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Leben auf der Straße

Karlsruhe gilt als Paradebeispiel für Arbeit mit Obdachlosen – dennoch sorgt sich Diakonie vor dem Winter

Für Obdachlose ist die Winterkälte gefährlich, gerade, wenn Alkohol im Spiel ist. Um sie besser vor dem Erfrieren zu schützen, will die Diakonie Baden stärker mit den Kommunen zusammenarbeiten. Warum Karlsruhe ein Erfolgsmodell bei der Zusammenarbeit ist.

Für den Winter bereit: Der Tagestreff „Tür“ in der Karlsruher Kriegsstraße empfängt schon seit 20. Oktober Obdachlose. Foto: Rake Hora

Hinter der Bedientheke steht Picasso. Der bärtige Mann Ende fünfzig trägt eine KSC-Maske. Picasso, so nennen ihn alle in der Einrichtung für Obdachlose. Er liebt alles was mit Kunst zu tun hat: „Ich habe einen anderen Blick auf die Dinge.“ Picasso ist selbst wohnungslos und hilft im Rahmen eines Ein-Euro-Jobs in der Tagesstätte „Tür“ in der Karlsruher Kriegsstraße mit. In der Küche und bei der Dekoration ist Picasso präsent. Außerdem betreut er die Besucher der Einrichtung mit: „Ich kenne die meisten schon seit zehn Jahren.“

Karlsruhe gilt mit unter 100 Obdachlosen als positives Beispiel. Julia Schlembach von der Diakonie sagt: „Beim Erfrierungsschutz und bei der Unterbringung Obdachloser in der Corona-Situation arbeiten wir mit der Stadt Hand in Hand.“ Seit zwei Wochen sind die Angebote für den Erfrierungsschutz geöffnet. Laut Stadtverwaltung sind dort Plätze für 65 Frauen und Männer, die bei Bedarf erweitert werden können und die im vergangenen Jahr nicht ausgelastet waren.

Das Projekt „Tür“ beispielsweise ist ein gemeinsames Projekt von Stadt und Diakonie, ein Tagestreff mit Essensversorgung im Erdgeschoss. „Wir haben ganzjährig geöffnet, ab 15. November aber sieben Tage die Woche“, sagt Leiter Uwe Enderle. Der Erfrierungsschutz und die Unterkünfte für Obdachlose befinden sich in der Kriegsstraße in den oberen Stockwerken. „Die Leute können oben schlafen und hier unten zu Mittagessen“, sagt Enderle mit einem Augenzwinkern – fast wie in einem Hotel.

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