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Stiko-Empfehlung

Impfung nach Corona-Infektion: Was Genesene wissen müssen

Ist die Corona-Infektion schon eine Weile her, könnten Genesene nicht mehr immun sein. Deshalb empfiehlt die Stiko eine Impfung. Doch was müssen Genesene zur Schutzimpfung wissen? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten.

Keine Immunität, weil die Corona-Infektion ein halbes Jahr oder länger zurückliegt? Angesichts der raschen Verbreitung der Mutanten rät die Stiko Genesenen zur Impfung. Foto: Matthias Bein picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Etwa 3,6 Millionen Menschen in Deutschland zählen derzeit nach einer überstandenen Coronavirus-Infektion als „genesen“.

Eine Impfung gegen Corona wurde für sie lange nicht empfohlen, allerdings änderte die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut im Juli ihre Meinung.

Was müssen Genesene wissen, die sich jetzt schützen wollen? Unser Redaktionsmitglied Alexei Makartsev beantwortet die wichtigsten Fragen.

Sollten sich Genesene impfen lassen?

Ja, wenn sie sich angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Virusvarianten wie Gamma und Delta schützen wollen. Nach aktuellen Erkenntnissen hält die Schutzwirkung nach einer Sars-CoV-2-Infektion mindestens sechs bis zehn Monate an. Das Risiko einer erneuten Infektion steigt jedoch mit zunehmendem Abstand an. Als es noch nicht genügend Impfstoffe in Deutschland gab, riet die Stiko vor einer Immunisierung von Genesenen ab. In der 8. Aktualisierung ihrer Empfehlung Anfang Juli gab sie dann grünes Licht, die Genesenen zu impfen.

Welche Impfstoffe kommen dafür infrage und wie viele Impfungen werden empfohlen?

Für die Impfung von Genesenen können alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe verwendet werden. Ob und welcher Impfstoff den besten Effekt erzielt, ist bislang noch nicht wissenschaftlich geklärt. Bei immungesunden Menschen ist eine Impfung ausreichend, die bereits zu einer guten Immunantwort führt. Diese lässt sich durch eine zweite Dosis nicht weiter steigern, so die Stiko. Dies gelte auch, wenn der Infektionszeitpunkt länger zurückliege. Wann später eine weitere Corona-Impfung notwendig sein wird, können die Forscher heute noch nicht sagen.

Stimmt es, dass die Impfung bei Genesenen mehr Nebenwirkungen zeigt, als die erste Impfung bei Personen, die nicht erkrankt waren?

Es gibt zumindest vereinzelte Hinweise darauf. Die Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von „systemischen Reaktionen“ wie Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen – dies zeige, dass eine einzelne Dosis bereits wie eine „Booster-Impfung“ wirkt. Dass die Impfung von Genesenen jedoch eine relevante Gefährdung darstellen könnte, ist nicht erwiesen.

Wann können sich Genesene nach ihrer überstandenen Infektion frühestens impfen lassen?

Die Impfung kann bereits einen Monat nach dem Abklingen der Symptome erfolgen – aber auch, wenn es keine Symptome gegeben hat. Als Covid-19-Nachweis dient dabei ein zum Zeitpunkt der Infektion gemachter PCR-Test. Es gibt eine Besonderheit: Anders als bei Menschen, die noch kein Corona hatten, zählen die Genesenen gleich nach Erhalt des Impfstoffs offiziell als Geimpfte und müssen nicht erst zwei Wochen warten.

Wie können solche Personen diesen Status nach nur einer Impfung nachweisen?

Nach Angaben der Landesregierung gibt es aktuell noch kein einheitliches Dokument, das diese Situation bescheinigt. Sie rät deshalb den Betroffenen, als Nachweis eine „Kombination aus Dokumenten“ zu nutzen, die die Infektion und die Impfung belegen – etwa einen PCR-Nachweis und das gelbe Impfheft. Wie lange die Infektion zurückliegt, ist in diesem Fall nicht relevant.

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