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Verletztes Tier musste eingeschläfert werden

Große Angst bei Reitern: Keine Spur von Pferdequälern in der Rhein-Neckar-Region

In jüngster Zeit waren in der Rhein-Neckar-Region vermehrt Stuten und Fohlen mit einem scharfen Gegenstand verletzt worden. Ein Tier musste eingeschläfert werden. Die Ermittlungsgruppe „Koppel” hat in Oftersheim nun darüber informiert, wie die Tiere von ihren Besitzern geschützt werden können.

Zwei Isländer-Stuten bei der gegenseitigen Fellpflege auf ihrer Koppel. Die robusten Tiere verbringen die meiste Zeit des Jahres im Freien. Ein Unbekannter hat es in der Region nun aber auf die Tiere abgesehen. Foto: Boris Roessler/dpa

Von Wolf H. Goldschmitt

Die verängstigten Stallbesitzer und Reiter der Kurpfalz wollen sich zur Wehr setzen. In jüngster Zeit waren in der Rhein-Neckar-Region vermehrt Stuten und Fohlen mit einem scharfen Gegenstand verletzt worden. Ein Tier musste eingeschläfert werden. Bisher hat die Polizei noch keine heiße Spur zu den Taten in Walldürn, Wiesloch, Heidelberg, Heddesheim, Oftersheim, Hockenheim und Neckargemünd.

Auf dem Pferdehof von Hans-Peter Wöllner bei Oftersheim hat die Ermittlungsgruppe „Koppel” jetzt darüber informiert, wie die Tiere geschützt werden können. Und der Andrang ist groß. Über 50 Pferdefreunde in der Reithalle hören sich die Checkliste der Ordnungshüter an.

Auch Anke Ziegler aus Mannheim gehört dazu. „Am vergangenen Wochenende habe ich eine verdächtige Person um den Stall herumschleichen sehen und sofort die Polizei gerufen”, erzählt sie. Innerhalb kürzester Zeit sei ein Streifenwagen vor Ort gewesen. „Der Typ ist zwar vorher verschwunden, aber die Polizei hat superschnell reagiert”, lobt die Reiterin.

Höfe sollen sich untereinander austauschen

„Augen auf und Kommunizieren”, rät auch Regina Frank, die selbst Polizistin und Pferdebesitzerin ist. Um einen möglichen Täter schneller zu fassen, sollten sich die Höfe untereinander austauschen, was sich gerade in ihrer Gegend abspielt. „Durch die erhöhte Sensibilität können verdächtige Wahrnehmungen noch rascher gemeldet werden”, ist sie überzeugt.

Regina Frank hat übrigens einen großen Teil zur ersten Informationsrunde für besorgte Reiter beigetragen. Ihr Pferd Sneijder steht auf dem Hof von Hans-Peter Wöllner, dessen Ställe schon einmal im Visier eines Angreifen waren. „Wir haben aufgerüstet. Unser Anwesen ist jetzt mit Bewegungsmeldern, Wildbeobachtungskameras und Videoüberwachung gesichert”, so Wöllner. „Damit niemand eine Ausrede hat und in Versuchung kommt, stehen auch große Warnschilder gleich am Eingang”, erzählt er weiter.

Tierbesitzer rüsten ihre Koppeln mit Technik auf

„Es ist bisher auch nicht klar, ob nur ein Täter oder verschiedene ihr Unwesen treiben. Vielleicht gibt es auch Nachahmer”, sagt Polizeisprecher Dennis Häfner. Viele Ställe hätten in den vergangenen Wochen in Eigenregie bereits aufgerüstet und ihre Koppeln mit Kameras ausgerüstet, Schlösser und Doppelzäune angebracht oder in mehr Beleuchtung investiert, um mögliche Täter abzuschrecken.

Ob diese Sicherheitsmaßnahmen bereits Wirkung zeigen, bleibt unklar. Doch seit fast drei Wochen hat es keinen weiteren Fall dieser Form von Tierquälerei gegeben.

Laut Polizei kursieren allerdings auch zahlreiche falsche Informationen zu den Angriffen - besonders in sozialen Netzwerken. Die Ermittlungsgruppe „Koppel” geht in keinem der Fälle von einem sexuell motivierten Hintergrund aus. Auch das eingeschläferte Pferd sei höchstwahrscheinlich nicht wegen des Angriffs gestorben. Die Obduktion habe nicht eindeutig klären können, ob es nicht auch eines natürlichen Todes gestorben ist.

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