die Uhr. Aber Fachpflegekräfte fehlen.

Während der Woche besucht Felix normalerweise das Internat an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ). Ursprünglich wollte ihn die Familie am 22. Dezember über die Weihnachtsferien nach Hause holen. Dann hieß es wegen des Lockdowns plötzlich: Am 16. Dezember nach dem Frühstück müssen die Kinder abgeholt werden. „Ich habe das Gefühl, wir fallen immer durch den Rost,“ sagt Stefanie T. erschöpft.

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