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Unwetter möglich

Gewitterstürme und Starkregen in der Region erwartet: So verhält man sich bei Unwettern richtig

Nach der Hitze sollen Gewitter ab diesem Freitag etwas Abkühlung und Regen bringen. Aber Vorsicht: Es kann auch zu Unwettern kommen. Mit diesen Tipps ist man gut vorbereitet.

Gewitter sind oft mit Starkregen und Überflutungen verbunden, wie hier im Juni 2016 in der Jahnstraße in Gaggenau.
Gewitter sind oft mit Starkregen und Überflutungen verbunden, wie hier im Juni 2016 in der Jahnstraße in Gaggenau. Foto: Doris Merklinger/Archiv

Endlich soll es Regen geben. Aber Vorsicht: Nach der Hitzewelle drohen die Gewitter. Starkregen und orkanartige Böen kündigen die Wetterdienste für diesen Freitag an.

Dies bedeutet nicht nur Abkühlung und das lang ersehnte Ende der Trockenheit, sondern auch Gefahren. Wie kann man sich wappnen?

Bevor das Unwetter losgeht:

Die Feuerwehr empfiehlt bei einem extremen Unwetter: Bleiben Sie zu Hause. Der Aufenthalt im Freien kann lebensgefährlich werden. Zudem sollte man rechtzeitig lose Gegenstände auf dem Grundstück sichern: Gartenmöbel, Blumentöpfe, Fahrräder und so weiter. Zudem gilt es, sich für den Stromausfall zu rüsten: Sind ein batteriebetriebenes Radio, Taschenlampen, Batterien und Kerzen griffbereit?

Des weiteren sollte die Hausapotheke aufgefüllt sein. Das kann unnötige Wege bei Sturmwarnungen vermeiden. Zudem wird empfohlen, sich Betriebsmittel für ein Stromaggregat zu besorgen, wenn lebenswichtige Geräte, wie ein Beatmungsgerät, zu Hause benötigt werden.

Zudem sollte ein „Notgepäck“ und Dokumentenmappe mit den wichtigsten Unterlagen vorbereitet werden. Denn bei Sturm können auch Gebäude so stark beschädigt werden, dass sie einsturzgefährdet sind. Oder das Unwetter wird von starken Regenfällen begleitet, die zu Überschwemmungen führen. Dann kann es sein, dass man das Zuhause schnell verlassen muss.

Außerdem sollte man einen Notvorrat bereithalten, insbesondere Lebensmittel und Getränke. Für geringere Wassereinbrüche im Keller ist es ratsam, sich im Vorfeld eines Unwetters eine Tauchpumpe inklusive Schlauch anzuschaffen. Diese kann größeren Schaden vermeiden. Falls die Feuerwehr zum Auspumpen kommen muss, bringt sie ihr eigenes Gerät mit.

Zudem sollten Bewohner vor einem Unwetter rechtzeitig Fenster und Türen schließen, ebenso Roll- oder Fensterläden. Sie können Glasscheiben einen gewissen Schutz vor Hagel bieten.

Wenn das Unwetter losgeht:

Die Feuerwehr empfiehlt weiter, sich von ungeschützten Öffnungen fernhalten. Bewohner sollten am besten einen innen liegenden Raum im Erdgeschoß aufsuchen. Zudem sollte man empfindliche Geräte vom Netz nehmen oder Überspannungsschutz verwenden. Geräte gibt es im Handel.

Bei Unwetterschäden:

Vorsicht ist geboten beim Betreten überfluteter Keller. Es besteht die Gefahr eines Stromschlags, wenn der Hausanschlusskasten im Keller untergebracht ist. Wenn man den Keller von einem sicheren Ort noch stromlos machen kann, sollte man dies tun. Elektrische Geräte sollte man nur in Betrieb nehmen, wenn sie nicht feucht geworden sind.

Ertrinkungsgefahr ist nicht ausgeschlossen: Kommt Wasser durch die Kellerfenster oder von unten durch Abflüsse in großen Mengen ins Gebäude, können geschlossene Türen wegen des Wasserdrucks nicht mehr geöffnet werden. Man sitzt in einer lebensbedrohlichen Falle.

Unwetter - wann die 112 wählen?

Unfälle und Brände sollten Betroffene sofort unter der europaweiten Notrufnummer 112 melden. Falls notwendig, gilt es, Erste Hilfe zu leisten.

Stichwort Gefährliche Substanzen: Die 112 sollte man auch dann wählen, wenn durch Überflutung Heizöl oder andere gefährliche Substanzen freigesetzt worden sind.

Nach Feuerwehrangaben ist die integrierte Leitstelle Mittelbaden bei Gefahrenlagen zwar personell stärker besetzt, muss aber die Gefahrensituationen einschätzen und die Einsatzkräfte vor Ort leiten beziehungsweise dort hinschicken, wo die Not am größten ist. Die Rettung von Menschenleben hat dabei immer Vorrang.

Zu bedenken ist auch, dass kleinere Wassermengen in Wohnungen oder in Kellern nicht von der Feuerwehr beseitigt werden. Denn bei den vielen Unwetterlagen gibt es sehr viel größere Schäden, welche die Feuerwehr abarbeiten muss.

Nach dem Unwetter:

Auch nach dem Unwetter sollte man das Wettergeschehen weiter beobachten, da ein Gewitter schnell einmal drehen und zurückkommen kann. Empfehlenswert sind auch Apps wie Nina, Katwarn, Biwapp. Wenn das Wohngebäude stark beschädigt ist: Draußen bleiben. Das Haus sollten Bewohner erst wieder betreten, wenn es von Fachleuten freigegeben wurde. Ein Rundgang um das Wohngebäude ist unumgänglich. Wenn das Dach stark beschädigt ist: Vom Haus ausreichend weit entfernt bleiben.

Vor dem Aufräumen mach dem Unterwetter sollten Bewohner genau kontrollieren und dokumentieren, was zum Beispiel durch Wassereinbruch oder Glasbruch beschädigt oder zerstört worden ist. Die Versicherung sollte umgehend verständigt werden.

Im Straßenverkehr: Bei überflutenden Straßen daran denken, dass Gully- und Schachtabdeckungen sich gelöst haben können und so eine Unfallgefahr darstellen. In diesen Straßen, wenn es überhaupt sein muss, langsam fahren. Dabei muss man auch an die angrenzenden Gebäude denken: Denn je schneller man fährt, desto mehr drückt man die Wasserwellen in die Häuser. Zudem kann schnell auch ein Motor „absaufen“.

Vorsicht ist auch beim Betreten von Wäldern geboten. Auch nach einem Sturm besteht dort die Gefahr, von herabstürzenden losen Ästen oder umgeknickten Bäume verletzt zu werden. Anweisungen von Behörden befolgen. Im Zweifel bei der Gemeinde, ob ein Betreten sicher ist.

Weitere Tipps gibt es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

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