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Keine Sachspenden mehr

Geldspenden oder konkrete Hilfe: Was die Menschen in den Hochwasser-Gebieten brauchen

Die Spendenbereitschaft für die Opfer der Hochwasserkatastrophe hat Hilfsorganisationen überwältigt. Hilfe wird weiter gebraucht. Wie kann man nun helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen?

Mit Eimern entsorgen Anwohner die Schlammmassen nach dem Hochwasser der Kyll. Zahlreiche Häuser im Ort waren betroffen, Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Foto: Harald Tittel/dpa

Die Lage in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist noch immer angespannt. Viele Menschen haben ihr ganzes Hab und Gut verloren. Die Hilfsbereitschaft für die Opfer der Hochwasserkatastrophe ist groß.

Die Spendenbereitschaft war „so überwältigend, dass die Sichtung, Sortierung und auch die Logistik die Kapazitäten der Verbände vor Ort gerade übersteigen“, heißt es von der „Aktion Deutschland hilft“, einem Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen. Hilfe werde aber weiter gebraucht.

In erster Linie werden Geldspenden benötigt, schildert Udo Bangerter, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vom Landesverband Baden-Württemberg. Sachspenden werden von den Hilfsorganisationen nicht mehr angenommen. Ein Lager für Sachspenden am Nürburgring in der Eifel ist komplett voll. Hier stapeln sich auf einer Fläche so groß wie drei Fußballfelder, Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel. „Die Helfer am Nürburgring sind von den Spenden überrollt worden“, so Bangerter.

Sachspenden werden nicht mehr angenommen

Koordiniert wird das kurzfristig eingerichtete Lager vom ADAC Mittelrhein zusammen mit dem Nürburgring. Die Hilfsbereitschaft ist „überwältigend“, steht aus der Webseite des Nürburgrings.

„Bis Sonntag waren 500 freiwillige Helfer vor Ort“, sagt Mirco Hillmann, Sprecher des ADAC Mittelrhein. Für Sachgüter gibt es erst einmal einen Annahmestopp. Die Spenden werden nun sortiert und in die Krisengebiete gefahren oder von Betroffenen abgeholt.

In Bad Münstereifel hat die über die Ufer getretene Erft erhebliche Schäden angerichtet. Foto: Oliver Berg/dpa

Zum Sortieren und Kisten packen werden am Nürburgring freiwillige Helfer gesucht. „Man kann einfach vorbeikommen“, so Hillmann. Die Helfer benötigen noch dringend Gummistiefel, Besen, Schubkarren und Sparten. Diese Spenden können ebenfalls am Nürburgring abgegeben werden.

Selbst in das Gebiet zu fahren, ist eine Gefahr.
Udo Bangerter, DRK-Landesverband Baden-Württemberg

Auf eigene Faust direkt in die Hochwassergebiete zu fahren, davon raten Hilfsorganisationen ab. „Wir empfehlen, auf keinen Fall eigenständig hinzufahren“, so eine Sprecherin des Technischen Hilfswerk (THW) vom Landesverband Baden-Württemberg.

Die Situation vor Ort sei zu gefährlich. Zudem seien die freiwilligen Helfer schwer zu koordinieren. „Da steht man den Einsatzleitern unbeabsichtigt im Weg“, sagt die Sprecherin. Rund 400 ausgebildete Helfer des THW aus Baden-Württemberg packen in den Hochwassergebieten mit an.

Situation vor Ort stabilisiert sich langsam

„Selbst in das Gebiet zu fahren, ist eine Gefahr“, warnt auch Udo Bangerter vom DRK. Zwar würde sich die Lage langsam stabilisieren, von einer normalen Situation sei man aber weit entfernt. „Wir sind immer noch in der Akutphase“, sagt Bangerter. „Es gibt immer noch Ortschaften, die auf dem Landweg nicht erreichbar sind.“ Das DRK Baden-Württemberg ist mit rund 100 Fahrzeugen und 200 Helfern vor Ort. Mit den Fahrzeugen wird unter anderem der Transport von Hilfsgütern unterstützt.

In den Hochwassergebieten steht weiter die akute Nothilfe von Betroffenen im Fokus. Zum Teil beginnen auch Aufräumarbeiten oder die Schätzung von Schäden an Gebäuden. „An einigen Stellen wird das Ausmaß der Schäden deutlich“, heißt es von der „Aktion Deutschland hilft“.

Freiwillige können Hilfe online oder telefonisch anbieten

Wer gezielt vor Ort mit anpacken will, kann sich an die Handwerkskammer Koblenz unter (02641) 975 900 oder per E-Mail unter hochwasserhilfe@kreis-ahrweiler.de wenden. Freiwillige sollten konkrete Hilfsangebote wie Bereitstellung von Maschinen und Arbeitsmaterialien, Transport- oder Logistikmöglichkeiten haben.

Auch über die Seite hochwasseradenau.de können sich Freiwillige per Formular und mit Angabe ihrer Hilfsmöglichkeiten registrieren. Helfer werden von diesen Stellen organisiert und eingeteilt.

Geldspenden nehmen unter anderem das DRK, der Verbund „Aktion Deutschland hilft“ und die Caritas entgegen.

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