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Verteuerung von Baustoffen

Gestiegene Materialpreise bringen Bauwirtschaft in der Region in die Bredouille

Durch die hohen Energiekosten werden auch viele Baumaterialien wie etwa Betonstahl teurer. Doch die Baufirmen können das bislang im Gegensatz zu manchen Herstellern nicht einfach an die Auftraggeber weiterreichen.

In der Zwickmühle: Die Bauwirtschaft im Südwesten klagt über massiv gestiegene Materialpreise. Foto: Carsten Koall/dpa

Der starke Preisanstieg bei Baumaterialien bringt Bauunternehmen immer stärker in die Bredouille. „Die Baustofflieferanten bürden unseren Mitgliedsfirmen beinahe jeden Tag aufs Neue exorbitante Preissprünge auf“, erklärte Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Die Baufirmen könnten die Preise kaum noch stemmen, ohne in die Knie zu gehen.

Denn sie könnten die höheren Preise in der Regel nicht an ihre Auftraggeber weiterreichen, sondern seien verpflichtet, ihre Leistungen zu den von ihnen angebotenen Preisen zu erbringen. Der Verband reagierte damit am Freitag auf einen Bericht unserer Zeitung, wonach die Badische Stahlwerke GmbH (BSW) in Kehl ihre enormen Kostensteigerungen für Energie an die Kunden aus der Baubranche – also die Baufirmen – weitergeben konnte.

„Damit schieben sie den Baufirmen den ‚Schwarzen Peter‘ zu. Diese mussten zum Beispiel im vergangenen März innerhalb eines Monats eine Preissteigerung bei Betonstahl von fast 20 Prozent verkraften, die sie ihrerseits nicht eins zu eins weiterberechnen konnten“, beklagte Möller.

Bauunternehmen befürchten Insolvenzen

Unter diesen Umständen sähen sich viele Bauunternehmen kaum noch in der Lage, ihre Vertragsverpflichtungen gegenüber den Bauherren einzuhalten. Zudem hätten die Betriebe enorme Probleme, seriöse Angebote für ihre Endkunden zu kalkulieren, ohne Gefahr zu laufen, schon bald unter den explodierenden Kosten zusammenzubrechen.

„Dadurch droht ein Abschmelzen der mühsam aufgebauten Eigenkapitalausstattung der Firmen“, sagte Möller. Dies könne letztendlich sogar zur Insolvenz führen. Um Abhilfe zu schaffen, dringt die Bauwirtschaft darauf, bei Bauvorhaben durchgängig Stoffpreisgleitklauseln zu vereinbaren – auch für bestehende Verträge. Kostensteigerungen müssten künftig fair verteilt werden können, forderte Möller.

Um den Baubetrieb aufrecht zu erhalten und Insolvenzen zu verhindern, müssten ausufernde Mehrkosten bei Baumaterialien gleichermaßen von Baustofflieferanten, Bauunternehmen und Bauherren getragen werden. „Nur gemeinsam kann die aktuelle extreme Krisensituation bewältigt werden. Das Prinzip ‚Nach mir die Sintflut‘ hilft hier nicht weiter“, so Möller.

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